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DIE SEEMEILE

Die wichtigste Längeneinheit, die in der Seefahrt als Berechnungsgrundlage für die Navigation und das Angeben von Distanzen dient, ist die Seemeile (sm). Sie entspricht einer Strecke von 1852 m.

Wichtig ist es sich hierbei stets vor Augen zu halten, dass eine Seemeile eine eigenständige Einheit ist, und sich nicht an den Werten der Englischen (Land-)Meile (1609 m) orientiert oder mit ihnen im Zusammenhang steht. Achtung: Die Differenz von 243 m pro gemessener Einheit kann schon bei kurzen Distanzen zu einer verheerenden Fehlnavigation führen.

Segeln Sie beispielsweise 5 sm und versuchen Ihren Kurs auf der Seekarte einzuzeichnen, berechnen die Strecke aber mit den Werten der Englischen Meile, ist Ihre eigentliche Schiffsposition schon knappe 1,25 km von Ihrem errechneten Standort entfernt. Und nun stellen Sie sich vor, wie groß die Fehlrechnung bei längeren Distanzen ist. Ohne GPS würden Sie in einem Notfall nie mit der von Ihnen ausgerechneten Position gefunden werden. Seien Sie also wachsam beim Umgang mit der Länge der Seemeile!

Wie kommt nun aber dieser Wert zustande? 1,852 km ist ein so ungrader Wert, dass Sie sich denken können, dass er nicht willkürlich erdacht worden ist, sondern dass es eine klare Errechnungsgrundlage geben muss. Das ist vollkommen richtig, so dass wir nun dazu kommen, Ihnen die beiden Hauptdarsteller die zur Errechnung der Seemeilendistanz führten, vorzustellen: Der Kompass mit seinen Graden und Winkelminuten, und der Erdumfang.


Der Erdumfang beträgt in jede Richtung ca. 40.000 km, und der Umfang des Kompass beträgt 360°, er beschreibt also einen Vollkreis, wie ihn auch der Erdumfang darstellt (Siehe Skizzen). Jedes Grad kann wiederrum in 60 Winkelminuten (60') unterteilt werden. Der gesamte Erdumfang kann also in 21600' auf dem Kompass dargestellt werden.  Da diese Winkelminuten von den Gradzahlen abgeleitet werden, entsprechen also auch 21600' einem Vollkreis, so dass man den Erdumfang und die Winkelminuten in eine Gleichung setzen kann, die folgendermaßen aussieht:
 
21600'  = 40.000km   I:21600

1'   = 40.000km /21600

1'   = 1,852 km

Wir sehen also, dass eine Seemeile genau so groß ist, wie die Strecke, die durch eine Winkelminute auf dem Kompass dargestellt wird. Wir können also sagen, dass eine Seemeile der Distanz einer Winkelminute auf dem Kompass entspricht. Diese Frage ist auch Bestandteil des Prüfungskanons, es reicht jedoch, wenn Sie einfach wissen, dass eine sm 1,852 km lang ist und einer Winkelminute des Erdumfanges entspricht. Die Herleitung ist für die Prüfung nicht von Belang.

Nachdem wir nun auch eine nautische Längeneinheit haben, können wir auch unsere Geschwindigkeit festlegen. Die in einer Stunde zurückgelegten Seemeilen nennt man Knoten. In der Prüfung wird gefragt, wie man die Zeit ausrechnet, die man bei bekannter Geschwindigkeit für eine bekannte Strecke benötigt, und wie man die Geschwindigkeit des Bootes (Knoten) ausrechnen kann, die man fährt, wenn einem Distanz und benötigte Zeit bekannt sind.

Distanz (Seemeilen) x 60 (Minuten pro Stunde) : Geschwindigkeit (Knoten) = ZEIT

Distanz (Seemeile) x 60 (Minuten pro Stunde) : Zeit (Minuten) = GESCHWINDIGKEIT

Einige Interessierte unter Ihnen möchten mit Ihrem neu erworbenen Wissen, wie die Seemeile zustande gekommen ist, nun vielleicht auch wissen, wie es überhaupt zu der Einführung des Meters und des metrischen Systems kam? Nun, auch der Meter als Längeneinheit wurde nicht willkürlich festgelegt. Einen Meilenstein in der Schaffung einer international gültigen Längeneinheit schaffte die Pariser Akademie. Hierzu beauftragte sie 1735, die Distanz vom Nordpol, über Paris, zum Äquator auszumessen, und auf Grundlage dieser Messungen ein Norm- Maß zu erstellen. So kam es dazu, dass der Urmeter 1793 als die Länge eines 10.000.000stels der Distanz vom Nordpol über Paris zum Äquator festgelegt und definiert wurde. Voilà, der Meter wurde geboren.