Obwohl der Wind eine der Grundvorraussetzungen zum Segeln ist, gehört er mit zu den größten Gefahren, die einem Segler widerfahren können. Dann nämlich, wenn aus dem lauen Lüftchen oder der angenehmen Brise die perfekt für das Segeln ist, ein ausgewachsener Sturm oder ein Starkwind wird. Ist die Windstärke zu hoch, ist man gerade auf hoher See ein Spielball der Elemente, denen man nahezu schutzlos ausgeliefert ist. Das passieren einer Sturmfront gilt es nach Möglichkeit immer zu vermeiden. Daher ist es dringen ratsam, sich über alle möglichen Quellen die aktuellsten Seewetterberichte und Wettervorhersagen zu besorgen und im Idealfall den nächstgelegenen Hafen anzulaufen. Eine Bucht, die realtiv windgeschützt ist kann auch angelaufen werden. Die Höhe des Wellenschlags kann in so einer Bucht an der "Vegetationsgrenze" abgelesen werden. Reicht die Bewachsung der Pflanzen bis kurz über das Wasser, so kommen die Wellen im Regelfall nicht hoch in die Bucht. Sie ist also relativ geschützt. Hört die Pflanzenbewachsung weit über dem Wasser auf, sollten Sie die Bucht meiden. Die Wellen kommen wohl hoch in die Bucht herein (Dies gilt im Übrigen auch dann, wenn Sie in ihrem Segelrevier während eines Törns eine gemütliche Bucht zum ankern suchen!). Sollte es trotz aller Prävention und Vorsicht nun doch einmal nicht zu vermeiden sein, dass man in einen Sturm kommt, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen die man berücksichtigen sollte, um die Situation gut zu überstehen.
So sollte bei Sturmgefahr zuerst kontrolliert und überprüft werden, durch welche Öffnungen Wasser in das Boot einbrechen kann. Diese Öffnungen sollten dann geschlossen und gesichert werden, so dass einem Wassereinbruch vorgesorgt werden kann.
Neben Wassereinbruch stellen die Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs noch eine große Gefahr für die gesamte Crew dar. Konservendosen, Flaschen, Vasen, Besteck können erheblichen Schaden anrichten, wenn Sie unkontrolliert durch das Boot schießen, das gerade von einer Welle auf die andere geworfen wird. Da möchte keiner von uns seinen Kopf zwischen kriegen. Zurren Sie also alle Gegenstände die lose an Bord sind irgendwo fest und kontrollieren Sie noch einmal, ob die Gegenstände, die eigentlich sowieso schon festgezurrt sein sollten auch wirklich fest sind!
Da bei einem Sturm leider latente Kentergefahr herrscht, ist es notwendig, dass alle Crewmitglieder ihre Rettungsweste anlegen. Geht man aufs Deck, muss unbedingt an den Sicherheitsgurt gedacht werden, der eingehakt werden muss. Mit dem eingehakten Sicherheitsgurt ist immer ein Kontakt zum Boot hergestellt. Vergessen Sie dafür nicht, auch die Sicherheitsleinen zu spannen, in die man den Sicherheitsgurt einhakt! Geht man über Bord ist es mit eingehaktem Sicherheitsgurt entschieden leichter wieder auf das Schiff zu kommen als ohne Sicherheitsgurt! :-)
Wenn trotzdem ein Crewmitglied über Bord fällt ist es wichtig schnell zu handel und Ruhe zu bewahren. Machen Sie die übrige Mannschaft mit dem Ausruf "Mann über Bord" auf die Notlage aufmerksam, behalten Sie den Unglücksraben der ins Meer gefallen ist im Auge (Fachterminus: Ausguck besetzen!) und schmeißen Sie ihm einen Rettungsring oder eine andere Schwimmhilfe zu! Erst dann wird das "Mann-über-Bord-Manöver" eingeleitet.