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Der Nord-Ostsee-Kanal

Der Nord- Ostsee- Kanal ist die Direktverbindung zwischen der Nordsee und der Ostsee. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet, damit es deutschen Schiffen immer möglich sei, von der Nord- in die Ostsee und umgekehrt zu kommen, ohne dabei die dänischen Gewässer, inklusive dem Skagerak passieren zu müssen. Zu Anfangszeiten der Planung, in den 1860er Jahren, herrschte nämlich der deutsch- dänische Krieg. In dieser Hinsicht wurde damals insbesondere, trotz aller Querelen und Einsprüche gegen den Bau, wert darauf gelegt, dass der Kanal groß genug für die Schiffe der deutschen Marine sei. Der Kanal, dessen Gesamtlänge knapp unter 100km liegt, wurde dafür schon bald zu klein, und wurde von Zeit zu Zeit immer mehr erweitert und ausgebaut, so dass er heute knapp 160m breit und 11m tief ist. Dies ist ausreichend dafür, dass auch große Container- und Passagierschiffe den Kanal heute befahren können, was zu einem enormen Zeitgewinn beiträgt. Daher wird er oft genutzt, was dazu führt, dass es bei der Betrachtung von Land aus zu aberwitzigen optischen Täuschungen kommen kann: Es sieht so aus, als würden die Schiffe über Wiesen und Felder fahren :-)

Sie können sich vorstellen, dass eine derart wichtige Wasserader strengen Reglementierungen unterliegen muss, um ein logistisches Chaos zu verhindern. Diese Reglementierungen müssen zum Bestehen des Segelscheins "Sportbootführerschein- See" gewusst werden. Diese Regelungen haben unter dem Namen "ergänzende Vorschriften für den Nord- Ostsee- Kanal" ein eigenes Kapitel in der Seeschifffahrtsstraßenordnung (SeeSchStrO). Zusätzlich dazu muss natürlich auch in diesem Fall, wie immer, auf Ergänzungen geachtet werden. Diese Ergänzungen werden in den Bekanntmachungen der Wasserschifffahrtsdirektion Nord (WSD Nord) veröffentlicht.

Denn natürlich dürfen auch Segelschiffe und Sportboote den Kanal ohne Lotsen nutzen. Dies ist jedoch auf bestimmte Fahrzeiten am Tag (sogenannte "Tagfahrzeiten") begrenzt, und vom Wetter und den Sichtverhältnissen abhängig. Bei verminderter Sicht darf er nicht befahren werden. Ausgenommen von dieser Wetterregelung und den Tagfahrzeiten sind nur Sportboote, die in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel liegen. Sie dürfen den Kanal also passieren.

Weißes/unterbrochenes Licht

Vor dem Einfahren von Reeden (Laienhaft gesprochen: Ankerplätze zum Abwarten) in die Kanalschleusen und deren Zufahrten, muss von Sportbooten ohne Lotsen auf eine Freigabe gewartet werden. Diese Freigabe wird durch ein weißes, unterbrochenens Licht angezeigt. Lesen Sie hierzu vielleicht auch noch einmal unser Dossier über die unterschiedlichen Kennungen.

Dreifach rot/unterbrochenes Licht

Das Pendant zu dem Licht mit der Kennung "weiß/unterbrochen" sind drei rote Lichter mit der Kennung unterbrochen, die untereinander hängen. Sehen Sie dieses Zeichen an einem Weichensignalmast dürfen Sie nicht ausfahren. Dieses Ausfahrverbot gilt für alle Fahrzeuge. Es muss so lange in der Weiche abgewartet werden, bis das Signal aufgehoben ist, erst dann darf die Fahrt fortgesetzt werden.