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Die Bounty

Ein Segelschiff, das den allermeisten durch Film, Fernsehen und Büchern bekannt sein dürfte, ist die Bounty, ein Vollschiff, das aufgrund einer kurz entschlossenen Meuteri berühmt wurde. 

Die Geschichte der Bounty

Das Segelschiff, das wegen seiner berühmten Meuterei in die Geschichte eingegangen ist, hatte ursprünglich zur Aufgabe, die Hungersnot der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen Jamaikas – damals noch englische Kolonie – zu lösen. Auf Initiative des Präsidenten der Royal Society sollten deshalb Stecklinge des Brotbaums nach Jamaika gebracht werden. Für diese Reise wurde ein ursprünglicher Kohletransporter eingesetzt, die Bethia, die mit einer Länge von 27,7 m und einer Breite von 7,3 m äußerst eng für Ladung und Mannschaft sein sollte. Um die Güte des Königs zu demonstrieren, der das Unternehmen finanzierte, wurde die Bethia in Bounty umbenannt.

Das Kommando wurde schließlich William Bligh übertragen, der bereits Erfahrungen als Steuermann auf einer Reise mit James Cook gesammelt und in diesem Zusammenhang auch die Gebräuche auf Tahiti bereits kennengelernt hatte. Dort sollten die Setzlinge nämlich an Bord genommen werden. Als Steuermann diente John Fryer, der damit die nächsthöchste Position innehatte. Problematisch bei der Zusammensetzung der Mannschaft war, dass Bligh nicht genügend Matrosen mit an Bord genommen hatte, sodass das Schiff quasi unterbesetzt war. Als Folge desertierten schon vor Beginn der eigentlichen Reise 14 Mann. Bligh schaffte es aber, im Gegenzug neue einzustellen.

Die Fahrt startete scchließlich am 23. Dezember 1787 und sollte über Kap Hoorn und Tahiti zum Kap der Guten Hoffnung bis zu den Antillen gehen. Bei einem für eine Umrundung nicht geeigneten Wetter erreichte die Bounty am 23. März Kap Hoorn. Bligh versuchte den Befehl, über diese Route weiter zu segeln trotz wetterbedingter Unmöglichkeit zu befolgen, was sogar für Verletzungen unter den Mannschaftsmitgliedern und zu einem öffentlichen Streit mit Fryer führte. Erst nachdem Bligh einen Monat lang vergeblich versucht hatte, seinen Anweisungen nachzukommen, drehte er in Richtung Kap der Guten Hoffnung ab.

Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass die Stimmung an Bord nicht unbedingt die Beste war. Verschärfend kam noch hinzu, dass im Herbst einer der ohnehin zu wenigen Vollmatrosen einer Blutvergiftung erlag – angeblich wegen eines Fehlverhaltens des Bordarztes, ebenso wie ein weiterer Streit mit Fryer.

Trotzdem kam das Schiff Ende Oktober in Tahiti an. Da die Stecklinge zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gezogen werden konnten, blieb die Crew für fünf Monate auf Tahiti, in deren Verlauf manche Mannschaftsmitglieder sogar Beziehungen mit Tahitianerinnen eingingen. Das heitere Leben war jedoch nicht gerade dazu geeignet, den Mannschaftszusammenhalt zu stärken. Eher das Gegenteil war der Fall. So kam es im Winter 1789 sogar zu einem Desertationsversuch, der jedoch scheiterte. Erst im April konnte die Bounty schließlich ihre Reise fortsetzen. Dabei war sie mit über tausend jungen Baumbrotfruchtpflanzen  beladen.

Ende des Monats erreichten die Seeleute die Tongainseln, wo es einmal mehr zu einem Eklat kam, als Einheimische Ausrüstungsgegenstände stahlen und Bligh darauf hin einige Stammesführer als Geisel nahm. Dieses Verhalten erwies sich jedoch als ebenso widersinnig wie nutzlos, sodass er sie wieder freiließ – jedoch ohne dafür die Beute zurückzuerhalten.

Die Atmosphäre auf der Bounty muss am Ende wirklich eisig gewesen sein und gipfelte schließlich am 28. April in der berühmten Meuterei. Fletcher Christian, der dritte Wachoffizier, der von Bligh schon zuvor einmal beschuldigt worden war, für den Diebstahl verantwortlich zu sein, wurde nun vorgeworfen, sich am geladenen Proviant gütlich getan zu haben. Daraufhin kam es zu dem gemeinsamen Plan mit einigen anderen Matrosen, einen Schlussstrich unter die vermeintliche Ungerechtigkeiten Blighs zu setzen und diesen auszusetzen.

Gesagt, getan. Die Crew fackelte nicht lange und nahm Bligh in den frühen Morgenstunden fest. Obwohl der Kapitän gefesselt und bedroht wurde, verhielt er sich nicht besonders eingeschüchtert, sondern belohnte die Meuterer mit einem angemessenen Tobsuchtsanfall. Das half ihm erwartungsgemäß nicht besonders viel weiter. Gemeinsam mit etwa zwanzig loyalen Seeleuten – darunter auch Fryer – und etwas Proviant sowie Kleidung wurde Bligh schließlich auf eine Barkasse umgesiedelt und zurückgelassen.

Bligh war jedoch durch und durch Seemann, sodass er es trotz der spärlichen Ausrüstung (man hatte ihnen Kompass, Log, einen Oktanten und eine Taschenuhr zugestanden) schaffte, die ihm treu gebliebenen Männer bis Kupang zu navigieren. Dafür legten sie auf der völlig überladenen Barkasse 5.8000 Seemeilen zurück. Um diese mörderische Entfernung zu schaffen, verordnete er winzige Rationen Nahrung am Tag und schaffte es einmal, den Proviant auf einer Insel aufzubessern.

48 Tage nach der Meuterei kamen die Ausgesetzten schließlich auf Kupang an. Von dort aus kehrte Bligh nach England zurück. Aufgrund verschiedener Unglücke überlebten letztlich nur zwölf von denjenigen, die mit Bligh ausgesetzt worden waren. Da Bligh sein Schiff verloren hatte, fand wie gewöhnlich bei solchen Vorkommnissen ein Kriegsgerichtsprozess statt; er wurde jedoch nicht für schuldig befunden.

Während der ehemalige Kapitän der Bounty seine Mannschaft also in einem winzigen Boot in Sicherheit gebracht hatte, überlegten die Meuterer, was ihnen nun zu tun bliebe. In Ermangelung großartiger Ideen beschlossen sie, eine eigene Kolonie zu gründen. Zu diesem Zweck behaupteten sie wahrheitswidrig den Tahitianern gegenüber, dass sie von Captain Cook dazu beauftragt worden seien. So wollten sie ihre eigene Versorgung sicherstellen.

Dieses Vorhaben scheiterte jedoch aus verschiedenen Gründen, unter anderem kam es zu Gefechten mit den Einheimischen. Während einige von Christians ursprünglichen Gefolgsleuten auf Tahiti bleiben wollten, verließ er mit nur noch acht weiteren Seeleuten und einigen Einheimischen die Insel. Schließlich landeten sie auf der Insel Pitcairn, wo sie sich verstecken wollten. Zu diesem Zweck wurde die Bounty zunächst auf Grund gesetzt und schließlich verbrannt, damit sie nicht entdeckt werden konnten. Im Falle einer Entdeckung hätte ihnen allen die Todesstrafe gedroht.

So sehr, wie den Meuterern daran gelegen war, sich zu verstecken, so sehr war der Admiralität daran gelegen, sie zu finden und ihnen den Prozess zu machen. Also wurde Kapitän Edward Edwards auf die Suche geschickt, der mit der HMS Pandora, einer Fregatte lossegelte, um die Aufrührer zu finden. Natürlich zog es auch ihn zunächst nach Tahiti, wo er alle vierzehn noch lebenden Meuterer, die unüberlegter Weise beschlossen hatten, dort zu bleiben, aufspürte und in Ketten legte. Die Rückreise erwies sich allerdings als wenig glücklich. So sank die Pandora vor Australien, weshalb neben 31 Männern der Besatzung auch vier Meuterer ertranken. Als ob die Geschichte einen gewissen Sinn für Ironie beweisen wollte, mussten die Überlebenden eine weite Strecke in Beibooten zurücklegen. Und wohin wohl? Natürlich nach Kupang.

Letztlich wurden die Meuterer also doch vor ein Kriegsgericht gestellt. Während vier von ihnen freigesprochen wurden und so dem Tod entgingen, wurden die restlichen zum Tod durch den Strang verurteilt. Vier von ihnen wurden später jedoch noch begnadigt, den übrigen gegenüber wurde das Urteil jedoch vollstreckt.

So endete die Geschichte um die Meuterer der Bounty. Bligh ging weiter seiner seemännischen Karriere nach, in deren Verlauf er noch zwei weitere Meutereien über sich ergehen lassen musste. Ein wirklich undankbarer Job also.

Aufbau und Technik

Die Bounty war als Vollschiff getakelt, war 39 m lang und 7,3 m breit. Der Tiefgang erreichte maximal 3,5 m. Das Segelschiff war mit 3 Masten und einer 44 Mann starken Crew ausgestattet.

Fazit

Die Geschichte um die Meuterei auf der Bounty ist weltweit bekannt und der Gegenwart durch zahlreiche Bücher, Verfilmungen und Vertonungen erhalten geblieben. Entgegen dieser Beispiele sollte jedoch festgehalten werden, dass Bligh sicherlich ein strenger Kapitän, aber nicht unbedingt das Monstrum war, als dass er häufig dargestellt wird. Die Überreste der Bounty liegen noch heute vor Pitcairn, auf der auch immer noch Nachfahren der ursprünglichen Meuterer leben.