Sicherheitsmaßnahmen bei verminderter Sicht

Der größte Segen des Segelns kann zugeleich sein größter Fluch sein. Wird man beim Segeln von Wetteränderungen überrascht, wird man häufig vor Probleme gestellt, auf die man nicht vorbereitet und eingestellt ist. Natürlich muss ein guter Skipper auch in solchen Situationen einen ruhigen Kopf bewahren und professionell und abgeklärt die richtigen Entscheidungen treffen. Die Situation sollte nie die Überhand gewinnen. Daher ist es notwendig, dass sich Skipper und Crew schon im Vorhinein mit potentiellen Möglichkeiten befassen, die während des Törns auftreten können. So beispielsweise, was das Verhalten bei verminderter Sicht beim Segeln angeht. Das wichtigste bei verminderter Sicht, die durch Schneefall, Starkregen oder Nebel usw. hervorgerufen werden kann, ist die gegenseitige Wahrnehmung von Schiffen untereinander. Das "sehen und gesehen werden" gilt es in allererster Linie zu gewährleisten. Dazu haben wir nun mehrere Möglichkeiten.

Fangen wir mit dem Punkt "gesehen werden" an: Bei verminderter Sicht sollte umgehend ein Radarreflektor gehisst werden. Es ist zwar keine Pflicht einen Radarreflektor an Bord zu haben, jedoch ist dies zumindest sehr zu empfehlen. Das beinhaltet natürlich die Möglichkeit, dass man im Nebel feststeckt, und kein Radarreflektor an Bord ist. Was macht man nun?! Gesehen werden ist das A und O, ansonsten droht Gefahr, denken Sie daran. Plump gesprochen verhalten wir uns in einer solchen Situation wie Gorillas, wenn Gefahr droht. Wir richten uns auf und vergrößern somit unser Erscheinungsbild! Das Boot sollte also in eine möglichst waagerechte Schwimmlage gebracht werden.

So viel also zum Punkt "gesehen werden", kommen wir nun zum Punkt "sehen". Bei verminderter Sicht ist das menschliche Auge alleine aufgeschmissen. Um sich trotzdem einen Überblick über den Schiffsverkehr im Nahbereich zu verschaffen zu können müssen also technische Geräte eingesetzt werden. Und da man im Rahmen der Seemännischen Sorgfaltspflicht nie vorsichtig genug sein kann, müssen alle verfügbaren Navigationsanlagen an Bord genutzt werden. Das Radarsystem ist wahrscheinlich die bekannteste, allerdings nicht die einzige. Bestimmen Sie ihre Position in der Seekarte, nutzen Sie das Echolot etc. pp. Lesen Sie hierzu noch einmal unsere Dossiers unter der Rubrik "Navigation" durch, hier insbesondere die Dossiers der Rubrik "Navigationsinstrumente". In einigen Segelrevieren wird über den UKW-Funk die Möglichkeit der "Radarberatung" angeboten. Sollte dies in ihrem Segelrevier der Fall sein, nutzen Sie unbedingt diese Möglichkeit zur Unterstützung und hören Sie die Radarberatung mit. Denken Sie daran, dass für die Teilnahme am Funkverkehr allerdings der Besitz eines Funkscheins vorgeschrieben ist!

Nun besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass Ihr Segelboot nicht über die technischen Instrumente verfügt, die im letzten Absatz erwähnt wurden. Trotzdem können Sie trotz guter Törnplanung noch vom Wetter überrascht werden. Was ist also in so einer Situation zu tun? Zuallererst gilt es natürlich die Gebiete des Segelreviers zu meiden, in denen der dichteste Verkehr herrscht. Welches ist das? -Richtig. Das Fahrwasser! Sehen Sie also zu, dass Sie bei verminderter Sicht aus dem Fahrwasser heraus segeln . Sollte dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, segeln Sie möglichst weit rechts am äußersten Rand des Fahrwassers! Der beste Schutz vor Kollisionen oder Havarien ist allerdings immer noch gar nicht erst zu fahren. Suchen Sie in dem Segelrevier also möglichste eine nah gelegene Flachwasserstelle auf und ankern Sie dort!

Zum Schluss noch folgender Hinweis: Auch in den KVR werden Verhaltensweisen zum Umgang mit verminderter Sicht vorgeschrieben. Diese Sicherheitsregeln gehen allerdings über die KVR- Vorschriften hinaus.