Sicherheitsmaßnahmen bei Flüssiggasanlagen

Will man längere Zeit auf einem Segelboot verbringen wird man schnell merken, dass auf den Komfort eines warmen Kaffees, einer heißen Mahlzeit oder einer Heizung und Warmwasser an Bord nicht verzichtet werden mag. Insbesondere größere Segelyachten sind ja auch darauf ausgelegt, dass längere Törns mit Ihnen gefahren werden, in Segelrevieren, in denen ein Landgang zum nächsten Café nicht immer möglich ist. Dieser Komfort ist an sich auch kein Problem, da er relativ einfach mit Flüssiggasanlagen an Bord realisiert werden kann. Diese Anlagen speisen Herd und Heizung. Funktionieren die Anlagen einwandfrei, ist Flüssiggas eine angenehme Sache. Läuft aber irgendwas schief, ist Flüssiggas beim Segeln eine hochgradig gefährliche Angelegenheit. Daher sind im Umgang mit Flüssiggasanlagen an Bord eines Segelschiffes einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zu beachten.

Klären wir nun zuerst die Frage, wo die Gefahren von Flüssiggas liegen und verdeutlichen uns dies wieder an einem Beispiel aus dem alltäglichen Leben: Es ist ja gemeinhin bekannt, dass an Tankstellen nicht geraucht werden darf. Ab und an hört man beim Tanken seines Autos allerdings schockiert die Frage an der Nachbarzapfsäule, woran das denn wohl liegen mag? Der Boden sei trocken, so dass die Glut keine Benzinlachen anzünden könnte und dass die Kippe direkt in die unterirdischen Tanks fällt gehe einfach nicht. Tatsache, beides mag wohl seine Richtigkeit haben, doch ist der Gedanke damit nicht zu Ende gedacht. Die Gefahr liegt darin, dass sich die Benzindämpfe mit dem Sauerstoff mischen, und es so zu einem explosiven Luft-Gas-Gemisch kommt, das dem Raucher zum Verhängnis werden kann. Dies ist auch bei Flüssiggas der Fall. Entweicht es aus der Patrone und kommt mit der Luft in Berührung, kommt es zur Bildung eines hochexplosiven Gas-Luft-Gemisches. Das Heimtückische an diesem Gas-Luft-Gemisch ist, dass es schwerer ist als Luft. Tritt dieses Gemisch also in der Bilge eines Bootes aus, sinkt es zu Boden und sammelt sich von unten her im Inneren des Schiffes. Es verfliegt also nicht!

Aus diesem Dilemma kann man sich nun einen geeigneten Lagerplatz für die Flüssiggasanlage erschließen. Sie sollte also nicht im Bootsinneren gelagert sein, sondern an Deck eines Schiffes. Und zwar so, dass sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, denn ansonsten hat man das nächste Problem. Falls dies nicht möglich ist, sollte man zumindest vermeiden die Anlage in einem "zugänglichen Raum" aufzubewahren. Ein kleiner, verschlossener Raum mit Lüftungsmöglichkeiten (in Bodennähe, da das Gemisch ja nach unten sinkt!) reicht da vollkommen aus!

Ein guter Lagerplatz entbindet einen vorsorglichen Skipper allerdings nicht von der finalen Kontrolle der Flüssiggasanlage vor ihrer Inbetriebnahme! Denken Sie an die Seemännische Sorgfaltspflicht beim Segeln! Sitzen die Anschlüsse richtig, und sind sie und die Leitungen dicht? Funktionieren Kocher und Heizgeräte ohne Probleme? Wo ist der Haupthahn, wo die übrigen Sperrventile und lassen sie sich zuverlässig schließen? Also: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig geschaut! Alles ist besser als ein Flammenball mittschiffs weil man vergessen hat das 10 Jahre alte Ventil zu checken!