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Welchen Bootsführerschein brauche ich überhaupt?

In diesem Artikel möchte ich mich mit der Frage auseinandersetzen, welchen Bootsführerschein ich überhaupt brauche. Es gibt eine Vielzahl amtlicher Führerscheine für Sportboote, sowohl unter Segel, als auch unter Motor und nicht jedem ist klar, welcher Schein zur Führung welcher Boote berechtigt.

Boote ohne Bootsführerschein fahren

In Deutschland gilt die gesetzliche Regelung, dass man für Boote mit weniger als 5 PS (3,68 kW) keinen Sportbootführerschein benötigt. Das heißt wenn ich ein kleines Ruderboot habe und dieses mit einem Außenborder ausstatte, der weniger als 5 PS Leistung hat, benötige ich überhaupt keinen Schein.

Das gilt sowohl für Binnengewässer, als auch für See- und Küstengewässer. Allerdings trifft diese Regelung nicht für Gewässer in Berlin zu. Hier benötigt man generell den Sportbootführerschein Binnen.


Für Binnengewässer

Den Schein für Binnengewässer gibt es in zwei Varianten, einmal für Segler und für Motorboote. Der Erwerb des Bootsführerscheins berechtigt jeweils zum Führen von Sportbooten auf Binnengewässern.

In Deutschland, Holland und in den meisten europäischen Staaten ist dieser Schein verpflichtend und hat natürlich auch international Gültigkeit. Ich kann jedem Segler empfehlen auch die Motorboot-Variante in Betracht zu ziehen, weil die größeren Segelboote allesamt über einen Motor verfügen und er gerade im Hafen unerlässlich ist.

3-Meilen-Zone in den Küstengewässern

Innerhalb der 3-Seemeilen-Zone, also den Küstengewässern in unmittelbarer Nähe zur Küstenline, ist der Sportbootführerschein See nötig. Hier werden wichtige Kenntnisse für Seegewässer vermittelt und man ist nach erfolgreichem Abschluss befähigt, Boote auch mit mehr als 5 PS, zu führen. Entfernt man sich weiter von der Küste ist in Deutschland ohnehin kein Bootsführerschein mehr erforderlich.

Besitzt man ein eigenes Boot, reichen die Führerscheine Binnen und See also völlig. Allerdings muss man berücksichtigen, dass es im Versicherungsfall sinnvoll ist, darüber hinaus über weitere Qualifikationen zu verfügen.

Welche Bootsführerscheine benötige ich zum Chartern eines Bootes?

Zum Abschluss eines Chartervertrages für Yachten, die in Seegewässern verkehren, ist in der Regel der SKS (Sportküstenschifferschein) nötig. Die Vercharterer verlangen den Sportküstenschifferschein als Grundqualifikation. Außerdem muss der Skipper zumindest über den Funkschein SRC verfügen, sofern sich an Bord ein Funkgerät befindet. Ebenso ist ein Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel verpflichtend, wenn pyrotechnische Signalmittel gekauft werden möchten.

Alle Scheine, die darüber hinausgehen, stellen zwar eine zusätzliche Qualifikation, sind jedoch nicht unbedingt notwendig. Abschließend möchte ich unbedingt noch sagen, dass alle Bootsführerscheine der Welt überhaupt nichts bringen, wenn sie nicht mit wachsender Praxiserfahrung einhergehen. Also mein Tipp: Segeln, Segeln, Segeln!