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Akustische Signale

In der Schifffahrt gibt es eine ganz Reihe feststehender akustischer Signale. Sie werden überwiegend in der Berufsschifffahrt genutzt, aber auch Sportsegler sollten deren Bedeutung kennen. Es sind Tonfolgen von langen und kurzen Tönen mit unterschiedlichen Bedeutungen, die man bei verminderter Sicht abgibt. 

Ein kurzer Ton bedeutet zum Beispiel eine Kursänderung nach Steuerbord, kurz kurz steht für eine Kursänderung nach Backbord und drei hintereinander folgende kurze Töne kündigen Rückwärtsfahrt an.

Bevor es nun aber wirklich ans Eingemachte geht, möchten wir Ihnen, genau wie bei den Beispielen für die Positionslichter, erst einmal das Grundprinzip vorstellen, das Sie durch diese Rubrik begleiten wird.  

Kurze Töne sind in unseren Beispielen durch schwarze Punkte symbolisiert, lange Töne hingegen durch schwarze Balken. Beim Segeln reicht es allerdings offiziell leider nicht aus erkennen zu können, ob ein Schallsignal lang oder kurz ist. Nein, man muss die Länge von dem Schallsignal auch definieren können. Klingt komplizierter als es ist, also keine Bange: Ein kurzer Ton soll, und diese Definition reicht schon aus, etwa 1 Sekunde lang sein, ein langer Ton zwischen 4 und 6 Sekunden. Klicken Sie, wie bei nahezu jedem Bild auf unserer Seite, auf das Bild und Sie sehen die Großversion. Wir haben die Erfahrung gemacht haben, dass man Sich die doch recht ähnlichen Schallsignale besser merken kann, wenn man sich einen Satz dazu einprägt, dessen Silbenlängen den Signallängen entsprechen. Klicken Sie also bitte auf die Bilder und Sie sehen das Schallsignal und einen entsprechenden Merksatz! Schmettern Sie diese Sätze also ruhig vor sich hin, und Sie werden merken, dass Schallsignale kein Problem mehr für Sie sind. Nun also viel Spaß bei dem Thema "Akustische Signale beim Segeln"! 

Nach diesem kurzen Zwischenspiel bleiben wir zunächst aber bei den Schallsignalen, die ausschließlich mittels kurzer Töne gegeben werden. Nachdem wir die Bedeutung von "kurz", "kurz, kurz", und "drei mal kurz" kennen, kommt nun die Erklärung zu dem akustischen Signal, dass sich aus vier kurzen Tönen zusammensetzt. Es bedeutet, dass ein für die Schifffahrt relevantes Bauwerk (wie Brücke, Schleuse und Sperrwerk) vorübergehend nicht aufgemacht werden kann. Man muss so lange warten, bis die Fahrt freigegeben wird.

Mit diesem Schallsignal wird beim Segeln ein ausweichpflichtiges Schiff auf die Ausweichpflicht hingewiesen. Es wird umgangssprachlich auch "Weckruf" genannt, da der Skipper des ausweichpflichtigen Schiffes wahrscheinlich vor sich hinträumt,... :-)
Hat der Weckruf keinen Erfolg, und könnte ein alleiniges Ausweichen des Ausweichpflichtigen dementsprechend keine Havarie mehr verhindern, muss das Schiff, das eigentlich Vorfahrt hat, ein Ausweichmanöver fahren. Dieses Manöver nennt man das "Manöver des letzten Augenblicks".

Ein langer Ton, der mindestens im Abstand von 2 Minuten abgegeben wird, wird von Maschinenfahrzeugen abgegeben, die in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser sind...

...gibt ein Schiff zwei lange Töne ab, dann signalisiert es damit, dass es in Fahrt OHNE Fahrt durchs Wasser ist! Die Motoren laufen also nicht bei diesem Schiff.

Sehen Sie sich bitte unsere Zeichnung etwas genauer an und lassen Sie ihrer Phantasie etwas Zügelfreiheit. Das akustische Signal, das anzeigt, dass eine Seeschifffahrtsstraße gesperrt ist, besteht aus 2 Einheiten von jeweils 3 langen Tönen, die kurz hintereinander abgegeben werden. Wenn Sie nun unsere Darstellung des Schallsignals betrachten, dann merken Sie, dass diese einer Zeichnung von einer Mauer aus Ziegelsteinen ähnelt. Eine Mauer ist eine Sperre, die Seeschifffahrtsstraße ist also gesperrt.

 

Nun kommen wir zu den Schallsequenzen, in denen lange und kurze Töne miteinander verkoppelt sind. Auch hierfür haben wir uns für Sie Merksätze und Eselsbrücken ausgedacht, deren Silbenlänge den Längen der einzelnen Schallsignale entsprechen.

Schauen Sie sich bitte einmal kurz unsere Zeichnung an und tippen Sie aufgrund der Eselsbrücke,  in welcher Situation man so ein Schallsignal hört :-) Wir vermuten, dass Sie entweder voll und ganz richtig liegen, oder zumindest ziemlich nah dran sind. Hierbei handelt es sich um ein Signal, das von Schiffen des öffentlichen Dienstes, wie es so schön im Fachjargon heißt, abgegeben wird, und Sie zum Anhalten auffordert. Das Schallsignal kurz-lang-kurz-kurz ist also bedeutungsgleich mit dem Flaggenzeichen "Lima".

Das Signal, das Ankerlieger verwenden dürfen, um bei schlechter Sicht andere Schiffe auf die eigene Position hinzuweisen wenn diese sich gefährlich nähern, ist dem Schallsignal sehr ähnlich, dass zum Anhalten auffordert. Zumindest auf den ersten Blick, denn mit Hilfe der Eselsbrücke "Ich raaaaaaaste hier!" werden Sie keinerlei Probleme haben, einen Ankerlieger zu erkennen. Warum ankert ein Boot? Klar, die Mannschaft an Bord macht eine Pause und rastet. Dieser Merksatz kann Ihnen in der Praxis hilfreich sein, wenn Sie das Signal kurz-lang-kurz hören. Bei der Prüfung zum Sportbootführerschein-See werden Ihnen die Schallsignale allerdings nicht vorgespielt. Sie sind im Fragebogen abgedruckt. Wenn Sie sich nun einmal die Positionslichtersetzung eines Ankerliegers über 100m auf dieser Seite anschauen, dann können Sie, mit etwas Phantasie, Parallelen zum gedruckten Schallsignal erkennen: In der Mitte der Schiffskörper, links und rechts daneben die Positionslichter.

Nun ist es an der Zeit, Ihnen weitere Mittel der akustischen Signalabgabe vorzustellen. Diese Signalformen werden von Ankerliegern genutzt. Wie auch bei den Positionslichtern haben Ankerlieger ab einer bestimmten Länge (100m) unterschiedliche Signale abzugeben. Diese Schallsignale, die von Ankerliegern abgegeben werden, werden mit Hilfe einer Glocke und eines Gongs erzeugt.

Je kleiner das Segelboot, desto weniger aufwendig die Signalgebung. Diesen einfachen Merksatz sollte Sie sich unbedingt einprägen und vor Augen halten beim Segeln. Dies ist natürlich auch bei akustischen Signalen in der Schifffahrt der Fall die ein Ankerlieger abgeben soll. Bei diesem Beispiel hören wir circa minütlich einen 5 Sekunden anhaltendes rasches Glockenläuten. Ein Signal, das Schiff ist klein. In diesem Fall ist es ein Boot unter 100m Länge das ankert.

Gewiss denken Sie sich bereits, was das zusätzliche, 5 Sekunden anhaltende, Gong läuten direkt im Anschluss an das Glockenläuten bedeutet. Zwei Signale, die auf ein ankerndes Boot hinweisen. Na, ganz klar: Die Schiffsgröße liegt jenseits unserer 100m-Grenze, die uns schon das ein oder Andere mal in der Segeltheorie aufgefallen ist :-)

Diese eben beschriebene Faustregel, dass die Aufwendigkeit der Schallsignale von der Schiffsgröße abhängt, hat auch ihre Gültigkeit, wenn ein kleines Boot (das kürzer als 12m ist) nicht das nötige Equipment an Bord hat, um die entsprechenden Schallsignale abgeben zu können. Ein Boot in Fahrt, das kürzer als 12m ist und keine Schallsignale geben kann, muss irgendein anderes, deutlich vernehmbares Schallsignal bei verminderter Sicht abgebe, das nicht mit den anderen verwechselt werden kann.

Nun bleibt noch zu klären, wie man sich verhält, wenn man ein Schallsignal bei verminderter Sicht hört. Zu allererst ist es wichtig, dass man erkennt, was mit dem vernommenen Signal ausgesagt werden soll. Dazu ist es vonnöten, die hier aufgelisteten Signalkombinationen entweder mit Hilfe der Eselsbrücken zu verinnerlichen (was anhand der Merkhilfen ziemlich einfach ist, glauben Sie uns;-)) oder zumindest griffbereit als Nachschlagewerk im Cockpit zu haben. Drucken Sie unsere Seite und unsere Zeichnungen der Schallsignale also ruhig aus, wenn Sie wollen. Allerdings gibt es etwas, dass Sie bei jedem vernommenen Schallsignal so oder so tun sollten. Denken Sie daran, dass Schallsignale meistens bei unsichtigem Wetter gegeben werden, und dass ein anderes Schiff im Selben Segelrevier in Ihrer unmittelbaren Nähe ist. Sie sollten sich also ebenfalls durch ein Schallsignal zu erkennen geben, und ihre Fahrt verlangsamen oder gegebenenfalls komplett einstellen. Nicht, dass es zu einem Zusammenstoß kommt, wenn der andere Kahn plötzlich aus dem Nebel auf Kollisionskurs auftaucht. Um dies zu verhindern sollten auch alle Teilnehmer und Zuhörer solcher "Schallkommunikationen" äußerst vorsichtig manövrieren!

Noch sind es leider nicht alle akustischen Signale die wir hier behandelt haben, doch seien Sie versichert: Wir arbeiten dran! :-)