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Seemännische Sorgfaltspflicht

Eine Kategorie, die wir in unserem Portal dem Punkt SEEMANNSCHAFT zuordnen wollen, beschäftigt sich mit dem Thema der "seemännischen Sorgfaltspflicht". Wir erinnern uns, dass Seemannsbrauch ein Schlagwort für alle Selbstverständlichkeiten darstellt, die eingehalten und beachtet werden müssen, um Unfälle und Gefahren für Leib und Leben der Besatzung, sowie Vorfälle die das Schiff und die Schifffahrt betreffen, schon im Vorfeld zu vermeiden.

Was verstehen wir nun unter "Seemännische Sorgfaltspflicht"?

Man erfüllt die seemännische Sorgfaltspflicht, wenn man die selbst erkannten und umsichtig vorausgesehenen Sicherheitsgebote und Vorsichtsmaßnahmen, die über die Verkehrsvorschriften hinaus gehen, beachtet. Diese vorausschauende Art des Segelns ist eine der Selbstverständlichkeiten, die oben als Seemannsbrauch beschrieben werden- somit ist die seemännische Sorgfaltspflicht also Teil des Seemannsbrauchs. Natürlich darf sich die Seemännische Sorgfaltspflicht nicht ausschließlich darauf beschränken, die etwaigen Vorkommnisse jenseits der Sicherheitsmaßregeln zu vermeiden. Es ist genauso Bestandteil der Seemännischen Sorgfaltspflicht, die bestehenden Sicherheitsregeln zu kennen und anzuwenden, um so gar nicht erst in bedrohliche Situationen zu kommen, die vom Gesetzgeber (bzw. dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) erkannt, formuliert und veröffentlicht wurden. Diese Veröffentlichungen findet man im Skript "Sicherheit im See- und Küstenbereich" des Bundesamtes für Seeschifffahrt .

Seemännische Sorfaltspflicht kann somit also schon zu einem großen Teil vor dem Antritt des Segeltörns mit Hilfe einer gut strukturierten und gut durchgeführten Törnplanung durchgeführt werden. Natürlich bestimmt die Sorgfaltspflicht auch die gesamte Durchführung des Törns, doch kann man durch eine generalstabsmäßige Planung schon im Vorfeld Überraschungen vermeiden.

Was kann man zur Gewährleistung der Crew- und Schiffssicherheit vor Fahrtantritt konkret machen?

Naja, diese Frage ist ebenfalls ziemlich einfach zu beantworten, fällt die Antwort doch auch bei genauerer Betrachtung in das oben erwähnte Reich der „Selbstverständlichkeiten“.

Stellen wir uns also im folgenden die Situation vor, dass Sie mit ihrem Geschäftspartner einen Segelausflug planen. Es spielt keine Rolle ob dieser Ausflug auf Binnengewässern stattfindet oder sie Segelreviere auf den Weltmeeren bereisen wollen, noch spielt es eine Rolle, ob der Törn eine schöne kurzzeitige Versüßung eines Nachmittags sein soll, oder ob er über eine längere Distanz geplant ist, die mehrere Tage in Anspruch nimmt. Diese Selbstverständlichkeiten, die wir Ihnen jetzt vorstellen, müssen bei jedem (!) Aussegeln eingehalten werden, um die Seemännische Sorgfaltspflicht erfüllt zu haben! Sie betreten also Ihr Boot und sehen bzw. wissen, dass ihr Geschäftspartner und die übrigen Crewmitglieder (Ehefrauen oder Sekretärinnen können immer dabei sein!) über keinerlei nautisches Wissen verfügen. Als guter Skipper und Kapitän werden Sie nun also konsequenterweise die gesamte Crew (einschließlich der Gäste!) in die Sicherheitsvorkehrungen ihres Bootes einweisen. Egal was für ein hohes Tier Ihr Geschäftspartner ist, hier an Bord sind Sie der Chef! Bringen Sie der Crew und den Gästen in wenigen Minuten alles bei, was sie zur Sicherheit benötigen. Dazu gehört nebenbei auch neben der Einweisung in die Sicherheitsvorkehrungen des Bootes auch die Einweisung in die Handhabbarkeit der Sicherheitseinrichtungen (insbesondere Handhabbarkeit der Rettungs- und Feuerlöschmittel sollte von jedem beherrscht werden!). Ein bloßes zeigen und aufzählen reicht also nicht aus, die Schiffsbesatzung muss auch wissen, was in einem Seenotfall konkret zu tun ist! Denken Sie daran, im Seenotfall schaffen viele kompetente Hände ein schnelles Ende. Sie alleine können in einem Haufen ratloser und panischer Gäste kein gutes Ausgehen der Notfallsituation garantieren! Sie sehen allerdings, wie so vieles beim Segeln, ist auch die Seemännische Sorgfaltspflicht sehr einfach einzuhalten und zu beherzigen!