RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Kurse beim Segeln

Um sich die Kurse, die man beim segeln fahren kann, gut vorstellen zu können, würden wir Ihnen vorschlagen, sich für die erste Verdeutlichung wieder einmal eine Kompassrose vorzustellen, die, wie immer, einen Umfang von 360° hat. Die Seite aus der der Wind kommt liegt bei 000°. Die Seite in die der Wind geht ist dementsprechend 180°. Eine Abbildung einer Kompassrose finden Sie im Artikel "Die Seemeile".

Wenn Sie sich die Illustration der unterschiedlichen Kurse anschauen, die am Seitenende steht, können Sie sich sowohl die erklärenden Texte durch die bildliche Darstellung ergänzen, als auch einen Wegweiser dieses Dossiers zurechtlegen. Wir fangen mit dem Kurs IM WIND an und gehen, entgegen dem Uhrzeigersinn, bishin zum VORWINDKURS.

IM WIND

Der Kurs, der 000° zur Windrichtung liegt, heißt "im Wind". Das Schiff steuert also direkt in die Richtung, aus der der Wind kommt. Man kann beim Segeln zwar auch gegen den Wind fahren, jedoch geht dieses nicht direkt. Ein kleiner Winkel muss schon vorhanden sein, doch dazu gleich mehr, wenn wir über die übrigen Kurse schreiben. Fahrt kann das Boot also bei diesem Kurs nicht machen, ganz im Gegenteil, wenn man das Boot in den Wind dreht kann man die Geschwindigkeit senken, so dass das Boot letztendlich zum stehen kommt und langsam anfängt rückwärts zu treiben. Das Prinzip des Aufschießers funktioniert mit der Hilfe dieses Kurses.

HOCH AM WIND

In einem Winkel von etwa 045° zum Wind kann das Boot gerade noch fahrt machen, so dass man, mit einigem hin- und herkreuzen, auch noch in die Richtung segeln kann, aus der der Wind kommt. Alles andere wäre ja auch schrecklich, da Segeln ja ansonsten ein Sport wäre, der ausschließlich in eine Richtung gehen würde :-) Die Segel müssen so weit wie möglich dicht geholt werden, um dem Wind möglichst viel Angriffsfläche zu bieten.
Nebenbei bedeutet das Wort "gegen den Wind kreuzen" in diesem Fall das Fahren von Wenden, so dass man von seinem Zielpunkt nicht all zu sehr abgetrieben wird und trotzdem fahrt zu dem Ufer o.Ä. macht, zu dem man hinsegeln will.

AM WIND

Segelt man zwischen 060° und 070° zur Windrichtung heißt der gefahrene Kurs "Am Wind". Die Segel müssen nicht mehr so arg dichtgeholt sein wie bei dem Kurs "Hoch am Wind", trotzdem muss der Wind noch greifen können. Sie werden merken, dass das ganze dichtholen und fieren der Segel ganz einfach in der Praxis ist. Man entwickelt sehr schnell ein Gefühl dafür, wie stark die Segel rangeholt oder gefiert werden müssen.

HALBER WIND

Der Name sagt es schon ziemlich genau aus: Wir befinden uns quasi auf halber Strecke der für die Kurse benötigten Winkelangaben. Bei einem Kurs von 090° fährt man auf "halbem Wind". Dieser Kurs verspricht im Regelfall, je nach Schiff abhängig, eine schnelle Fahrt. Das Schiff muss nicht gegen den Wind fahren und kreuzen, was per Definition schon nicht schnell gehen kann, und es hat auch keinen Windwiderstand vom voll gefierten Segel wie bei dem Kurs "Vor dem Wind", der die Geschwindigkeit beeinträchtigt. Wollen Sie also ihren Spaß in der Geschwindigkeit suchen, dann versuchen Sie den Kurs "halber Wind".

RAUMSCHOTS

Der klare Vorteil dieses Kurses, der bei knapp 135° zur Windrichtung liegt, ist, dass das Boot sehr ruhig über das Gewässer fährt. Es gibt nahezu keine Krängung (Neigung des Schiffes) und keine Spannungen.

VOR DEM WIND

Kommen wir nun zu dem letzten Kurs. Er hat einen Winkel von 180° zur Windrichtung, man fährt somit direkt mit dem Wind mit in dieselbe Richtung. Das Segel ist nahezu vollkommen gefiert und steht somit in einem fast rechten Winkel zum Schiff. Somit ist es ganz egal, ob es auf der Backbordseite oder der Steuerbordseite liegt, es wird bei beiden Seiten gleichgut funktionieren. Dieses voll "ausgebreitete" Segel bietet jedoch auch eine große Widerstandsfläche durch den Fahrtwind, der die Geschwindigkeit bei diesem Kurs etwas drosselt. Es ist also nicht der schnellste Kurs. Acht geben muss man, dass einem bei diesem Kurs nicht durch einen Steuerfehler das Segel plötzlich über den Bug zur anderen Schiffsseite schlägt. Diese "Patenthalse" ist schon dem ein oder anderen Segler zum Verhängnis geworden. Obacht also! :-)