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Hanno der Seefahrer

Der karthagische Admiral Hanno der Seefahrer, der zudem Herrscher des Karthagischen Reiches war, lebte bis 440 vor Christus. Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Sicher scheint nur, dass es vor 480 vor Christus gewesen ist, da er vermutlich bereits im Jahr 470 vor Christus seine - zu damaligen Zeiten - viel gerühmte Fahrt entlang der afrikanischen Westküste unternahm. Ziel dieser Fahrt - die später in dem Reisebericht Periplus Hannonis festgehalten wurden und nur noch in einer griechischen Übersetzung existieren - war die Erschließung neuer Handelsrouten, die die wirtschaftliche Kraft Karthagos weiter stärken sollte.

Hanno in seiner Zeit

Da es zu Hanno keine gesicherten Lebensdaten gibt, ist es nicht klar, von wann bis wann genau er lebte und wirkte und inwieweit die ihm zugeschriebenen Errungenschaften wirklich von ihm oder einem der damaligen Namensvetter - der Name Hanno war im Karthagerreich zu der Zeit augenscheinlich sehr beliebt - kamen. Zudem geht man davon aus, dass der Seefahrer im Zeitraum von 480 bis 440 vor Christus als Basileus (Übersetzung: König) über die Karthager herrschte und somit der Nachfolger von Hamilkar wurde, der vermutlich auch sein Vater war. Neben dem überlieferten Periplus sind von dem Entdecker keine weiteren Daten bekannt, die mehr über ihn und sein Leben aussagen würden.

Der Periplus Hannonis

Periplus steht für die Umseglung oder die Küstenfahrt und in der Nautik ebenfalls für einen Reisebericht. In diesem hält Hanno der Seefahrer seinen Bericht über die Erkundungsfahrten entlang der Nordafrikanischen Nord- und Westküste fest. Zudem werden hier diverse Koloniegründungen des Karthagerreiches behandelt. Die Fahrten gingen von Karthago aus in Richtung Westen, vorbei an den Säulen des Herakles (heutige Felsen von Gibraltar) in Richtung Süden. Dabei erkundeten er uns seine Begleitmannschaften die gesamte Westküste Afrikas bis hin zum Golf von Guinea - auch wenn Letzteres nicht absolut sicher gesagt werden kann. Da die Schriften aus dieser Zeit nur noch in Teilen überliefert sind - die einzige erhaltene griechische Übersetzung stammt zudem wahrscheinlich aus dem Jahr 900 nach Christus, die sich auf ein ebenfalls griechisches Dokument aus dem Jahr 400 vor Christus stützt - und keine gesicherten Zeitangaben vorhanden sind, können über den Expeditionszeitraum nur Vermutungen angestellt werden. Man kann mittlerweile sagen, dass diese Expedition nicht nach 470 vor Christus stattfand, vermutet aber auch, dass sie sogar bereits vor 500 vor Christus durchgeführt wurde.

Heutige Kritiken zum Periplus Hannonis

Auf Grund mangelnder Zeugnisse von der Anwesenheit der Karthager südlich der kanarischen Inseln, kam es in der Vergangenheit immer wieder in Wissenschaftskreisen zu der Vermutung, dass der Reisebericht nicht anders zu sehen ist wie Homers Odyssee, welche letztlich nur die Konstruktion einer Reise darstellt. Erst in den letzten Jahren gelang es Archäologen auch in südlicheren Gefilden vereinzelte Nachweise für die Anwesenheit der Karthager zu entdecken, weshalb die Kritiken zu dem Periplus zumindest dahingehend überdacht werden müssen. Da die geographischen Bezeichnungen der Antike teilweise heute nicht mehr - beziehungsweise noch nicht wieder - korrekt nachzuzeichnen sind - dies liegt vor Allem auch an den topographischen Bezeichnungen der damaligen Zeit - geht die Wissenschaft davon aus, dass auch hier in den nächsten Jahren noch einige Erkenntnisse gemacht werden, die belegen, dass es sich bei dem Periplus Hannonis tatsächlich um einen echten Reisebericht handelt, der so von dem Herrscher Hanno dem Seefahrer auch erlebt wurde.