RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Blackbeard

In unserer Reihe über berühmte Piraten und Personen der Segelgeschichte kommen wir nun zu einem etwas rauheren Zeitgenossen. Edward Thatch, oder Edward Teach, da sind sich die Geschichtsschreiber nicht ganz sicher, ging als einer der grausamsten Piraten der Karibik in die Geschichte des Segelns ein. Blackbeard, frei Übersetzt heißt das Schwarzbart, trug diesen Namen wohl vollkommen zurecht, hatte er doch einen unglaublich dichten Bartwuchs, den er auf Raubzügen immer noch dadurch betonte, dass er sich brennende Lunten in die Barthaare wickelte um angsteinflößender und dämonischer zu wirken als sein Ruf sowieso schon war. Unangenehmer Zeitgenosse!

Geboren wurde er, auch in diesem Fall gibt es leider keine eindeutigen Angaben, im Jahre 1680 in Bristol im Südwesten Englands. Seine ersten Schritte an Bord eines Schiffes machte er als Matrose im Spanischen Erbfolgekrieg. Unter dem Kommando von Benjamin Hornigold stach er von Jamaica aus in See, um im Namen des Britishen Königshauses Schiffe zu entern und Wertgegenstände zu rauben. Zu dieser Zeit war diese Form der Piraterie ein legitimes Mittel um Gelder zu bekommen. Hierfür stellte das Britische Königshaus sogenannte Kaperbriefe aus, die eine Generalamnestie für Freibeuter darstellten.

Problematisch wurde es erst, und erst zu diesem Zeitpunkt fing die Karriere Blackbeards an, für die er heute berühmt ist, als der Krieg gegen die Franzosen (!) 1714 beendet wurde, und die Freibeuterei und Piraterie keine Legitimation mehr hatten. Das Geschäft war eintragsreich und einfach, so dass der Anreiz die Kaperkarriere an den Nagel zu hängen äußerst gering war. So dachte auch Hornigold und setzte seine Profession auch ohne Erlaubnis der Krone fort. Illegal natürlich. Im Laufe dieses Berufslebens enterte Hornigold, der Edward Thatch immer noch unter sich hatte, ein französisches Schiff und ernannte Thatch kurzerhand zum Kapitän, gab dadurch den Startschuss für getrennte Wege und Blackbeards autonomer Karriere, die innerhalb kürzester Zeit, aufgrund von Brutalität und Grausamkeit, zweifelhaften Weltruf mit sich brachte. Hauptsächlich agierte Blackbeard dabei in den Regionen um die Westindies in der Karibik.

In dieser Region, auf den Bahamas, hatte Blackbeard auch sein Hauptquartier aufgeschlagen. Er schmierte flink den derzeitigen Gouverneur, erkaufte sich dadurch Achtung und Amnestie, und wurde immer wieder auf einen schnellen Verdienst und gegen die Langeweile aufs Meer hinausgezogen. Um den Anspruch seiner Langweile gerecht zu werden, entwickelte er eine aufwendige Kapertaktik, die sich darauf konzentrierte, ein Schiff zu entern, ohne einen einzigen Kanonenschuss abzugeben.

Seinen Meister fand er am 22.11.1718 im Royal Navy Capitain Maynard. Er schaffte es, Blackbeard mit einer List anzulocken, indem er im Namen der Royal Navy zwei unbewaffnete Handelsschiffe mietete, mit einer extra Kampfeinheit besetzen ließ, und auf den Angriff Blackbeards wartete. Sobald Blackbeards Männer an Bord waren wurde Ihnen die Falle in die Sie herintapsten schnell klar, so dass viele der Piraten, insbesondere nachdem Blackbeard gefallen war, den Kampf aufgaben, ins Meer sprangen oder sich einfach ergaben.

Ein schauderhafter Charakter erfordert natürlich auch ein schauderhaftes Ende. Dafür hat Maynard insofern gesorgt, als dass er den bereits toten Piratenkapitän enthaupten ließ, und ihn, ähnlich einer Galleonsfigur, an seinen Bugspriet hängte, und so in seinem Heimathafen einfuhr.