RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

RECHTWEISEND NORD, MISSWEISEND NORD UND MAGNETKOMPASS NORD

In diesem Artikel wagen wir uns nun an ein ziemlich kompliziertes Gebiet des Segelns heran. Die hier beschriebenen Spitzfindigkeiten, die einem die Navigation beim Segeln zu bieten hat, finden wir nicht im Alltagsleben, was es uns erschwert in dieses relativ komplexe Gebiet einzutauchen. Trotz allem ist dieses Thema von eminenter Wichtigkeit, wenn es darum geht seinen Kurs und seinen Standort zu bestimmen. Sie sehen also, dass insbesondere die Gebiete der Peilung und Kreuzpeilung, sowie das berechnen eines geplanten Kurses von diesem Gebiet stark abhängig sind. Lesen Sie diesen Artikel ruhig ein paar Mal durch, wir geben uns Mühe ihn so bildlich und einfach wie möglich darzulegen.

Die Hauptproblematik ist, um eine lange Geschichte kurz zu machen, dass wir beim Segeln insgesamt drei Nordrichtungen kennen, die es zu berücksichtigen gilt und die es in einen Kurs oder in einen Standort zu verschmelzen gilt. Dies geht nur durch eine einfache Rechenaufgabe, die wir im Artikel Beschickung beschreiben.

RECHTWEISEND NORD

Kommen wir nun also zur ersten Nordrichtung. Sie heißt rechtweisend Nord und orientiert sich am geographischen Nordpol. Stellen Sie sich nun einen Atlas vor, in dem Sie eine Weltkarte aufgeschlagen haben. Ganz oben in der Mitte ist der geographische Nordpol. Blättern Sie ein paar Seiten weiter und sehen sich nun eine Deutschlandkarte an. Dänemark, wieder ganz oben in der Mitte, liegt rechtweisend Nord von uns. Der geographische Nordpol ist eine Fixstelle. Er ist immer am selben Ort. Lesen Sie hierzu vielleicht zusätzlich unseren Artikel "Koordinatensystem".

MISSWEISEND NORD

Nun hat es Mutter Natur uns Seglern leider nicht einfach gemacht. Sie wissen, dass die Erde in etwa in Nord-Süd-Richtung von einem Magnetfeld umzogen wird, mit dessen Hilfe ein Kompass arbeiten kann. Der Ursprung dieses Magnetfeldes ist der magnetische Nordpol. Sein Standort wandert kontinuierlich, er ist also nicht an der selben Stelle zu finden wie der geographische Nordpol. Ein Kompass zeigt also nicht in den geographischen Norden, sondern in den magnetischen. Dies bezeichnen wir als "er zeigt nach missweisend Nord". Diese Winkeldifferenz zwischen rechtweisend Nord und missweisend Nord wird Missweisung genannt. Die Missweisung ist in Seekarten in der Kompassrose (eingezeichnet in jeder Seekarte) vermerkt.

MAGNETKOMPASS NORD

Obwohl wir nun wissen, dass der Kompass nicht genau nach Norden zeigt, können wir uns immer noch nicht sicher sein, dass er zum magnetischen Nordpol zeigt. Dies liegt daran, dass ein Kompass ein hochsensibles Gerät ist, das durch äußere Einflüsse abgelenkt wird. Solche äußeren Einflüsse können z. B. Magnetfelder sein, die auf Ihrem Schiff vorhanden sind. Sie glauben gar nicht, wie viele Dinge an Bord magnetisch sein können. Insbesondere, wenn viele metallische Teile Bestandteil des Bootes sind. Dieser zusätzliche Einfluss wird als Ablenkung bezeichnet. Sie ist von Schiff zu Schiff und von Kurs zu Kurs unterschiedlich. Nun besitzt jedes Schiff eine Ablenkungstafel, die anzeigt, bei welchem Kurs die Ablenkung wie groß ist (Beispiel: Bei dem rechtweisenden Kurs 67° beträgt die Ablenkung 3°). Ein Kompass weist also nicht nach rechtweisend Nord oder missweisend Nord, sondern in eine dritte Nordrichtung: Magnetkompass Nord.