RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Mindestausrüstung an Rettungsmitteln

Um sicher und gefahrlos segeln zu können, ist es dringend notwendig, ein Mindestmaß an bordeigenen Rettungsmitteln dabei zu haben. Hierdurch ist es gewährleistet, dass man sich im Falle eines Seenotfalls selbst helfen kann, und nicht ausschließlich auf externe Hilfe angewiesen ist. Dies wäre nämlich in keinstem Fall ausreichend. Müssen Sie ihr Segelboot aufgrund eines Seeschlags oder eines Brandes verlassen, werden Sie ohne Rettungsmittel nicht lange überleben können. Insbesondere dann nicht, wenn das Segelrevier in dem Sie sich gerade aufhalten nicht stark befahren ist. Viele dieser Rettungsmittel sind selbstverständlich. Andere fallen erst auf, wenn man sie einmal braucht, und sie nicht da sind. Denken Sie also vor jedem Törn, und sei er noch so kurz in einem noch so gut befahrenen Segelrevier, daran, dass Sie die Rettungsmittel durchchecken und auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen.

Rettungsmittel beim Über- Bord- Fallen

Das A und O aller Rettungsmittel beim Segeln und Motorbootfahren ist natürlich eine Rettungsweste. Rettungswesten sind ohnmachtssicher. Das bedeutet, dass eine bewusstlose Person von einer Rettungsweste so über Wasser gehalten wird, dass der Kopf nicht untergehen kann. Bei Wasserberührung (selbstverständlich nicht Spritzwasser) wird sie von einer Druckpatrone innerhalb von Sekundenbruchteilen aufgeblasen. Sie weisen, je nach Art und Preis, unterschiedliche Merkmale auf, mit der das Finden einer Person im Wasser erleichtert werden kann. So gibt es Modelle, die neben einer integrierten Pfeife (mit der man auf sich aufmerksam machen kann, sofern man bei Bewusstsein ist) auch eine Stroboskoplampe aufweisen, die bei Wasserberührung anspringt, und mit ihrem hellen, durchdringenden Blitzlicht das Auffinden einer im Wasser treibenden Person bei Dunkelheit stark erleichtert. Seien Sie insbesondere bei der Rettungsweste nicht sparsam. Sie ist im Regelfall das Wichtigste Instrument, um ihr Leben zu retten. Verdeutlichen Sie sich dies anhand eines praktischen Beispiels: Wenn Sie einmal beim Segeln sind und eine Nachtfahrt vor sich haben, dann halten Sie sich bewusst vor Augen, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie in einer rauhen See bei Dunkelheit gefunden werden, wenn Sie kein Stroboskoplicht in der Weste haben. Wissen Sie allerdings jetzt schon, dass Sie nie im Leben nachts fahren werden, so achten Sie darauf, dass sie wirklich eine ohnmachtssichere Rettungsweste kaufen, und nicht nur eine Schwimmweste, die nicht ohnmachtssicher ist. Nur all zu oft gehen Segler über Bord, weil Sie bei einer Halse beispielsweise den Mastbaum an den Kopf bekommen haben. Natürlich wird man bei so etwas komplett ausgeknockt!! Rettungswesten (genauso wie Rettungsflöße, die allerdings nicht zur Mindestausrüstung zählen) müssen mindestens alle 2 Jahre gewartet werden. Wenn die Herstellerangaben einen kürzeren Wartungsintervall vorgeben, ist sich danach zu richten.

Um der Gefahr des Über- Bord- Fallens im Vorhinein entgegenzuwirken, müssen Lifebelts an Bord sein. Diese Sicherheitsgurte können an der Rettungsweste und an einer Sicherheitsleine unterhalb der Reling festgemacht werden, so dass Sie nie über Bord fallen können.

Sollten Sie oder eines ihrer Crewmitlgieder dann doch einmal in den Bach gefallen sein, was wollen Sie ihm dann gutes tun? Richtig: Einen Rettungsring zuwerfen. Achten Sie darauf, dass ein Rettungsring an Bord ist. Und wenn Sie diesen Rettungsring mit einer Wurfleine ausstatten, dann können Sie den Mann über Bord sogar an Ihrem Boot fixieren. Bei Dunkelheit müssen Sie das Crewmitglied gegebenenfalls noch im Wasser suchen. Hierzu benötigen Sie leistungsstarke Taschenlampen, sogenannte Tonnensucher. Haben Sie ihre gesamte Crew wieder beisammen und den Vermissten gefunden und eingesammelt, wird er erste Hilfe benötigen. Hierzu bedarf es eines Erste-Hilfe-Kastens.

Rettungsmittel bei Feuer an Bord

Doch es gibt auch andere Gefahren beim segeln, als die des Über- Bord- Fallens. Stellen Sie sich vor, ihr Smutje passt eine unheilvolle Sekunde nicht bis zuletzt auf, und es bricht ein Feuer in der Kombüse aus. Schrecklich! Denn Ihre Fluchtwege sind begrenzt auf einem Boot, und es bildet sich schnell ein Kamineffekt in der Bilge. Löschen Sie das Feuer also sofort. Hierzu benötigen Sie einen geeigneten Feuerlöscher. Wasser- und Schaumfeuerlöscher sind nicht geeignet. Insbesondere bei einem Brand in der Bordelektronik. ABC- Pulverlöscher hingegen sind für den Bordbetrieb angebracht. Doch achten Sie darauf, dass ihr ABC- Pulverfeuerlöscher regelmäßig überholt und auf Funktionsfähigkeit geprüft worden ist. Dies sehen Sie am Prüfzeichen, das alle zwei Jahre erneuert werden muss. Allerdings ist ein Feuerlöscher nicht das alleinige Allheilmittel bei einem Brand. Achten Sie darauf, dass Feuer immer auf mehrere Arten gleichzeitig bekämpft werden. Versuchen Sie, dass das Feuer keine Luftzufuhr mehr bekommt und löschen Sie dann direkt am Brandherd. Nicht in die Flamme reinlöschen, sondern bekämpfen Sie das Feuer von unten! Der Löscher sollte auch erst am Brandherd eingesetzt werden. Es ist nicht viel drin leider, in den roten Rettern! Wenn es am Motor brennt, dann brennt eines der gefährlichsten Gegenstände an Bord Ihrer Segelyacht. Machen Sie etwas verrücktes, dass Sie so wahrscheinlich nicht erwartet hätten: Geben Sie gas! Lassen Sie den Motor also mit hoher Drehzahl laufen, nachdem Sie die Kraftstoffzufuhr abgestellt haben. Verhindern Sie auch hier die Luftzufuhr und bekämpfen Sie das Feuer mit einem ABC- Pulverfeuerlöscher  und decken Sie es mit einer nassen Decke ab.

Rettungsmittel bei Wassereinbruch

Natürlich benötigen Sie auch eine Rettungsweste, wenn ihr Schiff wegen Wassereinbruch sinkt. Aber es wäre nicht alles verloren gewesen, wenn sie einen Schöpfeimer und eine Lenzpumpe an Bord gehabt hätten, mit der Sie das Wasser vielleicht die notwendige Zeit hätten rausschöpfen können :-) Obacht also, Eimer und Pumpe müssen immer dabei sein! Gefahrenstellen und Untiefen sind schnell übersehen.

Rettungsmittel bei Mastbruch

Das Zauberwort heißt Schleppleine. Mit gebrochenem Mast können Sie im Regelfall nicht weiterfahren. Ihr Boot ist manövrierbehindert. Mit einer Schleppleine können Sie sich sicher in den nächsten Hafen schleppen lassen. Ein Bootshaken ist gut, um andere Schiffe sanft an das eigene Schiff heranzuziehen. Sollten Sie das Boot wechseln müssen, ist ein Bootshaken unter Umständen hilfreich. Des Weiteren eignet er sich hervorragend dafür, über Bord gefallene Personen aus dem Wasser zu angeln. Ohne Spaß! Ein Bootshaken ist also ebenfalls ein zwingend notwendiges Rettungsmittel, das beim Segeln an Bord des Segelbootes sein muss.

Weitere Rettungsmittel

Es gibt noch drei Rettungsmittel die an Bord sein müssen, um unsere 12 notwendigen Rettungsmittel zu komplementieren. Das eine ist ein Anker. Das andere ein Radarreflektor. Ein Radarreflektor wird nicht nur bei schlechtem Wetter oder unsichtigem Wetter benötigt. Supertanker fahren im Regelfall nach Radarpeilung. Ihre Sicht ist aufgrund der größe hochgradig eingeschränkt, und das wird vom Gesetzgeber so akzeptiert. Ein kleines Segelschiff taucht auf dem Radarschirm eines großen Transportschiffes gar nicht erst auf. Die Angriffsfläche für die Radarstrahlen ist zu klein. Dies kann mit einem Radarreflektor verbessert werden. Bei einem aktiven Radarreflektor, sendet ihr Schiff sogar ein Radarsignal aus, sobald es von einem fremden Radar erfasst wird. Diese Radarreflektoren sind die Besten, die auf jedem Radarschirm gesehen und erkannt werden! Zu guter letzt müssen natürlich auch noch Seenotsignale an Bord sein. Welche das sind lesen Sie am besten in unserem entsprechenden Artikel "Seenotsignale" in dieser Rubrik.