RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Koppelnavigation beim Segeln

Dieses Gebiet der Navigation ist schon in den höheren Sphären nautischen Könnens einzuordnen, und findet seine Relevanz eher bei der Ausübung des Segelns in der 12- Seemeilenzone, wofür der Segelschein Sportküstenschifferschein (SKS)  empfohlen ist, oder beim Blauwassersegeln wofür der Sportseeschifferschein (SSS) oder der Sporthochseeschifferschein (SHS) empfohlen ist.

Koppelnavigation bedeutet nämlich, dass man seine Position auf der Seekarte einzig und alleine durch Errechnen und Einzeichnen der Kompass- und Lotwerte in einer bestimmten Zeitspanne ermittelt. Ausgehend von Punkt A fährt man also beispielsweise in Richtung 335° bei einer Geschwindigkeit von 9 Knoten. Nach einer Viertelstunde weiß man also, dass man knappe 2.2 Seemeilen Nord-Nord-Westlich des Punktes A liegt. Dieser neue Ort wird dann als Ort B bezeichnet. Von Ort B fahre segeln wir nun mit einer Geschwindigkeit von 5 Knoten in Richtung 245°. Nach einer halben Stunde errechnen wir, dass wir 2,5 Seemeilen Süd-Westlich von Punkt B liegen. Dieser Punkt wird als Punkt C bezeichnet. Die Teilstrecken von A nach B, sowie von B nach C werden also, wie Eisenbahnwaggons, "aneinandergekoppelt". Rechnet man nun die Versetzung von allen segelrelevanten Einflüssen mit ein (Windversetzung, Stromversetzung, Kursbeschickung) (und erst dann!) bezeichnet man die jeweiligen Orte B und C als "Koppelorte".

Dieses Thematik ist für das Segeln und Bootfahren in Küstengewässern und küstennahen Segelrevieren allerdings relativ unerheblich und hat nur einen theoretischen Einflussbereich. Der Bootsführerschein Sportbootführerschein- See(SBF-See) ist ja auf das Bootfahren und Segeln in der 3-Seemeilenzone abgestimmt, in der es nahezu immer möglich ist, sich bei der Navigation an vorhandenen Landmarken und Seezeichen zu orientieren, mit deren Hilfe man seine Schiffsposition in der Seekarte bestimmen kann.