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Seenotsignale

Segeln soll Spaß machen. Es ist ein Freizeitvertreib und ein entspannendes Hobby; Für viele Segler sind die Geräusche des Meeres sogar eine Passion und Leidenschaft, deren Aufgabe für sie unvorstellbar wäre. Doch wie auch bei jeder anderen Sportart und Freizeitbeschäftigung, ist es auch beim Segeln wichtig, Sicherheitsmaßnahmen vor Beginn des Törns einzuleiten. Beim Radfahren nehmen Sie beispielsweise eine Packung Pflaster mit, beim Autofahren die Warnweste, das Warndreieck und den Verbandskasten, so dass man, sobald etwas passiert sein sollte,  sofort reagieren kann, um so wichtige Minuten zu nutzen.

Beim Segeln sind die Arten der Prävention und der Absicherung sehr vielfältig. Sie decken nahezu jedes technische Spektrum von Pyrotechnik, Schallsignalen, Funk und Radar, Flaggenzeichen und Symbolen sowie der Kenntlichmachung eines Notfalls mit Hife von Handzeichen ab. Im Folgenden werden wir Ihnen nun die unterschiedlichen Seenotsignale vorstellen die Sie haben und erkennen sollten, um bei einem Seenotfall nicht nur Hilfe anfordern zu können, sondern auch um einen Seenotfall auf einem anderen Schiff zu erkennen und Hilfe leisten zu können. Sobald Sie einen Notfall auf See bemerken, sind Sie nämlich verpflichtet Hilfe zu leisten und/oder weitere Hilfsmaßnahmen anzufordern. Denn sobald sich ein Schiffsführer dazu entschlossen hat, ein Seenotsignal zu geben, können wir uns sicher sein, dass Leib und Leben der Crew einer akuten Gefahr ausgesetzt sind. Das Schiff befindet sich also in einer Situation, die dringend fremder Hilfe bedarf!! Wieso können wir uns da so sicher sein?! Nun, Seenotsignale dürfen nur in solchen Fällen abgegeben werden, da bei Abgabe eines Seenotsignals die gesamte Rettungskette am Festland alamiert wird. Und diese ist in Deutschland sehr gut ausgebaut.

pyrotechnische Seenotsignale

Pyrotechnische Seenotsignalmittel

Pyrotechnische Seenotsignalmittel sind die am weitesten sichtbaren, optischen Notfallzeichen beim Segeln. Sie ähneln, stark vereinfacht gesprochen, einem Feuerwerk und können dementsprechend auch nachts aus besonders großer Entfernung noch wahrgenommen werden. Es gibt entweder Leuchtraketen oder Handfackeln, deren Signalfarbe jeweils rot ist.
Da diese beiden Seenotsignale allerdings bei Tag, aufgrund des schlechteren Kontrastes, unter Umständen schlechter zu sehen sind, nutzt man am Tag im Regelfall eine Rauchbombe, die orangefarbenen Rauch ausstößt. Da optische Signale allerdings, wie beinahe alles beim Segeln, stark wetterabhängig sind, muss man sich Alternativen überlegen, was man bei Nebel und unsichtigem Wetter unternehmen kann, um einen Seenotfall anzuzeigen. In solchen Fällen bedient man sich akkustischer Hilfsmittel, die im Abstand von ca. einer Minute Knallgeräusche absondern. Ist es also nebelig, reicht eine Schreckschusspistole aus, die in 60-Sekunden-Abständen abgefeuert wird, um einen Notfall anzuzeigen.
Letzte pyroteschnische Möglichkeit einen Seenotfall anzuzeigen sind Flammsignale.

Funksignal SOS

Funk- und Morsesignale

Funk- und Morsesignale sind die Signale, die die weiteste Reichweite haben. Bedient man sich einer Seenotfunkbake (einer sogenannten Epirb) kann man sogar beim Blauwassersegeln weltweit auf einen Notfall aufmerksam machen. Diese Bake sendet bei Aktivierung oder Wasserkontakt ein GPS-Signal, den Namen der Funkstelle und die Art des Notfalls an einen Satelliten, der die Informationen an eine Rettungsleiststelle weitervermittelt. Eine dieser Rettungsleitstellen, die die weltweite Seenotrettung koordinieren können, ist Bremen Rescue.
Beim Sprechfunk bedient man sich entweder der Notrufautomatik, die durch drücken der DISTRESS-Taste die Position (muss manuell aktualisiert werden) und gegebenenfalls die Art des Notfalls übermittelt, oder man funkt das international anerkannte Seenotsignal MAYDAY manuell (Position, Name des Schiffes und Art des Notfalls müssten im folgenden Funkverkehr geklärt werden!). Die Schiffe in ihrer Umgebung sowie die Rettungsleitstelle an der Küste werden nun Rettungsmaßnahmen einleiten.
Das bekannte Morsesignal SOS kann mit Hilfe einer Taschenlampe oder eines akustischen Hilfsmittels (Irgendeins! Es reicht beispielsweise den Kochlöffel auf den Metalltopf zu schlagen!!) übermittelt werden.

Notfallbeflaggung

Flaggensignale

Haben Sie keines der bis dato beschriebenen technischen oder pyrotechnischen Hilfsmittel an Bord, können Sie auch durch Flaggensetzung auf einen Seenotfall hinweisen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit besteht darin, die Flaggen N und C übereinander zu hissen. Wichtig ist hierbeit, dass die Flagge N über der Flagge C hängt. Die Flagge N erinnert mit ihrem blau-weiß kariertem Muster ein wenig an die Bayrische Flagge, wohingegen die Flagge C ein wenig der Kubanischen Flagge ähnelt. Bayern und Kuba an einem Masten? Na, das kann ja nur ein Notfall sein!
Eine weiteres Flaggensignal, das einen Notfall an Bord anzeigt, ist die Kombination von einer Flagge und einem Ball, die über- oder untereinander gehisst sind. Es spielt keine Rolle was für eine Flagge oder was für ein Ball dafür genutzt wird, noch in welcher Reihenfolge sie aufgehängt werden. Haben Sie also die Beck's Flagge gehisst und den Wasserball zum trocknen darunter gehängt, zeigen Sie einen Seenotfall bei ihnen an.

Handzeichen

Da kleinere Segelboote auf dem Ausflugstörn am Sonntagnachmittag oft nicht die oben beschriebene Ausstattung an Bord haben, trotz allem aber in einen Seenotfall geraten können, reicht es als Seenotsignal aus, wenn Sie die Arme seitlich ausstreckt langsam heben und senken. Diese Winkbewegung sollte weit ausholend sein, so dass Sie ein gut sichtbares Objekt bilden, da dieses Signal nur von Schiffen in ihrer nächsten Umgebung gesehen werden kann.

Weitere Signale

Weitere Möglichkeiten sind einen anhaltenden Ton mit einem Nebelhorn abzugeben oder einen sogenannten Seewasserfärber zu nutzen.