Agostino Straulino

Agostino Straulino ist ein italieinscher Segler und Goldmedaillengewinner, der in den 50er und 60er Jahren durch seine beachtlichen Erfolge in der Starbootklasse auf sich aufmerksam machte.

Junge Jahre und seglerischer Werdegang

Geboren wurde er am 10. Oktober 1914 in Lussinpiccolo, einer Hafenstadt auf der Insel Lussino, im heutigen Kroatien.

Mag es die lange Seefahrertradition seiner Familie gewesen sein, oder die Tatsache, dass auf Lussino reger Marineverkehr herrschte – Straulino entdeckte seine Leidenschaft, die später sein Leben ausfüllen sollte, recht bald. Von seinem Vater ermutigt, macht er bereits als Kind erste Erfahrungen mit dem Segeln und trat als 20-jähriger der Marineakademie in Livorno bei, die als beste, aber auch strengste Offiziersschule Italiens bekannt war.

Hier machte straulino eine Bekanntschaft, die weichenstellend für seine Zukunft wurde: Er erhielt zum ersten Mal die Möglichkeit, ein Starboot zu segeln.

Bereits 1939, fünf Jahre nach seinem Eintritt in die Marineakademie, gewann straulino die Europameisterschaften in Kiel.

Doch der ausbrechende 2. Weltkrieg setzte seiner Seglerkarriere vorerst ein Ende; er wurde von der Marine als Taucher eingesetzt und war später an der Entfernung von Minen aus Hafengebieten beteiligt.

Erst 1947 war es ihm wieder möglich, sich erneut voll seiner Segelkarriere zu widmen.

Eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte

1948 trat Straulino erstmal in einem olympischen Wettkampf im Segeln an: Bei den Olympischen Sommerspielen in Torquay, England, erreichte er in der Starbootklasse den fünften Platz.

Die darauf folgenden Jahre waren von Erfolgen gekrönt.

Im Zeitraum von 1949 bis 1956 wurde Straulino achtmal in Folge Sieger der Starbootklasse bei den Europameisterschaften.

Mit seinem Vorschoter Nico Rode erkämpfte er 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki die Goldmedaille, die den Höhepunkt seiner sportlichen Karriere ausmachen sollte. Eine weitere Olympiaplatzierung erfolgte vier Jahre später in Melbourne, wo er 1956 Silber gewann.

Nach diesen Erfolgen trennte sich das Team Straulino/Rode.

An seinen nächsten Olympischen Wettkämpfen nahm Straulino mit einem neuen Vorschoter, Carlo Rolandi, teil. Mit ihm belegte er 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom den vierten Platz in der Starbootklasse und 1964 ebenfalls den vierten Platz in der 5.5m-Klasse bei den Spielen in Tokio.

Ein Jahr später gewann er außerdem die Weltmeisterschaft in der 5.5m-Klasse in Neapel.

Kommandant der Amerigo Vespucci

Obgleich er mit seinem Sieg bei der Weltmeisterschaft erneut seine Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt hatte, gab es ab 1965 eine weitere Tätigkeit, die seine Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch nahm: Er wurde Kommandant der Amerigo Vespucci, des bekanntesten Segelschulschiffs der italienischen Marine.

Das hielt ihn allerdings auf in Zukunft nicht davon ab, weiterhin an Regatten teilzunehmen.

1961 nahm er mit der Corsaro II am Trans-Pazifik-Rennen nach Honolulu teil. 1973 gewann er den Eintonner Pokal von Porto Cervo, sowie ein Langstreckenrennen, die italienische Kielbootregatta Giraglia.

Außerdem war Agostino Straulino Initiator der "Lošinjska regata", einem Segelwettbewerb, der noch heute am ersten Augustwochenende auf Lussino stattfindet.

Mit etwas mehr als 70 Jahren setzte Straulino sich schließlich mit dem Rang eines Admirals zur Ruhe.

Am 14. Dezember 2004 starb er in Rom. Er wurde auf seiner geliebten Heimatinsel Lussino begraben.