RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

BEISPIELE FÜR POSITIONSLICHTER

Hier sehen Sie einige Beispiele für das Führen von Positionslichtern, die auch in der Prüfung zum Bootsführerschein Sportbootführerschein- See abgefragt werden können. Sie werden sehen, dass es teilweise kleine Unterschiede in den Begrifflichkeiten gibt, die man beherrschen muss. So besteht ein Unterschied darin, ob ein Schiff in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser ist, oder in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser. Nun, in Fahrt ist ein Schiff immer, wenn es nicht ankert, noch an Land befestigt ist, noch ein Grundsitzer ist. Ein treibendes Schiff, dass sich gerade von der Ankerkette losgerissen hat, ist also ein Schiff in Fahrt. Da es allerdings nicht den Motor an hat ist es ein Schiff "in Fahrt ohne Fahrt durchs Wasser". Ein normales Boot, das mit Motorkraft fährt hingegen, befindet sich "in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser". Nur solche Schiffe müssen ihre Grundbefeuerung einschalten. Sind also die beiden Seitenlichter und das Hecklicht eingeschaltet, ist das Fahrzeug "in Fahrt durchs Wasser". Sind sie nicht eingeschaltet ist das Fahrzeug "ohne Fahrt durchs Wasser". Doch lernen Sie die Beispiele für Positionslichterführung nicht nur für die Segelscheinprüfung! Das Erkennen und richtige Deuten von Positionslichtern ist beim Segeln in der Nacht das A und O!

Schiffsgrundriss

Hier erst einmal der Grundriss unserer Schiffe. Zur einfacheren Wiedererkennung fahren alle unsere Schiffe von links nach rechts. Zusätzlich zu der Beschreibung der Positionslichter nachts (Bildhälfte unten links), zeigen wir ihnen die wichtigsten Tagsignale in der oberen, rechten Bildhälfte.

Maschinenfahrzeug unter 50 Meter

Sie erkennen die Grundbeleuchtung. Backbordseite rot, Steuerbordseite grün, dazu hinten das weiße Hecklicht. Zusätzlich sehen sie noch ein weißes Toplicht, was uns anzeigt, dass es sich hierbei um ein Maschinenfahrzeug in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser mit einer Gesamtlänge unter 50m handelt.

Maschinenfahrzeug mit Fahrt durchs Wasser über 50 Meter

Das Selbe Bild wie das Vorherige, bloß eine Leuchte mehr. Diese Leuchte zeigt an, dass das Schiff länger als 50m ist. Ansonsten die Selbe Erklärung wie oben.

Schiff in öffentlichem Dienst unter 50 Meter.

Das Selbe Prinzip wie immer. Sie erkennen die Regelmäßigkeiten in der Grundlichterführung. Es handelt sich um ein Maschinenfahrzeug in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser, das kürzer als 50m ist. Zusätzlich sehen Sie noch ein blaues Licht. Wie auch im Straßenverkehr darf ein Boot des öffentlichen Dienstes, das einen Einsatz mit Blaulicht fährt von Vorschriften und Verkehrsregeln abweichen.

Manövrierunfähiges Fahrzeug in Fahrt, jedoch ohne Fahrt durchs Wasser

Sie erkennen die beiden roten Lichter wieder, die wir Ihnen im Artikel Positionslichter vorgestellt haben. "Zwei mal rot, ohne weiß in der Mitte, ich stecke fest, so eine Schitte." Dieses Fahrzeug ist also manövrierunfähig. Es ist in Fahrt, allerdings ohne Fahrt durchs Wasser. Dann wäre die Grundbeleuchtung nämlich auch eingeschaltet.

Manövrierunfähiges Fahrzeug mit Fahrt durchs Wasser

Dafür sehen wir hier ein Beispiel. Sie erkennen erneut die beiden bekannten Rotlichter, dazu die Seitenlichter und das Hecklicht. Das Fahrzeug ist manövrierunfähig und in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser.

Tagsüber erkennen wir, ob das Fahrzeug Fahrt durchs Wasser macht. Deshalb ist das Tagsignal das Selbe bei Fahrt durchs Wasser und ohne Fahrt durchs Wasser.

Manövrierbehindertes Schiff mit Fahrt durchs Wasser

Lassen Sie sich nicht erschrecken. Sie kennen alle Lichter! Grundbeleuchtung, 2 Toplichter, das Schiff ist also in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser und länger als 50m. Dazu noch das Merkmal rot-weiß-rot. Denken Sie an die Eselsbrücke, "zwei Mal rot und weiß in der Mitte, zur Arbeit bitte". Und da man beim Arbeiten nicht alle Manöver fahren kann ist dieses Boot also manövrierbehindert.

Manövrierbehindertes Schiff mit Beeinträchtigung für die Schifffahrt

Die vier zusätzlichen Lichter bei diesem manövrierbehindertem Boot können als eine Ampel verstanden werden. Die Seite mit den roten Lichtern ist für die Durchfahrt gesperrt, da das Schiff die Schifffahrt beeinträchtigt. Ich darf nur an der Seite vorbeifahren, die mit den grünen Lichtern befeuert ist. Also Achtung vor Gegenverkehr! Tagsüber sind anstelle von den zwei grünen Lichtern zwei Karos untereinander gehisst.

Manövrierbehindertes Schiff ohne Behinderung für die Schifffahrt

Hier ist die Ampel auf beiden Seiten grün. Die Schifffahrt wird also an keiner Seite behindert. Da es auch auf See das Rechtsfahrgebot gibt, fahren wir in unserer Fahrtrichtung rechts an dem Boot vorbei.

Grundsitzer

Hat ein Fahrzeug nur ein weißes Rundumlicht an, und bewegt sich nicht, heißt das, dass dieses Fahrzeug vor Anker liegt. Es ist also nicht Fahrt und durch den Anker mit dem Grund verbunden. Zeigt es zusätzlich noch durch zwei Rotlichter untereinander an, dass es manövrierunfähig ist, können wir uns erahnen weshalb. Dieses Fahrzeug ist ein Grundsitzer. Da es nur ein weißes Licht an hat wissen wir, dass die Länge des Fahrzeuges unter 50m liegt.

Grundsitzer mit einer Länge über 50 Meter

Na wo liegt der Unterschied zum vorherigen Bild? Können Sie sich schon denken, was die zusätzliche weiße Lampe bedeutet? Klar, der Grundsitzer ist länger als 50m.

Tagsüber können wir sehen und einschätzen wie lang das Boot ist. Deshalb braucht es tagsüber auch kein Hinweis, ob das Schiff länger oder kürzer als 50m ist. Deshalb ist die Kennzeichnung die Selbe wie im vorherigen Beispiel. Nachts hingegen sind wir auf die Lichtersetzung angewiesen, da wir die Länge anders nicht erkennen könnten.

Ankerlieger über 100 Meter

Ist ein Ankerlieger länger als 100m, dann reichen zwei weiße Rundumleuchten nicht mehr aus. Es muss seine Decksbeleuchtung einschalten.

Nun, dass sich ein ankerndes Boot kenntlich machen muss ist verständlich. In abgelegenen Buchten würde die Romantik des Segelns ja auch flöten gehen, wenn eben diese Buchten gut ausgeleuchtet wären. Nun ist es allerdings auch so, dass ein Boot das festgemacht hat ein weißes Rundumlicht setzen muss, wenn keine ausreichende Uferbeleuchtung vorhanden ist. Vergleichen Sie diese weiße Rundumleuchte ruhig mit dem Parklicht Ihres Autos! Um größtmögliche Sichtbarkeit zu gewährleisten muss diese Rundumleuchte möglichste Mittschiffs und an der Fahrwasserseite installiert sein!

Tiefgangbehindertes Schiff über 100 Meter

Das bekannte Schema kombiniert mit den drei roten Luftbläschen, die aus der Tiefe aufsteigen. Wir erkennen, dass die Größe des Schiffes über 50m liegt, dass es in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser ist, und gleichzeitig tiefgangbehindert ist. Bestehen Sie nicht auf ihr Vorfahrtsrecht bei solchen Booten, sie dürfen diese Schiffe und ihre Durchfahrt nicht behindern. Die Queen Mary 2 würde in einer Ostseeflussmündung eine solche Lichterführung tragen. Würden Sie bei diesem Schiff auf die Vorfahrt ihrer Jolle bestehen?

Trawler beim Fischen

Nanu, was heißt die zusätzliche grüne Lampe über dem bekannten Muster, dass uns die Größe von mehr als 50m und die Fahrt durchs Wasser verrät? Ist ein Trawler am fischen, dann muss er die zusätzliche grüne Leuchte einschalten.

Treibnetzfischer

Auch hier ein Fischer. Allerdings einer, der nicht am trawlen ist, sondern ein Treibnetz ausgelegt hat. Da Treibnetzfischerei in unseren Augen eine Sauerei ist, können Sie sich die rote Leuchte als rotes Tuch vor Augen halten.

Nach diesen beiden Beispielen stellt sich nun die Frage, was genau unter dem Begriff "ein fischendes Fahrzeug" verstanden wird. Ist eine Jolle mit einem Angler schon ein fischendes Fahrzeug? Und was ist erst mit einem Kind in einem Paddelboot, das einen Käscher ins Wasser hält?! Ist das Paddelboot etwa ein fischendes Fahrzeug? Nein. Der Terminus "fischendes Fahrzeug" bezieht sich schon auf die größeren, professionellen Trawler, Kutter und Fischfänger. Er beschreibt ein Boot, das Netze oder andere Gerätschaften zum Fische fangen ausgelegt hat und damit fischt und aufgrund dessen in seiner Manövrierfähigkeit eingeschränkt ist. Fischende Fahrzeuge müssen also nicht zwingend die Lichter setzen, die ein manövrierbehindertes Fahrzeug ansonsten setzen müsste.

Schiff mit gefährlicher Ladung

"Dynamit ist rot". Das ist also ein Boot in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser und länger als 50m. Die Ladung ist gefährlich, oder der Tanker ist noch nicht entgast. An Bord befindet sich also noch ein hochexplosive Luft-Gas-Gemisch.

Denken Sie bei diesem Bild wieder einmal an ein Beispiel aus dem Straßenverkehr. Denn auch im Straßenverkehr werden Schwertransporter und Lastwagen mit Überlänge durch Gelblicht gekennzeichnet. Beim Segeln ist dies ebenfalls der Fall. Hier sehen wir einen Schleppverband, also quasi einen  "Schwertransporter" der Seewege. Zusätzlich zum Hecklicht sehen wir, dass ein gelbes Licht angebracht wurde. Der Verband ist  manövrierbehindert und in Fahrt mit Fahrt durchs Wasser, was wir an der uns bereits bekannten Lichtersetzung erkennen können. Die zwei zusätzlichen weißen Rundumlichter geben uns Auskunft über die Länge des Verbandes. Zwei Lichter bedeuten, dass der Verband maximal 200m lang ist. Achtung: Sie bedeuten nicht, dass er aus zwei Schiffen besteht! Die geschleppten Schiffe eines Verbandes führen die Grundbeleuchtung: Rotes Backbordlicht, grünes Steuerbordlicht und weißes Hecklicht.

Auch hier erkennen wir aufgrund des Gelblichts am Heck, dass es sich um einen Schleppverband handelt. Auch die übrigen Rahmenbedingungen ähneln dem vorherigen Beispiel. Er ist in Fahrt und manövrierbehindert. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das schleppende Schiff drei weiße Rundumlichter gesetzt hat. Wie auch eben sagt diese Lichtersetzung etwas über die Verbandslänge aus. In diesem Fall ist der Verband länger als 200m! Auch hier wieder Achtung: Die Lichteranzahl sagt nichts über die Anzahl der Schiffe im Verband aus!

Am Tag werden Schleppverbände von einer Gesamtlänge über 200m durch einen schwarzen Rhombus auf jedem Schiff gekennzeichnet.

Kommen wir nun zum vorerst letzten Beispiel in dieser Kategorie. Zugegeben, es handelt sich in diesem Fall ganz eindeutig nicht um ein Beleuchtungsbeispiel, sondern um ein Tagsignal, aber trotz Allem denken wir, dass auch die Signalflagge für Taucharbeiten in dieser Kategorie aufgeführt werden sollte. Da wir nicht wissen können, wie tief der Taucher unter Wasser ist, und wo genau er sich befindet, manövrieren wir mit größtmöglicher Vorsicht und versuchen, eine angemessene Entfernung zu diesem Schiff zu wahren.

Auch hier sehen Sie eine Art und Weise der Kenntlichmachung von Schiffen, die in den Bereich der "Positionslichter beim Segeln" eingeordnet werden kann. Hauptmerkmal an dieser Zeichnung sind die vom Boot abgefeuerten Leuchtkugeln, die wie weiße Sterne bilden. Dies ist natürlich klar mehr, als es die Positionslichterführung für "normale" Boote erfordert. Dementsprechend nutzen auch nur bestimmte Schiffe der Bundeswehr und der Bundesgrenzschutzes diese Leuchtkugeln. Außerdem werden Sie noch von Schießscheibenschleppern abgefeuert, die bei Übungen der Marine eingesetzt werden. Nachdem Sie nun wissen, dass nur die Bundeswehr oder der BGS dieses Leuchtkugeln abfeuert, können Sie sich auch vorstellen, was Sie als Zivilist zu tun haben: Abstand halten! Im harmlosesten Fall gehen Sie die Vorgänge und Sachen an Bord der entsprechenden Schiffe nichts an, im schlimmsten Fall könnten die Sachen sogar gefährlich für Sie werden.