Vasco da Gama

Geboren wurde Vasco da Gama, um das Jahr 1469, in der Stadt Sines an der Südwestküste Portugals. Seine Eltern, Estêvão da Gama und Isabel Sodré, waren Teil des portugiesischen Adels. Daher genoss der junge Vasco eine privilegierte Kindheit. Im Jahre 1480 eiferte er seinem Vater nach und trat in den Ritterorden von Santiago ein. Notwendig wurde dies, um später Erträge von den Ordensländereien erwirtschaften zu dürfen. Mit dem Eintritt ging jedoch ein Noviziat einher, das er im Alter von 11 oder 12 Jahren begonnen hat.

Seefahrer und ergebener Diener der Krone

Vasco da Gamas ruhmreiche Zeit als Seefahrer begann 1492, im Jahre der Entdeckung Amerikas durch Columbus. Französische Piraten hatten in dieser Zeit vermehrt portugiesische Handelsschiffe in den Häfen von Setúbal und der Algarve angegriffen. Daher erhielt Vasco da Gama von König Johann II. das Kommando, Vergeltung an französischen Handelsschiffen zu üben. Dies gelang ihm in der Folge außerordentlich erfolgreich, weshalb da Gama zum Kontur zweier Komtureien ernannt wurde.

Die Zeit als Entdecker begann am 9. Juli 1497. Durch hervorragende Beziehungen zum neuen König, Manuel I. von Portugal, gelang es Vasco da Gama als Oberbefehlshaber für eine Schiffsreise nach Indien ausgewählt zu werden. Sein Auftrag erhielt nicht weniger, als die Suche nach einem Seeweg zwischen Portugal und Indien. Bereits 80 Jahre zuvor legte Heinrich der Seefahrer den Grundstein für diese Suche. Nun sollte da Gama die Route vervollständigen und damit für günstigere Handelsbeziehungen sorgen. Bislang prägten hohe Preise die Gewürzimporte aus dem indischen Raum, da findige Zwischenhändler aus dem arabischen Raum für enorme Preisaufschläge sorgten.

Ausgangspunkt der Reise war der Hafen Restelo in Lissabon. Insgesamt bestand die Flotte aus vier Segelschiffen, inklusive dem Flaggschiff Nau São Gabriel. Da Gamas Bruder Paulo befehligte eines dieser Schiffe. Nach dem Auslaufen führte die Route zuerst auf den offenen Atlantik in Richtung Westen. Die Bucht von Sankt-Helena an der Küste Südafrikas erreichte der Schiffsverbund am 04. November 1497. Es folgte die erfolgreiche Umschiffung des Kap der Guten Hoffnung, woraufhin da Gama am 25. November in Mosselbaai ankerte. Anschließend führte die Route nach Mombasa. Dort kam es am 07. April 1498 zu Auseinandersetzungen mit den Arabern, die bei Erfolg der Mission um ihre zukünftigen Handelserträge fürchteten. Daraufhin brach er unverzüglich auf und sicherte sich Hilfe in der ostafrikanischen Stadt Malindi. Dort wurde ihm für die weitere Reise ein erfahrener Navigator zur Seite gestellt. Das Ziel erreichten die Schiffe am 20. Mai 1498 mit der Landung nahe Calicut, dem heutigen Kozhikode, an der indischen Malabarküste. Erstmalig war es damit einem europäischen Schiff gelungen über die afrikanische Seepassage nach Indien zu gelangen. Am 8. Oktober setzte da Gama, mit vollbeladenen Schiffen, die Segel Richtung Heimat. Erneut musste er sich jedoch gegen arabische Angreifer verteidigen. Auf der Rückfahrt geriet die Weiterfahrt kurz vor der Heimat ins Stocken, da Paulo da Gama tödlich erkrankte. Da Gama traf nahezu 2 Monate nach dem ersten Schiff am 9. September 1499 im Hafen von Lissabon ein. Dort wurde ihm ein triumphaler Empfang zuteil. Es wartete alsbald eine reiche Belohnung auf ihn. Zudem wurde er zum Admiral von Indien ernannt und erhielt den Titel Dom.

Die zweite Reise nach Indien

Noch im selben Jahr sollten die portugiesischen Handelsbeziehungen in Indien gefestigt werden. Diesen Auftrag erhielt Pedro Álvares Cabral, der sich mit 1000 Mann auf dem neuen Seeweg nach Indien aufmachte. Sein Auftrag war es eine dauerhafte Handelsstation zu gründen. Kurze Zeit nach der Gründung wurde der Posten überfallen und die verbliebenen Männer getötet. Nachdem die Kunde Portugal erreichte, brach Vasco da Gama erneut nach Indien auf, um Vergeltung einzufordern. Auf dem Reiseweg nach Calicut gründeten die Portugiesen Kolonien im heutigen Mozambique. Als es im Indischen Ozean zu Kampfhandlungen kam, konnte da Gama trotz einer deutlichen Überlegenheit seiner Gegner, den Sieg davon tragen. Er erzwang einen Friedensvertrag und sicherte somit den fortwährenden Handel ab. Im Jahr 1503 kehrte er abermals erfolgreich nach Portugal zurück.

Lebensabend

In den darauffolgenden Jahren fuhr Vasco da Gama nicht zur See. Die Familie war mittlerweile, auf Geheiß des Königs, von Sines nach Évora umgesiedelt. Er wurde vom König mit einer stattlichen Rente für seine vergangenen Dienste entlohnt. 1519 erhielt er zudem den Titel des Grafen von Vidigueira. 1524 folgte dann gar die Ernennung zum Vizekönig von Indien. Kurze Zeit später reiste er zum dritten Mal nach Indien. Er sollte die aufkeimende Korruption der portugiesischen Behörden bekämpfen. Nach seiner Ankunft im Herbst 1524 blieb ihm dafür jedoch nur wenig Zeit. Bereits drei Monate nach seiner Ankunft verstarb er am 24. Dezember 1524 in der indischen Stadt Cochin.