RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

BEFEUERUNG (KENNUNG)

Da es eine Vielzahl von Stellen gibt, die nachts und bei schlechter Sicht beleuchtet sein müssen, so dass man trotz der widrigen Umstände auf ihre Hilfe bei der Navigation und der Abwehr von Gefahren zählen kann, reicht es nicht aus, nur eine Art von Lichtsignal zu benutzen.

Man könnte die entsprechenden Signale nicht trennscharf voneinander unterscheiden, was allerdings zwingend notwendig ist um sich beim Segeln zurecht zu finden. So kommt es zu einer Gesamtanzahl von sieben unterschiedlichen Leuchtfeuern, die sich aufgrund ihrer Länge und ihrer Taktung voneinander unterscheiden. Zusätzlich kann man unterschiedliche Arten von Befeuerungen auch noch miteinander kombinieren, was die Variationsvielfalt ebenfalls deutlich erhöht. Halten Sie sich aber nun noch einmal vor Augen wie viele Tonnen, Leuchttürme, Richtfeuer, Quermarkenfeuer usw. weltweit Ihren Dienst tun, so sehen sie den Bedarf für viele Varianten der Befeuerung. In jedem Seegebiet hat ein Leuchtfeuer ein für sich spezifisches Signal mit dessen Hilfe es eindeutig erkannt werden kann. Dieses Signal ist in den Seekarten eingezeichnet. Für die Leuchtfeuer, die wir Ihnen unten vorstellen, gibt es sowohl nationale, als auch internationale Abkürzungen. Doch auch in Deutschen Seekarten werden vornehmlich die internationalen Abkürzungen verwendet.

Die Farben des Feuers können gelb (wie hier in unseren Beispielen), grün (z.B. bei den Steuerbordtonnen), rot (z.B. bei den Backbordtonnen) und weiß sein. Auch die Farben der Leuchtfeuer sind in der Seekarte neben den Symbolen vermerkt. Sie sehen also, dass auch die Befeuerung unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten bietet.

Hier nun aber die unterschiedlichen Arten der Befeuerung und exemplarisch ihre Variationsmöglichkeiten. Gelb bedeutet LICHT AN, schwarz bedeutet LICHT AUS:

Festfeuer

Festfeuer (F/F.)


Das Festfeuer ist die Befeuerungsart, die am einfachsten zu erkennen ist. Das Lichtsignal leuchtet ununterbrochen durch. Bildlich gesprochen können Sie sich mit der Eselsbrücke helfen, dass es "fest steht". Keine Unterbrechungen, keine Taktung, es leuchtet einfach ununterbrochen!
Die Abkürzung für das Festfeuer lautet F/F. wobei die erste Abkürzung hier immer die "Internationale" ist und die zweite Abkürzung die "Nationale".

Gleichtakt Feuer

Gleichtaktfeuer (Iso/Glt.)


Beim Gleichtaktfeuer ist das Lichtsignal genauso lange an wie aus. Licht und Dunkelheit sind also gleich lang – es besteht sozusagen ein "Gleichtakt". Die Abkürzungen lauten Iso/Glt. .

Unterbrochenes Feuer

Unterbrochenes Feuer (Oc/Ubr.)


Die Lichttaktung (oder besser gesagt: Die Kennung) bei diesem Feuer ist so konstituiert, dass die Lichterscheinungen länger dauern als die Dunkelheit. Es ist quasi ein Festfeuer was kurzzeitig unterbrochen wird. Daher der Name "unterbrochenes Feuer".

Blinkfeuer

Blinkfeuer (Lfl/Blk.)


Das Blinkfeuer ist quasi das genaue Gegenteil vom unterbrochenen Feuer. Die Dunkelheit dauert länger (mindestens 1 Sekunde) als die Lichterscheinungen, die mindestens 2 Sekunden lang leuchten müssen. Die Abkürzungen sehen Sie wie immer oben neben der Feuerbezeichnung. Gucken Sie sich nun bitte die Kennung für das "Blitzfeuer" und den Weg an, wie man sich die Abkürzung besser merken kann. Das Blinkfeuer ist sozusagen eine langsame Variante des Blitzfeuers. Die Abkürzung Lfl. könnte demnach für "langsamer flash" stehen.

Blitzfeuer

Blitzfeuer (Fl./Blz.)


Das Blitzfeuer ist die schnelle Variante des Blinkfeuers. Das Aufblinken dauert maximal 1 Sekunde (im Ausland teilweise bis zu knapp 2 Sekunden) und ähnelt somit mehr einem Blitzlicht des Fotoapparates als einem Aufblinken. Die Abkürzungen stehen wieder neben der Leuchtfeuerbezeichnung. In diesem Fall kann man sich diese Abkürzungen leicht merken. Das englische Wort für "Blitz" lautet "flash". "Fl." ist also die Abkürzung des englischen Begriffes flash.

Funkelfeuer

Funkelfeuer (Q/Fkl.)


Das Funkelfeuer ähnelt stark dem Blitzfeuer, jedoch dauert die Dunkelheit maximal 1-1,2 Sekunden. Die Funkelerscheinungen erscheinen also schnell hintereinander. Das englische Wort für das Wort "schnell" heißt quick – daher die internationale Abkürzung "Q".

Schnelles Funkelfeuer

Schnelles Funkelfeuer (VQ/SFkl.)


Die Kennung des schnellen Funkelfeuers ist schon im Namen sehr gut beschrieben. Es entspricht dem Funkelfeuer, jedoch ist die Taktung doppelt so schnell. Die Dunkelheit dauert beim schnellen Funkelfeuer also zwischen 0,5 und 0,6 Sekunden. Sie sehen, diese Kennung ist also sehr schnell - very quick wie die Engländer sagen: VQ :-)


Unterschiedliche Gruppierungen:


Die jeweiligen Feuerarten müssen nicht immer mit dem gleichen Rhythmus auftauchen. Hier sehen Sie einige exemplarische Varianten und Kombinationen. Die hier angegeben Abkürzungen würde so auch in den Seekarten zu sehen sein.

Funkelfeuer Gruppe 4

Funkelfeuer Gruppe 4 / Q(4)


Hier sehen wir ein Beispiel für ein Funkelfeuer der Gruppe 4. Sie sehen Intervalle von jeweils 4 Funkelerscheinungen die durch kurze Pausen voneinander getrennt sind. In der Seekarte wird diese Art von Kennung auf folgende Art und Weise angezeigt: Q(4). Das Q steht hierbei für die internationale Abkürzung für Funkelfeuer, die Zahl in den Klammer zeigt die Häufigkeit der Lichterscheinungen eines Intervalls an. In diesem Fall also (4).

Blinkfeuer Gruppe 2+1

Blinkfeuer Gruppe 2+1 / Lfl (2+1)


Unterschiedliche Intervalle können auch miteinander kombiniert werden. So sehen wir hier ein Beispiel für ein Blinkfeuer, dessen Kennung aus einem Gruppe 2 Feuer besteht, auf das ein Gruppe 1 Feuer folgt. Es blinkt also 2 mal auf, dann folgt eine kurze Pause, dann blinkt es 1 mal auf, dann folgt wieder eine Pause, dann blinkt es wieder 2 mal auf usw. .

Funkelfeuer Gruppe 5 plus 1 Blink

Funkelfeuer Gruppe 5 + 1 Blink / Q(5)+Lfl


Dies ist ein Beispiel für die Kombination von unterschiedlichen Kennungen. Sieh entdecken 5 kurze Lichterscheinungen (in diesem Fall ein Funkelfeuer), auf die eine längere (hier ein Blinkfeuer) folgt. Auch solche Arten von Taktungen sind möglich und werden in der Seefahrt beim Segeln und Motorbootfahren gebraucht.

Wiederkehr

Wiederkehr / Q(4)9s


Der Begriff Wiederkehr beschreibt den Abstand vom ersten Blinken einer Gruppe bis zum ersten Blinken der nächsten Gruppe. Er wird in Sekunden angegeben. In diesem Beispiel beträgt die Wiederkehr also 9 Sekunden. Es dauert also 9 Sekunden vom ersten Blinken einer Gruppe bis zum ersten Blinken der nächsten Gruppe.
Achtung: Das Wort Intervallabstand kann in diesem Fall nicht gebraucht werden, da es suggeriert, dass der Abstand vom letzten Blinken einer Gruppe bis zum ersten Blinken der Nächsten gemessen wird, was NICHT der Fall ist!!!

Weitere Abkürzungen:


In Seekarten werden sämtliche relevanten Informationen einer Kennung angezeigt. Diese Informationen beinhalten die Taktung, die Wiederkehr, die Gruppierungen und die Farben, die Höhe (z.B. bei Leuchttürmen) und die Nenntragweite (einfach gesagt: Wie weit man das Leuchtfeuer sehen kann.). Die Abkürzungen für die ersten drei Angaben haben wir oben erklärt, was jetzt noch fehlt sind die Abkürzungen für die Farben, die Höhe und die Nenntragweite.

Farben: Farben werden mit Großbuchstaben abgekürzt: W,R,G,Y für weiß, rot, grün und gelb (yellow).
Höhe: Die Höhe der Befeuerung wird in Metern (m) angegeben. Achten Sie darauf, dass das "m" klein geschrieben wird! Sonst könnte es Verwechselungen mit der Abkürzung für die Nenntragweite geben.
Nenntragweite: Die Nenntragweite wird in Meilen (M) angegeben. Achtung: Hier wird das "M" groß geschrieben!