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Jade/Jadebusen

Der Jadebusen ist eine 190 Quadratkilometer große Meeresbucht in Niedersachsen. Der Landschaftsraum zwischen Ostfriesland und der Mündung der Weser in die Nordsee ist durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer geschützt. Den Jadebusen umgibt ein 55 Kilometer langer Deich, welcher begangen oder per Rad befahren werden kann. Seinen Namen verdankt der Jadebusen dem Fluss Jade, welcher bei Oldenburg entspringt und nach etwa 22 Kilometern unweit der Stadt Varel in den Jadebusen mündet.

Der Jadebusen entstand im Mittelalter durch mehrere Sturmfluten, welche zwölf kleine Dörfer unter sich begruben und 20 000 Menschen das Leben kosteten. Als Auslöser gelten die Juliansflut von 1164 und die Clemensflut von 1334. Seine größte Ausdehnung erreichte der Jadebusen im 16. Jahrhundert. Damals wurde auch mit der Eindeichung der ursprünglichen Moorlandschaft begonnen und der Jadebusen bekam seine heutige Form.

Obwohl die Meeresbucht durchaus über eine günstige Lage verfügte, blieb ihre Bedeutung als Hafenplatz lange eher gering und war auf regionale Verbindungen beschränkt. So verkehrten Boote etwa nach Sillenstede oder nach Jever. Auch Bemühungen seitens König Christian V. von Dänemark und des russischen Zaren Peter dem Großen, den Jadebusen als Kriegshafen zu nutzen scheiterten. Mitte des 19. Jahrhunderts führte die preußische Marine Vermessungen durch und stieß nordöstlich der Insel Wangerooge auf das noch heute genützte tiefe Fahrwasser.

Als wichtigste Stadt am Jadebusen gilt Wilhelmshaven. Deutschlands einziger Tiefseehafen ist für Schiffe bis zu 20 Meter Tiefgang zugelassen. Die Stadt bildet den Endpunkt des Ems-Jade-Kanals und besitzt seit der Kaiserzeit Bedeutung als Marinehafen. Den Hafen überspannt die Kaiser-Wilhelm-Brücke, die größte Drehbrücke Europas. Zwischen Jadebusen und Binnenhafen erstreckt sich der Südstrand mit seiner zur Flaniermeile ausgebauten Strandpromenade. Am Helgolandkai werden Rundfahrten durch den Jadebusen angeboten. Auf einem Geestrücken, östlich des Flusses Wapel, welcher in den Jadebusen fließt, erhebt sich das beliebte Feriendomizil Varel. Den Jadebusen überragt der auf einer Sandbank errichtete Leuchtturm Arngast. Er markiert die Stelle, wo die einstige Kirchgemeinde und größte Insel im Jadebusen im Meer versank. Zwischen Mai und Oktober werden geführte Wattwanderungen zum Leuchtturm angeboten.

Ein Naturphänomen stellt das Sehestedter Außendeichsmoor dar. Der direkt am Strand gelegene Rest des einstigen Hochmoores ist einmalig auf der Welt und durch einen Salzwiesenlehrpfad erschlossen. Segeln ist im breiten und tiefen Wasser der Jade problemlos möglich. Es sollte jedoch beachtet werden, dass in Richtung Wilhelmshaven beträchtlicher Schiffverkehr herrscht. Als beliebter Ausgangspunkt bietet sich der Sportboothafen von Varel an, wo man über den Priggenweg des Jadebusens nach Wilhelmshaven und weiter in die Nordsee gelangt.