RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

POSITIONSLICHTER

Da wir auf der See, anders als auf Straßen, keine Beleuchtung durch Straßenlaternen und helle Fenster haben, ist es wichtig sein Segelschiff erkenntlich zu machen, um anderen Schiffen unsere Position und Fahrtrichtung anzuzeigen.

Dies geschieht durch Positionslichter, die bei Nacht (Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang) und schlechter Sicht (bsplw. durch Schneefall, Nebel und starkem Regen) eingeschaltet werden müssen. Da man zwar planen kann, nachts nicht mehr auf dem Wasser zu sein, es allerdings nicht in der Hand hat während seines Törns von schlechtem Wetter und verminderter Sicht überrascht zu werden, müssen Positionslichter immer und immer einsatzbereit mitgeführt werden.

Ausnahmen hierfür bestehen lediglich bei Notfällen. Ein Boot unter 7m Länge darf nicht auf Seeschifffahrtsstraßen fahren wenn die vorgeschriebenen Lichter nicht mitgeführt werden, es sei denn, dass ein Notfall dies erzwingt. Ein Boot unter 12 m Länge darf nicht auf Seeschifffahrtsstraßen fahren, sollte nicht mindestens ein weißes Rundumlicht vorhanden sein, es sei denn, dass ein Notfall dies erzwingt. Not kennt kein Gebot! Denken Sie daran. Trotzdem muss mindestens immer eine weiße Taschenlampe an Bord sein und bereitgehalten werden, so dass mann bei drohendem Zusammenstoß auf sich aufmerksam machen kann.

Alle Positionslichter und Sichtzeichen, die auf Booten benutzt werden, müssen vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) anerkannt und zugelassen sein. Die rechtlichen Vorschriften zu diesem Thema sind in den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) verankert.

Hier stellen wir Ihnen nun die Grundlagen zu den Themen Lichterführung und Positionslichtern vor. Sie können die Großversion der Bilder, genau wie Sie es bei den Seemannsknoten gesehen haben, durch anklicken öffnen.

Positionslichter

Grundausstattung

Es gibt quasi 3 Grundlichter, die jedes Schiff, dass länger als 7 m ist, führen muss. Ist das Schiff kürzer kann es die Lichter führen, jedoch gibt es noch Spielräume und Alternativen.  Die Lichter sind ein rotes Licht für die Backbordseite, ein grünes Licht für die Steuerbordseite und ein weißes Licht für das Heck. Die beiden farbigen Lichter haben einen Leuchtwinkel von jeweils 112,5°. Das weiße Licht hat einen Leuchtwinkel von 135°. Addiert man diese Werte sieht man, dass die 3 Lichter insgesamt 360° ableuchten. Das Schiff und die Positionslichtern können also von überall aus gesehen werden! Fahrzeuge, die unter Maschinenantrieb fahren, müssen noch ein zusätzliches weißes Toplicht, ungefähr in der Mitte des Bootes führen. Dieses Licht ist hier nicht eingezeichnet, kann aber am nächsten Beispiel gesehen werden. Ist das Fahrzeug länger als 50 m muss  es sogar zwei weiße Toplichter führen.

Schiffslänge unter 7 Metern

Hier sehen sie das zusätzliche Toplicht (Leuchtwinkel von 225°) in der Zeichnung unten links. Sie erkennen zusätzlich das Hecklicht und die beiden Seitenlichter in rot und grün. Boote die kürzer als 7 m sind und eine Höchstgeschwindigkeit von 7 Knoten nicht überschreiten, haben noch andere Möglichkeiten sich kenntlich zu machen.  Anstelle von den 4 Laternen unten links, die die maximal geforderte Lichterführung wäre, kann auch eine Dreifarbenlaterne an der Mastspitze benutzt werden. Alternativ kann auch eine weiße Rundumleuchte (Leuchtwinkel 360°) und die Seitenlichter eingeschaltet werden. Sollten diese Lichter nicht vorhanden sein, reicht es, eine weiße Rundumleuchte an der Mastspitze zu führen.

Schiffslänge 7 - 12 Meter

Die Anzahl der Alternativen schwindet, je größer die Schiffe werden. Hier sehen Sie die Positionslichter, die auf einem Schiff verwendet werden müssen bzw. dürfen, das kleiner als 12 m ist.  Sie erkennen wieder das rote Licht an der Backborseite sowie das grüne Licht an der Steuerbordseite. Hinten ist das Hecklicht und Mittschiffs die Topleuchte. Dies wäre die maximal geforderte Lichterführung für Schiffe unter 12 m. Sollten diese Lichter nicht an Bord sein, reicht es allerdings aus, die beiden Seitenlichter zu führen und eine Rundumleuchte. Topleuchte und Rundumleuchte müssen bei Schiffen über 7m und unter 12 m Länge mindestens 1 m höher als die Seitenlichter befestigt werden. Alternativ kann man anstelle der beiden Seitenlichter auch eine sogenannte Zweifarbenlaterne führen.

Schiffslänge 12 - 20m

Die Lichterführung bei dieser Schiffsgröße entspricht der Lichterführung, die Schiffe in der Größenordnung von 7 m - 12 m führen müssen. Der Unterschied liegt darin, dass das Toplicht mindestens 2,5 m höher als der Schandeckel installiert sein muss. Außerdem besteht nicht mehr die Möglichkeit ein weißes Rundumlicht zu benutzen. Es müssen die Seitenlichter, das Hecklicht und das Toplicht in Höhe von mindestens 2,50 m geführt werden. Alternativ kann allerdings noch eine Zweifarbenlaterne anstelle der Seitenlichter benutzt werden.

Schiffslänge 20 - 50 Meter

Frei nach dem Motto, dass die Alternativen mit steigender Schiffslänge abnehmen, haben wir hier nur noch eine Möglichkeit, wie die Lichter angebracht sind. Die beiden Seitenlichter, für die es dieses Mal keine Alternative gibt, das Hecklicht und das Toplicht. Das Toplicht muss mindestens  6 m höher als der Schiffskörper liegen.

Manövrierbehindertes Boot

Natürlich gibt es auch Sonderbeleuchtungen, die einen gewissen Status des Schiffes vermitteln und kenntlich machen, und zusätzlich zu den Grundlichtern geführt werden müssen. Drei Leuchten untereinander, in der Reihenfolge rot- weiß- rot, bedeuten, dass das Schiff manövrierbehindert ist. Es kann also sein, dass es sich nicht an die Ausweichregeln halten kann. Ein Schiffsbagger bei der Arbeit oder ein Tonnenleger wären solche Boote. Hierzu unsere Eselsbrücke: "Zwei mal rot und weiß in der Mitte: Zur Arbeit bitte!"

Manövrierunfähiges Boot

Zwei rote Lichter untereinander bedeuten, dass das Schiff manövrierunfähig ist. Das Ruder ist gebrochen, das Schiff hat einen Motorschaden oder hat sich auf einer Sandbank festgefahren, all dies macht ein Schiff manövrierunfähig. Es kann nicht mehr manövrieren.
Also merken Sie sich unsere Eselsbrücke, genau das wird der Kapitän des manövrierunfähigen Bootes denken: "Zwei Mal rot, ohne weiß in der Mitte, ich stecke fest, so eine Schitte!"

Gefahrgut

Ein Fahrzeug, dass Güter befördert, die gefährlich sind, oder ein Tanker, der in den Tanks noch ein Luft-Gas- Gemisch hat, dementsprechend nicht entgast und hochexplosiv ist, müssen ein rotes Licht führen. Merken sie sich: "Dynamit ist auch rot!"