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Die Queen Anne's Revenge

Wem jagt dieser Name nicht einen wohligen Schauer des Grusels über den Rücken? Die Queen Anne’s Revenge, das berüchtigte Piratenschiff des noch berüchtigteren Piratenkapitäns aller Zeiten: Blackbeard.

Die Geschichte der Queen Anne's Revenge

Doch beginnen wir am Anfang. Der Dreimaster war natürlich nicht von Beginn an dem grausigen Piraten Untertan, sondern zunächst eine ganz gewöhnliche Fleute, also ein Handelsschiff wie die meisten anderen auch. Ursprünglicher Eigentümer war der französische Kaufmann Rene Montaudoin. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Segelschiff auch noch nicht von dem Namen geziert, unter dem es später schaurige Berühmtheit erlangen sollte, sondern hieß La Concorde.

Wie Blackbeard war Montaudoin jedoch ebenfalls kein Mensch, der sich durch eine besonders ausgeprägte Nächstenliebe auszeichnete. Sein täglich Brot bestand nicht aus dem Handel mit gewöhnlichen Waren, sondern mit menschlichem Gut. Anders ausgedrückt: Er verdiente sein Geld mit dem Sklavenhandel. Am 24. März 1717 legte die La Concorde in Nantes, dem florierenden Zentrum des Sklavenhandels und Heimathafen des Segelschiffs, ab, um einmal mehr lebendige Ware in Afrika zu erwerben und von dort aus in die neue Welt zu transportieren.

An Bord befand sich eine 75 Mann starke Crew unter der Führung von Captain Pierre Dosset. Bewaffnet war die das Schiff mit immerhin 16 Kanonen, die das Unheil, auf das die Mannschaft mit ihren mittlerweile über fünfhundert Sklaven da zusteuerte, jedoch auch nicht abwenden konnten. 100 Meilen vor Martinique wurde die La Concorde von Benjamin Hornigold ganz uncharmant nach Piratenweise gekapert. Hornigold war nicht nur ungleich besser bewaffnet, sondern führte auch noch eine Meute von 150 kampfeslustigen Freibeutern an. Unter ihnen auch Edward Teach, später bekannt als Blackbeard, dem die Erbeutung der Fleute in besonderem Maße zu Gute kam: Hornigold ernannte ihn zum Kapitän.

Damit waren die Weichen für eine außergewöhnlich blutige Piratenkarriere gestellt. Seine erste Amtshandlung erwies sich jedoch als ungewöhnlich warmherzig, denn Blackbeard ließ sowohl die französischen Seeleute wie auch die Sklaven frei. Dann besann er sich allerdings eines Besseren, taufte die La Concorde auf ihren geschichtsträchtigen Namen Queen Anne’s Revenge um und rüstete erst einmal ordentlich auf. Mit 40 Kanonen bewaffnet diente die Queen Anne’s Revenge ihm als Flagschiff der ihm eigenen Flotte.

Es ist nicht ganz geklärt, weshalb Blackbeard gerade diesen Namen wählte. Möglicherweise entschied er sich aufgrund des Spanischen Erbfolgekriegs für ihn, der als „Queen Anne’s War“ bekannt war. Eventuell hegte er auch schlicht und ergreifend Sympathien für die letzte Herrscherin aus dem Hause der Stuarts.

Was auch immer seine Beweggründe waren, die Freude über das erbeutete Schiff währte nicht lange. Bereits 1718 nahm es mit der stolzen Queen Anne’s Revenge ein für ein Piratenschiff recht unspektakuläres Ende. Anstatt in einer dramatischen Seeschlacht gekapert oder zerschossen zu werden, lief es auf eine Sandbank bei Beaufort Inlet und versank in den Fluten. Manche vermuten, Blackbeard versenkte das Schiff absichtlich, denn nach dem „Unglück“ gab er an, sich zur Ruhe setzen zu wollen und erwirkte ein königliches Pardon. Aber Blackbeard wäre nicht Blackbeard gewesen, wenn er die Finger von der Piraterie hätte lassen können. Dementsprechend nahm er seinen alten Broterwerb alsbald wieder auf, was ihm jedoch nicht mehr einbrachte, als noch im gleichen Jahr in einer Schlacht mit Capitain Maynard zu Tode zu kommen.

Die Queen Anne’s Revenge hingegen verbrachte die nächsten Jahrhunderte unentdeckt auf dem Meeresgrund, bis sie 1996 von dem Schatzsucher Phil Masters in der Bucht von Beaufort gefunden wurde. Masters nutzte dabei die Aufzeichnungen einiger Matrosen Blackbeards, die auch das Auflaufen des Piratenschiffs notiert und beschrieben hatten. Masters gelang es zunächst, einige Anker und Kanonen zu finden. Um sicherzustellen, dass es sich wirklich um das richtige Schiff handelte – zu den Zeiten der Piraterie hatten diese ja öfter einmal die lästige Angewohnheit, aufzulaufen und zu versinken – nahm sich ein Team von Wissenschaftlern und Historikern der Sache an. Im Verlaufe der Untersuchung wurden zahllose weitere Fundsachen geborgen, die nach und nach genauere Einschätzungen ermöglichten. Mittlerweile sind die Experten sich so gut wie sicher, es wirklich mit der Queen Anne’s Revenge zu tun zu haben.

Fazit

Das Schiff, das einst für Schreckensgeschichten unter den braven Seeleuten sorgte, liegt also wirklich auf dem Grund des Meeres vor Beaufort. Wer sich davon ein eigenes Bild machen möchte hat die Möglichkeit, hinab zum Wrack und damit ein Stück weit in eine Vergangenheit zu tauchen, in der die Queen Anne’s Revenge noch mit stolz geblähten Segeln und wehender Flagge die historischen Segelreviere dieser Welt unsicher machte.