Der portugiesische Seefahrer und Entdecker Ferdinand Magellan wurde um 1480 in Sabrosa geboren und verlor sein Leben im Jahre 1521 auf den Philippinen. 1505 trat Magellan in den Dienst der portugiesischen Marine und war an der Eroberung von Goa an der Malabarküste beteiligt. Von den Spaniern beauftragt, die "Islas Especieirias", die Gewürzinseln zu suchen, befuhr er den Pazifik auf einer Strecke von beinahe 600 Meilen. Er entdeckte einige unbekannte Inseln und kehrte, nach seinem Austritt aus der Indienarmee, nach Portugal zurück. Bei der Erstürmung der maurischen Festung Azamur trug er schwere Verwundungen davon.
Nachdem es zu Auseinandersetzungen mit König Manuel I. gekommen war, flüchtete Magellan 1517 nach Sevilla und widerrief öffentlich seine portugiesische Staatsangehörigkeit. Er wurde spanischer Staatsbürger und heiratete die Tochter des vermögenden Portugiesen Diego Barbosa. Im Jahre 1518 trat Magellan mit seinem Vorhaben an Spaniens König Karl I. heran, Südamerika zu umfahren und die Inseln des Pazifik für die spanische Krone zu gewinnen. Karl I. knüpfte das Unternehmen an die Bedingung, Magellan solle mindestens sechs Inseln entdecken, welche reich an Bodenschätzen seien. Mit fünf Schiffen stach Ferdinand Magellan am 20. September 1519 vom San Lúcas in See. Neben seinem Flaggschiff "Trinidad" bestand die Flotte aus den Schiffen "San Antonio", "Concepcion", "Victoria" und "Santiago".
Reisebeschreibung
Ende November 1519 erreichte die Flotte Ostbrasilien. Am 13. Dezember 1519 kam die Bucht von Rio de Janeiro in Sicht. An der Bucht von St. Julian, welche die Flotte am 31. März 1520 erreichte, befahl Magellan eine drastische Kürzung der Lebensmittelvorräte. Dies hatte eine offene Rebellion unter der Besatzung zur Folge. Daraufhin ließ Magellan die Kapitäne seiner Schiffe "Victoria" und "Concepcion", Mendora und Quesada beseitigen. J. d. Cartagena, welcher das Kommando über die "San Antonio" besaß, wurde an der unwirtlichen Küste zurückgelassen.
Im Oktober stießen die vorausgeschickten Schiffe "Concepcion" und "San Antonio" auf eine endlos lang erscheinende Bucht. Magellan bezwang in nur 27 Tagen die Distanz und stellte die Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik her. Die von ihm entdeckte Meerenge erhielt den Namen "Magellan-Straße". Das sich südlich davon erstreckende Land wurde als Feuerland bezeichnet. Die Durchquerung des Pazifik auf einer Länge von 5 000 Kilometern, von der Südspitze Amerikas bis zu den Philippinen, stellte die Flotte auf eine harte Bewehrungsprobe. Nach mühevoller Fahrt gehen die Schiffe am 18. März 1521 vor den Lazarus-Inseln vor Anker. Bei einem Landgang auf der Insel Cebu nimmt Magellan eine umfangreiche Christianisierung vor. Selbst der König samt Gefolge unterzog sich der Taufe. Die kleine Nachbarinsel Mactán dagegen widersetzte sich der Kolonisierung. Daraufhin nahm Magellan am 27. April 1521 die Insel gewaltsam ein. Im Kampf gegen die Eingeborenen fand der Seefahrer den Tod.
Magellans bedeutendste Entdeckung
Ferdinand Magellan leitete die Expedition, welcher die erste Weltumseglung der Geschichte gelang. Die dreijährige Forschungsreise unter seinem Kommando zählt zu den spektakulärsten Unternehmungen der Menschheitsgeschichte. Von ursprünglich fünf Schiffen erreichte nur die "Victoria" am 6. September 1522 die spanische Küste. Von anfänglich 265 Seefahrern überlebten nur 18 Personen die mühevolle Reise. Auch Ferdinand Magellan befand sich nicht unter den Überlebenden, dennoch war es letztlich allein seinem eisernen Willen und seinem Führungsgeschick zu verdanken, dass das Unternehmen von Erfolg gekrönt war. Seine Mannschaft drängte bereits nach wenigen Wochen zur Umkehr. Doch Magellan motivierte die Besatzung stets von Neuem und schlug auch eine Meuterei erfolgreich nieder. Das navigatorische Geschick und die Willensstärke und Ausdauer Ferdinand Magellans machen ihn zu einem der größten Seefahrer und Entdecker aller Zeiten.
Durch Magellans Erdumseglung war die Kugelgestalt der Erde zweifelsfrei bewiesen. Die Auswirkungen seiner Expedition waren jedoch verhältnismäßig gering. In den Gelehrtenkreisen Europas bestand bereits damals kein Zweifel mehr an der Kugelgestalt der Erde.