Die Sicherheitsmaßnahmen, die vor dem Auslaufen erledigt werden müssen, sind grundlegend für einen jeden Törn und gehören zu der seemännischen Sorgfaltspflicht. Dies kommt daher, dass Sicherheitsmaßnahmen bei Gewitter oder bei schwerer See nur für Eventualitäten gelten. Es muss ja nicht zu einem Gewitter kommen während Sie im Segelrevier unterwegs sind. Die Sicherheitskontrollen und -checks vor dem Auslaufen sind allerdings immer zu vollziehen. Als Skipper eines Bootes können Sie diese Aufgaben auch an andere fachkundige Mitsegler deligieren. Die Verantwortung allerdings bleibt bei Ihnen. Schauen Sie also ruhig selbst einmal nach dem Rechten und unterstützen Sie ihre Betrauten, die schon einmal gesegelt haben. So sind vor dem Auslaufen aus dem Hafen alle für das Segeln relevanten Sicherheitsmittel und Rettungssysteme zu checken und auf Betriebsfähigkeit zu überprüfen. Rettungs- und Sicherheitsmittel sind selbstverständlich für jede Person an Bord zu haben. Rettungswesten, Feuerlöschmittel, Signalraketen und Lenzausrüstung, sowie eine geeignete Erste- Hilfe- Ausrüstung gehören zum Standardrepertoire an Sicherheitsausrüstung beim Segeln, das regelmäßig vor jedem Auslaufen überprüft werden sollte. Der DSV hat des Weiteren einen Leitfaden veröffentlicht, auf den hiermit hingewiesen sei.
Zusätzlich zu der Überprüfung der Sicherheitsmittel ist es notwendig, dass die gesamte Crew den Umgang mit diesen Mitteln kennenlernt, und auf ein Notfallkonformes Verhalten aufmerksam gemacht wird. "Was tun wir wenn...?"- Gespräche sind gute Formen der Unterweisung der Crew was die Sicherheitsmaßnahmen an Bord angeht. Im Notfall darf kein Mitglied der Crew unwissend über die grundlegenden Vorgänge sein, die eingeleitet werden müssen.
Um sich vor den Gefahren eines Gewitters schon präventiv zu schützen, und so die Sicherheitsmaßnahmen bei Gewitter schon von vorne herein ausschließen zu können, muss vor dem Auslaufen aus dem Hafen ein aktueller Seewetterbericht eingeholt werden. Außerdem muss man sich über Warnmeldungen informieren, die für das Segelrevier vorliegen, in das Sie in See stechen wollen.
Zu guter letzt kommt nun noch eine Sache, die zwar makaber aber wichtig ist. Für den Fall des Falles, dass Ihr Boot samt Besatzung in der See seinen Meister gefunden hat und nicht zurückkommt, ist es absolut zwingend notwendig, sämtliche Namen der Crewangehörigen an Land zu hinterlegen! Dies gilt ebenso für die von Ihnen angeplante Törnroute, damit im Notfall jemand an Land die Such nach Ihnen koordinieren kann. Wer? Wo? Wann? Welches Boot? Geplante Ankuftszeit? etc. sind alles wertvolle Informationen, die eine Suchaktion leichter machen.
Sollte es trotz dieser pinibel durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen einmal dazu kommen, dass der Skipper die Befürchtung hat, man würde vermisst und man suche nach ihm, seiner Segelyacht und der Crew, obwohl alle wohlauf sind, so hat er zwei Anrufe zu erledigen. Einer ist Pflicht, und der andere Höflichkeit: Zum ersten ist also die Seenotleitung der DGzRS zu informieren, dass eine etwaige Suchaktion abgebrochen werden kann. Zum zweiten ist ein kurzer Anruf bei den Verwandten ein gutes Mittel um die blank liegenden Nerven der Angehörigen zu trösten. Vergessen Sie also vor lauter Trubel nicht Ihre Angehörigen zu informieren!!