Vor allem durch seine Erfolge bei den Olympischen Spielen wurde Jochen Schümann zum bekanntesten Segler Deutschlands. Seine Siege in Montreal 1976, Seoul 1988 und Atlanta 1996 sowie der Gewinn der Silbermedaille in Sydney im Jahr 2000 brachten ihm große Popularität in der Bevölkerung sowie zahlreiche weitere Ehrungen ein.
Ein Leben für den Segelsport
Schümann wurde 1954 in Ost- Berlin geboren und machte im Alter von zwölf Jahren auf dem Köpenicker Müggelsee seine ersten seglerischen Erfahrungen in einem selbst gebauten Optimisten. Schon sehr früh entschied er sich dafür, den Sport in den Mittelpunkt seines Lebens zu rücken. So besuchte er die Kinder- und Jugendsportschule in Berlin, an der er im Jahr 1974 das Abitur ablegte.
Beeindruckende Erfolge als Sportler
Bei den Wettkämpfen auf internationaler Ebene ließen erste Erfolge nicht lange auf sich warten. Schümann begann seine Karriere in der Ein-Mann-Bootsklasse Finn-Dinghi, in welchem er in Montreal triumphierte und in der er sich zudem 1983 den Europameisterschaftstitel sichern konnte. Bald darauf wechselte er in den größeren Soling, in der er seine größten sportliche Erfolge feiern sollte. Bis 1994 folgten der Olympiasieg in Seoul, 5 Erfolge bei Europameisterschaften sowie der Gewinn der Weltmeisterschaft im Jahr 1992. Auch in der Match Race Soling, in der Schümann ab 1995 vorwiegend aktiv war, ließ er die Konkurrenz häufig hinter sich. Es folgten die olympischen Ehren in Atlanta und Sydney sowie fünf weitere Siege bei Welt- und Europameisterschaften. Als erster deutscher Segler überhaupt gewann Schümann 1996 die Wahl zum Segler des Jahres.
Die 2001 und 2005 in der internationalen 5,5.Meter.Klasse gewonnenen Regatten rundeten seine Titelsammlung bei Weltmeisterschaften ab.
Zweifacher Triumph beim America's Cup
In den folgenden Jahren übernahm Schümann häufig als sportlicher Leiter Verantwortung im Leistungssport und konnte auch in dieser Funktion an frühere Erfolge anknüpfen. Hatte er 1999 noch als Aktiver relativ erfolglos am America`s Cup teilgenommen, gelang ihm 2003 mit der schweizer Yacht "Alinghi" der Sieg bei der bekanntesten Regatta der Welt. 2007 konnte er diesen Erfolg bestätigen: Sein Team sicherte sich vor Valencia den 2.Cupsieg.
Bis heute ist Schümann dem Segeln in vielfältiger Weise verbunden geblieben. Im Sommer 2009 nahm er als Aktiver an Flottenrennen des anspruchsvollen Audi MedCups teil. Im TP-52 Boot des Schweizer Seglers Flavio Marazzi war er dabei prominentes Mitglied der Besatzung, die aus 14 Seglern bestand. Als Skipper und Sportdirektor verantwortete er im November desselben Jahres die Teilnahme des neu gegründeten deutsch-französischen Teams "ALL4One" bei der Louis-Vuitton-Trophy in Nizza. Auch für 2010 sind Teilnahmen an zahlreichen hochkarätigen Regatten des internationalen Segelbetriebes geplant. Mit seiner Initiative "Sailing Team Germany" hat er es sich zudem zur Aufgabe gemacht, den deutschen Segelsport in die Weltspitze zurück zu führen.