Anpassen der Geschwindigkeit

Bei der Prüfung zum Bootsführerschein wird unter Anderem auch nach den Begebenheiten gefragt, in denen Sie als verantwortungsbewusster Segler mit ihrer Geschwindigkeit aufpassen müssen. Es wird also nach den verschiedensten Bedingungen gefragt, in denen Sie langsamer fahren müssen. Die meisten dieser Bedingungen erklären sich mal wieder von selbst. Trotz allem muss man sie einmal gesehen und sich angelesen haben, um zu wissen, auf welche Spitzfindigkeiten es in der Prüfung zum Segelschein Sportbootführerschein- See ankommt.

So ist es in ihren Augen wahrscheinlich nicht erwähnenswert, sondern selbstverständlich, dass bei Gegenverkehr und bei der Begegnung mit anderen Schiffen in einem engen Gewässer oder einer engen Fahrwasserrille, die Geschwindigkeit gedrosselt werden muss. Es muss langsam und mit Vorsicht gefahren werden!! Natürlich, das würde jeder zweifelsfrei sowieso machen. In der Prüfung müssen Sie dies jedoch explizit aufschreiben! Selbstverständlichkeiten gibt es leider nicht, die in der Prüfung als "korrekt" anerkannt werden können :-) Merken Sie es sich also. Lieber ein Wort zu viel, als eins zu wenig.

Des Weiteren soll so gefahren werden, dass Heckwellen und Sogbildung vermieden wird. Eine vorsichtige Fahrweise, die dies zur Folge hat, ist natürlich, nicht ausschließlich sondern insbesondere dann wichtig, sobald am Ufer Boote festgemacht haben. Versetzen Sie sich einmal in die Lage: Ihr Kind spielt noch an Bord ihrer Segeljolle, die Sie am Ufer festgemacht haben. Der neureiche Yuppie, der sein nagelneues Motorboot aus dem sechsstelligen Preisbereich präsentieren will knallt mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch das Fahrwasser – was passiert wohl, wenn die Heckwellen ihre bespielte Jolle erreichen? Zumindest anstandshalber sollten Sie ihrem Kind ins Wasser hinterherspringen um es vom Schrecken zu trösten! Schlimmeres wird nicht passieren, da ihr Kind ja selbstverständlich noch im Rahmen der natürlichen Sorge und der seemännischen Sorgfaltspflicht die Rettungsweste trägt! :-) Oder sitzen Sie in ihrer Bilge beim Sonntagsnachmittagskaffee und ihre anspruchsvolle Schwiegermutter balanciert gerade in dem Augenblick das gelierte, in Sahne ertränkte Stück Erdbeertorte zum Mund, als die PS- Präsentation des Yuppies vorbeirauscht... . Hups!

Auch bei einem niedrigen Wasserstand müssen Sie die Geschwindigkeit drosseln. Dies kommt daher, da ein Boot bei geringer Wassertiefe schwerer zu steuern ist als bei höherer Wassertiefe. Außerdem verringern Sie so die Gefahr einer Grundberührung. Sie fragen sich wieso? Schauen Sie einmal einem schnell fahrenden Motorboot aufs Heck: Es wird sich aufgrund des Widerstandes beim schnellen Fahren ins Wasser reindrücken!

Last but not least, muss die Geschwindigkeit angepasst werden, sobald der Seegang es erfordert! Das Trumpfwort, das nicht überboten werden kann, heißt in diesem Fall nämlich "Seeschlag"!! Es tut schon beim zusehen weh, wenn der Yuppie in voller Fahrt gegen eine Welle knallt. Und der sechsstellige Preis wird durch die Reparatur noch schwindelerregender. Oder natürlich der Yuppie schaut kurz auf unserem Segelportal unter "Wartung und Reparatur" nach, wie er den Schaden selbst wieder rausbügeln kann ;-)