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Ankern und Anlegen

Eines der wichtigsten Manöver, nach dem bei der Prüfung zum Bootsführerschein SBF- See gefragt wird, ist das Anlegemanöver. Dieses Manöver ist sowohl Bestandteil der praktischen, als auch der theoretischen Prüfung. Das Manöver ist zuerst nicht ganz einfach. Insbesondere in der praktischen Prüfung ist man noch nervös, da man im Regelfall erst ein einziges Mal vorher im Praxislehrgang ein Boot selbstständig gesteuert hat. Wann ist ein guter Moment die Fahrt zu Drosseln? Wann muss ich die Maschinen komplett stoppen und wann muss ich gar den Rückwärtsgang nutzen? Dies sind alles Fingerfertigkeiten, die Ihnen in einer guten und fundierten Praxisausbildung, die viele Segelschulen anbieten, so beigebracht werden, dass Sie in der Prüfung bestanden werden. Im Regelfall ist das Lehrgangsboot auf das Boot, auf dem die Prüfung stattfinden wird. Fragen Sie Ihren Praxislehrer also nach markanten Landmarken und Marken am Boot, die bei einem gelungenen Anlegemanöver unter Umständen in Deckpeilung gebracht werden können. Natürlich unterliegt jedes dieser Manöver nautischen Begebenheiten. Die Wassertiefe, die Windstärke, der Seegang und die Strömungsgeschwindigkeit sind beispielsweise Faktoren, die jedes Manöver anders verlaufen lassen.

Die Theorie des Anlegens

Der theoretische Teil dieser Manöver ist hingegen einfach zu lernen. Bei guter Kenntnis des theoretischen Teils ist das praktische Bestehen des Bootsführerscheins schon so gut wie sicher. Wichtig ist bei dem Anlegemanöver, dass  die Kaimauer an der angelegt werden soll in einem spitzen Winkel angelaufen wird. So können Sie das Boot langsam aber sicher an die Kaimauer drücken, und mit dem Einlegen des Rückwärtsganges den Sog der Schiffsschraube nutzen, der das Heck an die Kaimauer zieht. Des Weiteren soll nach Möglichkeit gegen die herrschende Wind- und Stromrichtung angelegt werden. Dies ist nachvollziehbar, da sich das Boot so besser manövrieren lässt. Notfalls kann man einfacher die Fahrt rausnehmen wenn man gegen Strom und Wind anfährt, da einem diese Faktoren so beim aufstoppen dienlich sind. Legt man mit Strom und Wind an bekommt man zusätzlichen Schwung, der die Manövrierbarkeit einschränkt.

Des Weiteren haben Sie es schon in unserem Dossier über die Gezeiten gelesen, dass es noch mehrere Faktoren gibt, die beim Anlegen berücksichtig werden müssen. Liegt das Fahrzeug sicher und fest? Oder besteht die Möglichkeit, dass es durch Wind- und Strombegebenheiten losgerissen wird? Wie groß ist der Tidenhub und ist die Festmachleine lang genug, um ihn auszugleichen, oder hänge ich mein Boot auf wenn die Ebbe eintritt?

Denken Sie nach dem Anlegen einmal daran, wie lange Ihr Boot verlassen sein wird: Bleibt es länger liegen, ohne dass Sie nach dem Rechten sehen, denken Sie daran, dass Sie das Bordnetz ausschalten (Hauptschalter) und alle Seeventile schließen!!

Die Theorie des Ankerns

Viele werden sich denken, dass man Ankern nur können muss, wenn man auf längere Törns geht, in denen es nicht möglich ist, den nächsten Hafen innerhalb eines Tages zu erreichen. Im Regefall stimmt dies auch. Doch ist es einfach schön, es zu können wenn man will. Ihre Frau hat eine super Torte mit auf den Segelausflug gebracht und sie haben die idyllischste Bucht des Segelrevieres gefunden. Na los, Anker raus und reinhauen!

Doch abgsehen davon wird nach Ankermanövern auch in der Prüfung zu den Bootsführerscheinen und Segelscheinen gefragt. Deshalb werden wir Ihnen in diesem Dossier auch die theoretischen Aspekte des Ankerns nahbringen. Wichtigster Punkt beim Ankern ist, dass der Anker hält. Er darf sich nicht losreißen, so dass das Boot unbemerkt abtreibt! Um dies sicherzustellen gibt es das Prinzip der Ankerpeilung. Ankerpeilung ist im Wesentlichen das Selbe wie die normale Peilung. Man peilt zwei Landmarken an und schreibt sich die jeweiligen Peilungen auf! Dies verhindert, dass man die Peilwerte vergisst. Nun peilt man einige Zeit später erneut die selben Landmarken an. Stimmen die Peilwerte der beiden Peilungen überein, hält der Anker. Wenn nicht, nicht! Neben der Ankerpeilung gibt es noch eine weitere Möglichkeit zu checken, ob der Anker hält. Wenn der Anker ausgworfen ist und man vermutet, dass er hält, legt man die Handfläche auf die Ankerkette /-leine. Ruckt und zuckt diese noch und spürt man Schläge, hält sie nicht. Ist sie ruhig, hält sie.

Auch die Länge der Ankerkette bzw. der Ankerleine ist zu beachten. Eine Ankerkette muss mindestens drei mal so tief wie die Wassertiefe sein, eine Ankerleine mindestens fünf mal so tief. Sie wissen nicht wie tief das Wasser ist? Nutzen Sie ihr Lot und schauen Sie in die Seekarte!

Und nach dem Ankern?

Haben Sie sich nach einem entspannten Aufenthalt vor Anker (oder am Liegeplatz) dazu entschieden ihren Törn durch das Segelrevier fortzusetzen, dann haben Sie auch beim Verlassen des Ankerplatzes (bzw. des Liegeplatzes) darauf zu achten, dass die etwaigen Vorfahrtsrechte der übrigen Boote nicht missachtet wird. Denken Sie an Ihre Ausweichpflicht!