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Navigationsbesteck

Wer ein Karten- oder Navigationsbesteck kaufen möchte, sollte sich nicht unbedingt auf ein Produkt "Made in China" einlassen. Kursdreiecke und Messing- bzw. Stahlzirkel bekommt man zu bezahlbaren Preisen und in guter Qualität aus deutschen Landen. Navigationsbestecke aus Pakistan oder Indien müssen nicht schlechter, können aber auch kaum besser sein. Ausländische Navigationssets müssen importiert werden, was allein schon Umweltverschmutzung bedeutet.



Wozu braucht man ein Navigationsbesteck?

Wenn wir im Geiste eine Seekarte vor uns sehen, dient das Navigationsbesteck dazu, auf ihr Entfernungen zu Landmassen und angestrebte Kursänderungen abzumessen. Im Handel kann man Navigationskoffer erhalten, in denen alle Teile zu finden sind, die man benötigt. Damit kann man einen Kurs ermitteln und in die Karte eintragen. Solche Koffer bestehen meist aus einem Kursdreieck, einem Anlegedreieck, einem Bleistift, einem Radiergummi und einem Anspitzer. Dazu addieren sich ein Präzisionszirkel und eine Zirkelwerkzeugdose. Manche Sets enthalten auch so genannte Schnellverstellzirkel mit Druckbleistiftschenkeln und ein Seemeilenanlegelineal, das Einträge von Positionen oder Koppelorten erleichtern sollen. Verschiedene Ausführungen und Sets sind zu finden - von der ganz einfachen und abgespeckten Lösung bis hin zu Luxuslösungen. Die meisten Segler kaufen sich die benötigten Komponenten aber lieber separat. Mit Marine- oder Einhandzirkeln, einem Anlagedreieck und einem Bleistift sind die aktuellen Kurse und Peilungen kein größeres Problem.

Kartenbestecke in der Geschichte

Seekartenbestecke sind auch unter dem Begriff "nautische Bestecke" bekannt. Man verwendet diese einfachen Instrumente bereits seit Jahrhunderten, beispielsweise auf den Hansekoggen vergangener Tage. Auf allen Schiffen hatte man dasselbe Problem, nämlich Kurse definieren zu müssen, Peilungen in eine Seekarte zu übertragen, Standlinien zu ermitteln oder Distanzen vom Standort zum Zielort auszumessen. Vereinfacht wird die klassische Zusammenstellung aus Kursdreieck, Anlegedreieck und Kartenzirkel oft durch ein weiteres Kursdreieck, das man gegen das andere verschieben kann. Manche Segler benutzen stattdessen ein Parallel-Lineal, das man im anglo-amerikanischen Raum bevorzugt verwendet. Bleistift und Radiergummi erlauben akkurate Eintragungen und eventuell nötige Korrekturen. Heutzutage dürften die Kursbestecke zunehmend an Bedeutung verlieren. Auf größeren Booten und Schiffen ist längst moderne Technologie an die Stelle dieser nautischen Grundausrüstung getreten. Man verwendet heute eher elektronische Seekartensysteme, die mittels entsprechender Softwaretools wie einem Variable Range Marker oder der Electronic Bearing Line Daten erheben. Sicherheitshalber - und weil moderne Elektronik nun einmal anfällig ist - hat man aber auch heute noch Seekarten und Bestecke an Bord. Kein Wunder also, dass der Umgang mit solchen Geräten auch heute noch unterrichtet wird.

Gibt es Qualitätskriterien?

Welche Navigationsbestecke man für den eigenen Bedarf oder die Karten-Navigationsprüfung kauft, ist eigentlich relativ egal. Nicht egal sollte einem die Herkunft solcher Tools sein, wie oben bereits erwähnt. Ob man einen aufwändigen Koffer für sein Navigationsbesteck braucht, sei dahingestellt - aber er verhindert auch, dass Einzelteile verloren gehen. Ein Becher oder eine verschließbare Stoffumhüllung tun es aber auch. Wichtig ist, dass alles sofort zur Hand ist, wenn man es braucht. Abgesehen davon sollte der Zirkel rostfrei sein. Gut ist es, wenn beiliegend eine Gebrauchserklärung beigefügt ist, so dass man auch als blutiger Laie mit dem Besteck üben kann.