RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Seekarten

Wie wichtig Seekarten sind, kann man an Christopher Kolumbus verdeutlichen. Der irrte mit einem kühnen, aber schwammigen Plan auf den Weltmeeren herum, ohne zu wissen, wo er war. Heutzutage kann man dieses Risiko nicht mehr eingehen. Selbst mit Seekarten sind Strandungen keine Seltenheit, wie man an der "Costa Concordia" sehen kann.

Wozu braucht man Seekarten?

Seekarten dienen der Orientierung auf den Wasserstraßen. Sie verzeichnen Landmassen, Leuchttürme und -feuer, Fahrrinnen, Untiefen, Wrackpositionen und Hafeneinfahrten. Sportbooteigner können spezielle Karten für die dänischen Segelgewässer erhalten. Die Seekarten für einen Containerfrachter, der zwischen Shanghai und Hamburg verkehrt, sehen naturgemäß anders aus. Seekarten sind nicht die einzige Orientierungshilfe, die wir nutzen. Seefunk, Radar oder Echolot spielen eine wichtige Rolle. Heutzutage verfügen wir sogar über Seekarten und Seewetterberichte im Internet, die man auch mit einem Smartphone abrufen kann. Bootseigner sind heute flexibel und können tagesaktuelle Daten abrufen. Insbesondere in Küstengewässern können Versandungen entstehen, Wracks oder vermutete Weltkriegsbomben können am Rand von Fahrwässern liegen und ähnliches. Außerdem kann es ufernahe Schutzzonen geben, denen bestimmte Auflagen zugeordnet sind. Badegewässer und Naturschutzgebiete sind in der Regel besonders geschützt.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Der Maßstab der Seekarte, ihr Thema und die Aktualität sind bei Seekarten die wichtigsten Kaufkriterien. Was nützt einem eine Seekarte, die einen neuen Bootshafen nicht berücksichtigt oder einen versandeten als befahrbar anzeigt? Die aktuellste Seekarte zu nutzen, ist ein Sicherheitskriterium - auch, wenn man die Gewässer wie seine Westentasche zu kennen meint. Insbesondere Gewässer mit starkem Tidenhub arbeiten sich in die Landschaft hinein und verändern die Verhältnisse. Schaut man eine alte Seekarte der Nordfriesischen Inseln an und legt eine neue daneben, erkennt man massive Landschaftsabbrüche und Landgewinne. Sie geschehen über Jahrhunderte hinweg, manchmal aber auch relativ schnell. Auch Sandbänke können wandern. Zunehmende Verlandungen von Flussbetten oder gar künstliche Landgewinnung vor einer Küste muss in einer aktuelle Seekarte eingezeichnet sein. Auch der Maßstab der Karte ist wichtig. Ist er zu groß, kann man keine Details erkennen. Man hat zwar Überblick über ein relativ großes Gebiet, aber wichtige Inhalte fehlen. Wer nach Dänemark segeln möchte, benötigt daher meistens eine Ausschnitt-Seekarte über dänische Häfen und eine Karte der gesamten Ostsee, um den Kontext herzustellen. Alle zusätzlichen und tagesaktuellen Informationen kann man auch über Seefunk, GPS-Geräte, Wetterberichte oder ein Smartphone erhalten. Je größer das Boot, desto mehr Technologie wird an Bord sein. Ob Seekartensätze für bestimmte Seegebiete an Bord sind, entscheidet der Eigner. Auf einem "Pirat" kommt man nur mit dem Nötigsten aus.

Werden Seekarten zukünftig abgeschafft?

Diese Frage darf man ganz sicher mit nein beantworten - aber die Seekarte in ihrer herkömmlichen Form wird möglicherweise durch hochaktuelle Satelitenkarten auf speziellen Displays ersetzt. Andere Modelle wie die "Open Sea Map" kann man in beliebige Homepages einbauen. Im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erhält man auch heute noch die amtlichen Seekarten. Unterscheiden muss man also amtliche Seekarten und Seekartensätze, die laufend aktualisiert werden müssen, von Sportbootkarten. Bei diesen ist zu beachten, dass sie je nach Verlag unterschiedlich oft aktualisiert werden. Beim Kauf sollte man fragen, wann die Karte erstellt wurde.