RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Die Geschichte des Segelns

Welchen Sport üben wir überhaupt aus, wenn wir allsonntaglich in unserem Segelrevier ausfahren? Wovon reden wir überhaupt, wenn wir über das Segeln reden? Wir wissen natürlich wovon wir reden, aber wie hat sich der Sport entwickelt? Wo liegen die Ursprünge des Segelns, welche Menschen der Antike haben sich zuerst die Kraft des Windes zunutzen gemacht und dürfen sich als Erfinder des „weißen Sports“ bezeichnen?

 

Die ersten Aufzeichnungen über Segelboote sind bereits 7000 Jahre alt und stammen somit aus der Zeit der ägyptischen Hochkulturen. Gefunden wurden sie auf einer Totenurne aus Luxor. Man vermutet, dass das Schiff, das offensichtlich mit einem Rahsegel ausgestattet war, für Binnenfahrten im Nilbereich, als auch für Meerquerungen über das Rote Meer und das Mittelmeer genutzt wurden. Ferner geht man davon aus, dass das Rahsegel so auf dem Bootsrumpf konstruiert war, dass es sich schon mit dem Wind mitdrehen konnte, so dass auch leicht seitliche Winde kein Problem für die Segler darstellten.

 

Eine etwas jüngere Darstellung vom Segeln findet sich in Asien. Vor knappen 5000 Jahren wurden in der Region erstmals Mehrrumpfboote genutzt, die wohl auch zur Besiedlung Polynesiens genutzt wurden. Solche Mehrrumpfboote sind die Vorgänger der heute gängigen Katamarane, die sowohl im Regatta- als auch im Freizeitbereich weit verbreitet sind und teilweise zu einem aktuellen Speedtrend im Segelsport führen.

 

Auch die großen Handelsnationen der Antike, wie die Phönizier und Griechen, entdeckten die Windkraft der Segelboote für sich. Erste Zeichnungen dieser Boote können in diversen Asterixbänden gefunden werden. Sie entwickelten Transportschiffe, die sich durch einen großen Rumpf auszeichneten, und die bekannten Galeeren, die sowohl mit einem Rahsegel, als auch durch Ruderkraft bewegt werden konnten. Insbesondere bei Windstille und Seeschlachten ein enormer Vorteil und eine glückliche Weiterentwicklung.

 

Auch die Römer setzten auf den kombinierten Antrieb aus Segeln und Rudern. Allerdings entwickelten sie für ihre Segelboote den Bugspriet, die „Nase am Bug eines Schiffes“, mit deren Hilfe der Fockmast abgestützt werden kann.

 

Langschiffe, also Schiffe, die in ihren Relationen viel länger als breiter sind, wurden von den Angelsachsen entwickelt. Mit diesen Schiffen setzten die beiden Völker nach Großbritannien über und legten mit dieser Schiffsart die Grundlage für die berüchtigten Wikingerraubzüge im 6. und 8. Jahrhundert nach Christus, da die Wikinger diese Bootstypen so weiterentwickelten, dass Segelgeschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten mit den Segelbooten erreicht werden konnten.

 

Kurze Zeit später entwickelten die Hansekaufleute ihre berühmten Handelskoggen, ehe im Mittelalter die ersten mehrmastigen Segelschiffe in den Segelrevieren der Welt gesichtet wurden.

 

Im 17. Jahrhundert wurden Segelschiffe erstmalig für den Linienverkehr eingesetzt. Dies wurde dadurch möglich, als dass sich die unterschiedlichen Segelbootarten immer weiter ausdifferenzierten und sich jeweils für eine Sache spezialisierten. Fregatten wurden beispielsweise als Kriegsschiffe genutzt, die sogenannten Klipper hingegen als Handelsschiffe.

 

Zu dieser Zeit wurde auch der erste Yachtclub in Cork (Irland) gegründet. Das Segeln hat also im 17. Jahrhundert die Sportweihung erhalten – natürlich erstmal nur in den gehobenen Kreisen um König und Hof. So kam es auch, dass die erste Regatta weltweit 1749 vom Prince of Wales gestartet wurde. Der Siegeszug des Segelns als Sport erlebte einen weiteren Höhepunkt, als Segeln im Jahr 1900 zum ersten Mal eine olympische Disziplin wurde.