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Die Alexander von Humboldt

Wer kennt sie nicht, die grünen Segel und das Gefühl von Freiheit, die die Alexander von Humboldt verkörpern? Spätestens seit der Windjammer eine bekannte deutsche Biermarke verkörperte ist die Alexander von Humboldt so gut wie jedem in Deutschland aus der Werbung bekannt.

Die Geschichte der Alexander von Humboldt

Bis die Bark ihre Segel auf dem Fernsehmonitor hisste war es allerdings ein weiter Weg. 1906 wurde sie gebaut und zunächst auf den Namen Reserve getauft, der Heimathafen lag in Sonderburg. Auftraggeber hierbei war das preußische Seefahrtsministerium. Es gab drei Schwesterschiffe: Die Norderney (I), die Norderney (II) und die Amrunbank (I). Die Reserve lief am 10.09.1906 vom Stapel und diente die nächsten Jahrzehnte als Feuerschiff, war also eine Art schwimmender Leuchtturm, der mit Hilfe eines Leuchtfeuers anderen Schiffen beim Navigieren helfen soll.

Aufgrund dieser ursprünglichen Einsetzungsweise war das Schiff zwar mit einem seetüchtigen Rumpf, jedoch nur mit zwei Masten ausgestattet. Statt eines dritten Segelmastes war dafür ein Laternenmast vorhanden.

1920 erhielt das Schiff den neuen Namen Reserve Holtenau, da Sonderburg nun zu Dänemark gehörte. Es erlebte ein paar wilde Jahre, unter anderem den Einsatz als Kriegsfeuerschiff und wurde immer wieder etwas überholt. So erhielt es 1950 einen Dieselmotor anstelle der alten Dampfmaschine. Im Januar ´57 kollidierte die Reserve Holtenau sogar mit einem Motorschiff, überstand jedoch auch diesen Unfall und wurde wieder instandgesetzt. Diese Zähigkeit half ihr noch einmal im Jahre 1986, als es eine erneute Kollision mit einem anderen Schiff gab.

In den 80er Jahren war die Reserve Holtenau zu einem Segelschiff umgebaut worden. Es gehörte mittlerweile der „Deutschen Stiftung Sail Training“, zu der auch unter anderem die Brauerei gehörte, für die das Schiff später Werbung fahren sollte.

Im Laufe der Umbaumaßnahme erhielt es ein langes Poopdeck, sowie eine neue Takelage und einen frischen Anstrich. Anstelle der roten Farbe bekam es nun einen frischen, grünen Look verpasst und war nun auch endlich mit einem Barkrigg ausgestattet.

Am 3. März 1988 überstand die frisch gebackene Bark ihre Probefahrt und wurde am 20. Mai. 1988 auf den Namen Alexander von Humboldt getauft.

Danach war das Schiff mit den grünen Segeln von den Meeren dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Insgesamt legte es über 300.000 Seemeilen zurück, diente als Schulschiff und nahm an Regatten wie den Tall Ships’ Races (welche sie 2011 sogar gewann!), teil.

Obwohl der Windjammer gerade im Sommer oft auf heimischen Segelrevieren der Nord- und der Ostsee unterwegs ist, trat sie im Jahr 2003 im Gedenken an ihren Namenspaten eine Reise bis nach Südamerika und in die Karibik an.

Bei einer weiteren Reise im Jahr 2006 war die Alexander von Humboldt der erste deutsche Großsegler seit 1949, der das Kap Hoorn umrundete. Im Oktober 2011 wurde der stolze Segler allerdings vorerst außer Dienst gestellt. Erworben wurde es von einem Bremerhavener Unternehmer, der es als Touristenschiff auf den Bahamas einsetzen möchte.

Obwohl sich die Alexander von Humboldt damit zunächst aus deutschen Gewässern verabschiedet, gibt es zumindest einen Trost: Im Mai 2011 lief die Alexander von Humboldt II in Bremen vom Stapel, getauft wurde es im September des gleichen Jahres in Bremerhaven. Ein Teil ist uns somit noch erhalten geblieben. 

Aufbau und Technik

Die 60 Mann starke Crew der Bark segelt auf einem Schiff, das 62,55 m lang und 8,02 m breit ist. Der Tiefgang beträgt maximal 4,88 m. Seit 1950 ist der Windjammer mit einem Diesemotor ausgestattet, der 1970 noch einmal ausgetauscht wurde und mit dem er 510 PS schaffen kann.

Seit dem Umbau vom Feuer- zum Segelschiff ist die Alexander von Humboldt mit drei Masten ausgestattet. Der Fockmast ist dabei ganze 31,0 m, der Großmast sogar 34,0 m und der Besanmast ist 28,1 m hoch. Insgesamt können so 25 Segel gehisst werden. Bei dieser Anzahl ist es kaum verwunderlich, dass die Segelfläche 1,035 qm erreicht. Gegen diese grüne Masse sehen andere Schiffe wirklich blass aus.

Fazit

Wer einmal das Glück hat, die vom Wind geblähten grünen Segel der Bark am Horizont zu erblicken, kann sich auf einen wahrhaft majestätischen Anblick gefasst machen. Nicht umsonst verkörpert die Alexander von Humboldt wie kaum ein anderes Schiff das Gefühl von Freiheit und Abenteuer.