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Die Victory

Es gibt nicht viele Segelschiffe, die auf eine so bewegte Vergangenheit zurückblicken können und bis heute überlebt haben, wie die Victory, das Flaggschiff, mit dem der berühmte Vizeadmiral Nelson die ebenso berühmte Seeschlacht von Trafalgar gegen die Spanier und Franzosen schlug.

Geschichte

Die HMS Victory wurde 1759 in Auftrag gegeben, 1765 fertiggestellt und gehörte der Royal Navy an. Ursprung ihrer Entstehung war ein Projekts der Minister des englischen Königs Gerorge II (der übrigens auch ein deutscher Kurfürst war), die 1758 zwölf neue Schiffe bauen lassen wollten. Eins von den geplanten Neuanschaffungen sollte mit mehr als 100 Kanonen bewaffnet werden. Da England gerade in Siegeslaune war, da sie unter anderem den Siebenjährigen Krieg für sich hatten entscheiden können, wurde dem Schiff der passende Name Victory verliehen.

Obwohl viel Geld in ihre Entwicklung und den Bau gesteckt worden war, blieb sie über ein Jahrzehnt lang ungenutzt, bis Frankreich in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eintrat und das kriegstüchtige Schiff folglich 1778 gebraucht wurde.

Zunächst fungierte John Lindsay als Kapitän, danach Jonathan Faulknor. Wer aber schließlich mit ihr in See stach war Admiral Keppel. Die 29 Schiff starke Flotte der Franzosen war gesichtet worden und wurde nun von den Engländern gestellt und zum Kampf gezwungen. Zwei der Schiffe konnten jedoch noch zuvor den Hafen von Brest ansteuern. Der Anzahl der französischen Schiffe entsprechend fand die Schlacht zufällig am 27. Juli statt. Die Victory feuerte zwar auf die Kriegsschiffe Bretagne und Ville de Paris, diese wurden jedoch nicht versenkt.

Drei Jahre später erhielt die Victory jedoch unter Kapitän Henry Cromwell die Gelegenheit, sich noch einmal mit den Franzosen zu messen. Allerdings beging der Konteradmiral Richard Kempenfelt den Fehler, den französischen Konvoi, der von Brest kam, zu verfolgen, da er nicht wusste, dass sich in der Begleitung von 21 Linienschiffen befand. Trotz der feindlichen Übermacht schaffte Kempenfelt es, 15 Schiffe zu erobern, gab weitere Kampfhandlungen dann aber auf.

Nach einigen Jahren mit unterschiedlichsten Einsätzen kam 1797 es zum Krieg mit Frankreich und Spanien. Als Kapitän fungierte Robert Calder, Admiral war Sir John Jervis. Am Kap St. Vincent kam es zum Gefecht zwischen den Engländern und den Spaniern. Obwohl die Engländer zahlenmäßig unterlegen waren, griff Jervis die Spanier an, denn die Konsequenz des Unterlassens hätte dazu geführt, dass die Franzosen sich mit den Spaniern vereinigt hätten.

Nachdem die Victory einen empfindlichen Schlag gegen das spanische Flaggschiff Principe de Asturias geführt hatte, gaben die Spanier den Kampf auf und flohen. Jervis befahl die Verfolgung, während der es Horatio Nelson, der später selber die Victory segeln sollte, gelang, mehrere Schiffe zu erobern. Trotzdem führte diese Schlacht keinen entscheidenden Sieg für eine der beiden Seiten herbei. Nelson brachte er jedoch immerhin den Ritterschlag und den Posten eines Konteradmirals ein.

Trotz ihres Erfolges wurde das Schiff ein weiteres Mal außer Dienst gestellt und vorerst als Lazarettschiff genutzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie jedoch noch einmal umgebaut und segelte schließlich 1805 unter Lord Nelson in die berühmte Schlacht von Trafalgar.

In diesem Jahr verfolgte sie gemeinsam mit weiteren Schiffen der englischen Flotte die der Franzosen bis hin zum Cap von Trafalgar (man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Flotten nicht viel anderes zu tun hatten, als sich gegenseitig über die Weltmeere zu verfolgen). Bei der anschließenden Schlacht nahm die Victory als Flaggschiff teil. Immerhin war sie mit über hundert Kanonen ausgestattet.

Nelsons Taktik bestand vor allem darin, die feindliche Schlachtformation zu durchbrechen. Die Victory selber geriet als Schiff des Oberbefehlshabers unter einen so starken Beschuss, dass sie ihr Hauptbramsegel verlor, selber aber das Feuer nicht erwidern konnte. Schließlich konnte sie jedoch ebenfalls zum Angriff übergehen und die Bucentaure, das Flaggschiff der Spanier bekämpfen, die jedoch manövrierfähig blieb. Letztlich sah sich die Victory drei starken Gegnern der Franzosen gegenüber, was schließlich zu einer Kollision und zum gegenseitigen Entern führte. Zum Glück des englischen Flaggschiffs griff jedoch die Temeraire in das Gefecht ein, wodurch sie die Redoutable ausschalten konnten. Nelson wurde jedoch angeschossen und so schwer verwundet, dass er die Schlacht nicht überlebte. Am Ende besiegte die englische Flotte die französische, diese Nachricht erreichte Nelson sogar noch.

Danach verbrachte die Victory einige Jahre als Linienschiff 2. Ranges und wurde unter anderem als Truppentransporter benutzt. Obwohl die Zeit sicherlich nicht die ereignisreichste im Leben des Großseglers war, erlebte sie doch das ein oder andere Abenteuer. So überstand sie mehrere schwere Stürme, die die verlustreichsten Schiffskatastrophen der englischen Seefahrt herbeiführten.

Alle Mühe wurde ihr allerdings nicht so recht gedankt. So wurde sie 1812 außer Dienst gestellt, zwar umgebaut, aber nicht in den eigentlich geplanten Dienst zurückbeordert, da Napoleon bei Waterloo scheiterte und die Victory deshalb nicht mehr gebraucht wurde.

So fristete sie weiter ein unspektakuläres Dasein, wurde 1903 durch einen Unfall sogar beinahe versenkt und im zweiten Weltkrieg sogar von einer Fliegerbombe beschädigt.

Schlussendlich wurden ihre Verdienste jedoch noch entsprechend gewürdigt, so verlieh Philipp Watts ihr den Titel „The Westminster Abbey oft he Royal Navy“. Heute liegt das Segelschiff auf einem Trockendock in Portsmouth und kann besichtigt und begangen werden.

Aufbau und Technik

Die Victory ist ein Linienschiff, das 69,3 m lang und 15,8 m breit. Im Tiefgang kommt es auf maximal 8,76 m, die Crew war 850 Mann stark. Sie ist mit drei Masten und einer Fregatt-Takelung ausgestattet, wobei die Segelfläche auf stolze 5440 qm kommt, was zu einer Geschwindigkeit von bis zu 9 Knoten führte.

Fazit

Die Victory blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, in der sie keinen Kampf scheute und so bis heute Ruhm erlangte. Noch heute zeugt ihre Erscheinung von majestätischem Stolz und lässt den Betrachter erahnen, was für einen Anblick sie mit geblähten Segeln und bereit zum Gefecht geboten haben muss.