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Verkehrstrennungsgebiete

Das Team von diesem Segelportal möchte, dass die Erklärungen zu den Grundbegriffen des Segelns eine alltagstaugliche Rahmung und einen direkten Lebensbezug auch für Landratten und Binnenländler bekommen. Wir wissen genau, wie hilfreich das sein kann, kommen wir doch selbst nicht direkt von der Küste. Daher arbeiten wir gerne mit Beispielen und Eselsbrücken aus dem Straßenverkehr, die einen einprägenden Lebensbezug und einen hohen Wiedererkennungswert auch beim Segeln haben. Diese Beispiele sind auch bei dem Thema der Verkehrstrennungsgebiete sehr hilfreich. Verkehrstrennungsgebiete sind nämlich als Schifffahrtswege das, was im Straßenverkehr die Einbahnstraßen sind. Diese Schifffahrtswege sind durch Trennungslinien oder Trennungsgebiete in zwei Einbahnwege unterteilt. In einem Verkehrstrennungsgebiet herrscht in Fahrtrichtung, wie überall beim Segeln (und beim Autofahren, wo wir schon bei dem Beispiel der Einbahnstraße waren :-) ) das Rechtsfahrgebot.

Verkehrstrennungsgebiete dürfen also nur auf der in Fahrtrichtung rechts liegenden Seite befahren werden. Verkehrstrennungsgebiete verlangen die allerhöchste Aufmerksamkeit vom Skipper und Steuermann, bzw. der gesamten Bootsbesatzung, da sie auch von großen Tankern, Fähren, Passagier- und Transportschiffen befahren werden. Eine Kollision mit diesen Schiffen endet in jedem Fall tödlich und aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse dieser Megaschiffe, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Sie mit ihrem "kleinen" Segelboot gesehen und wahrgenommen werden. Um dieser Gefahr noch mehr aus dem Wege zu gehen, sollten die Verkehrstrennungsgebiete so weit wie möglich rechts befahren werden. Dadurch ist es gewährleistet, dass man so weit wie möglich von der Trennzone entfernt ist.

Versuchen Sie nach Möglichkeit, ein Verkehrstrennungsgebiete an den jeweiligen Enden zu befahren und zu verlassen. Eine Einfahrt  oder Ausfahrt aus der Mitte eines Verkehrstrennungsgebietes ist immer problematischer als an den Enden. Natürlich ist dies aber auch möglich. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Ein- bzw. Ausfahren in einem Winkel erfolgt, der so spitz sein sollte, wie es eben möglich ist.

Nun kann es natürlich bei einem langen Törn vorkommen, dass ein Verkehrstrennungsgebiet die geplante Route kreuzt. Hierfür muss also das Verkehrstrennungsgebiet durchquert werden. Aufgrund der Gefahren durch die Großschiffe, die das Gebiet befahren, gilt es, das Queren so schnell wie möglich durchzuführen. Das Verkehrstrennungsgebiet darf also nicht länger als notwendig durchfahren werden. Hierzu muss man sich vor Augen halten, auf welche Art und Weise das Gebiet am schnellsten durchquert werden kann. Wie bei einer Straßenüberquerung ist der direkte Weg zwar der Kürzeste, aufgrund von Strömung und Windversetzung allerdings nicht zwingend der Schnellste! Man sollte also nicht kreuzen oder gegensteuern, um den kürzesten Weg zu segeln, sondern mit der Kiellinie in einem Winkel von 90° in das Verkehrstrennungsgebiet einfahren, und diesen Winkel beibehalten. So wird man zwar durch Wind und Strom etwas seitlich abgetrieben, jedoch geht das Queren schneller. Je schneller man aus dem Verkehrstrennungsgebiet rauskommt, je schneller ist man "in Sicherheit".

Das Durchqueren von Verkehrstrennungsgebieten

Auch Verkehrstrennungsgebiete sind kein Raum, der eine eigene Befahrensreglung hat. Verkehrstrennungsgebiete liegen im Geltungsbereich der KVR, den Kollisionsverhütungsregeln. Gemäß den Regeln der KVR muss auch innerhalb eines Verkehrstrennungsgebietes ausgewichen werden. Befahren Sie also mit ihrem Motorboot ein Verkehrstrennungsgebiet entsprechend der Einbahnstraßenreglung und bemerken ein Motorboot, dass das Verkehrstrennungsgebiet von Steuerbord aus queren will, sind Sie ausweichpflichtig, obwohl Sie im Verkehrstrennungsgebiet fahren. Queren Sie hingegen mit einem Segelboot ein Verkehstrennungsgebiet dürfen Sie motorisierte Fahrzeuge im Gebiet nicht behindern, und die sichere Durchfahrt der Maschinenfahrzeuge nicht stören. Ähnliches gilt auch, falls Sie ein Verkehrstrennungsgebiet mit einem Segelschiff oder einem Schiff das  kleiner als 20m ist bereits befahren sollten: Das sichere passieren der Maschinenfahrzeuge in Verkehrstrennungsgebieten darf nicht von Segelschiffen oder kleineren Booten behindert werden.