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Ölzeug zum Segeln

Der Begriff Ölzeug meint eine seefeste Bekleidung, die optimalen Wetterschutz gewährt. In den siebziger Jahren kannte man den berühmten "Ostfriesennerz", der sich als gelbes Ölzeug erwies. Fast jeder, der urlaubshalber an die See fuhr, trug solche Jacken. Die Hosen überließ man meist den Seglern. Heute sieht man gelbes Ölzeug nur noch selten an Urlaubern, denn die modernen Funktionsjacken sind leichter und atmungsaktiver. Für den Segler oder Berufsfischer hat das schwere Ölzeug aber noch immer hohe Bedeutung.

Zur Geschichte des Ölzeugs

Die Ölzeug oder Oilskin benannte Wetterbekleidung war besonders in der Seefahrt gefragt, wo man es ständig mit den nassen Elementen zu tun hat. Irgendwer kam auf die Idee, einen robusten Leinenstoff mit Leinöl wetterfester zu machen. Im 19. Jahrhundert verwendete man stattdessen Kautschuk. Den letzten Schritt zum uns bekannten Ölzeug verdanken wir aber Charles Goodyear. Er erfand die Vulkanisation, dank derer man nun absolut wasserdichte Wetterbekleidungen herstellen konnte. Der große Nachteil dieses gummierten Gewebes war aber dessen Gewicht und der Umstand, dass sich leicht Kondenswasser im Gewebeinneren absetzte. Der Begriff "Atmungsaktivität" war damals noch nicht erfunden. In gewissem Sinne widerspricht er auch der Wasserdichte, die hier erwünscht ist. Ölzeug erwies sich auch als problematisch, wenn es um die Resistenz gegen UV-Strahlung, Fette, Teer oder Öl ging. Heute verwendet man nur noch selten echtes Ölzeug. Stattdessen haben sich auch unter Seglern moderne synthetische Stoffe und atmungsaktive Membranen wie Gore-Tex durchgesetzt.

Gibt es Qualitätskriterien?

Üblicherweise wird echtes Ölzeug in unterschiedliche Klassen unterteilt. Leichtes Ölzeug ist absolut wasserdicht, aber wegen der dünneren Schutzschicht etwas atmungsaktiver als schweres Ölzeug, das aus dickeren Materialien angefertigt wird. Auch die Schnitte können unterschiedlich sein. Es gab ursprünglich Hosen, Latzhosen, Jacken und Mäntel sowie Ponchos, die man als Fahrradfahrer tragen konnte. Auch die Fischer hatten weite Umhänge mit Kapuze. Die Kapuze gehörte zur Standardausrüstung aller Jacken. Als alternative Kopfbedeckung wurde der so genannte Südwester berühmt. Es handelte sich um eine Regenhaube, die vorne und hinten einen weichen Schutzschild gegen die Unbilden des Wetters hatte. Die Farbe Gelb, die den Ostfriesennerz berühmt machte, ist bei Ölzeug keineswegs die einzige. Auch Schwarz, Grün oder Blau konnten geliefert werden.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Die Frage, ob man echtes Ölzeug kauft oder lieber die moderne und leichtere Funktionsbekleidung vorzieht, sollte jeder für sich beantworten. In Fachgeschäften für Seglerbedarf oder im Internet kann man sich über die Vorzüge beider informieren. Warum der Begriff "Ölzeug" auch heute noch für moderne Funktionsbekleidung verwendet wird, wissen wir nicht. Es kann aber sein, dass Sie moderne Funktionsbekleidung vorgeführt bekommen, wenn Sie nach Ölzeug fragen oder suchen. Die Qualitätskriterien beider sind unterschiedlich und beide haben gewisse Vorteile. Was Wasserdichte angeht, ist klassisches Ölzeug unschlagbar. Moderne Funktionsbekleidung kann aber mit Atmungsaktivität, geringem Gewicht, einzippbaren Innenjacken und anderen Ausstattungsmerkmalen punkten. Die so genannte Wassersäule definiert, welche Wasserresistenz das Material hat. Man löst die alten Probleme und die Anforderungen an verschiedene Wetterlagen heute mit "inner und outer layers", also einem Prinzip, dem zu Folge man je nach Wetterlage verschiedene Schichten Bekleidung trägt. Die wetterfeste Schicht kann entsprechend dünn sein.