RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

Umweltschutz

Auch das Thema "Umweltschutz beim Segeln" wird in der Prüfung zum Sportbootführerschein-See mit acht Fragen angesprochen. Vollkommen zurecht auch, wird mit diesem Aspekt ja ein Thema angeschnitten, das uns nicht nur im Berufs- und Privatleben beschäftigen sollte, sondern auch bei der Ausübung unseres Freizeithobbys einen steten Begleiter darstellen sollte. Der nachhaltige Erhalt der Segelreviere muss für den Segler eine nahezu ebenso große Priorität haben, wie der Umgang mit Rettungsmitteln, sind sie doch die Grundlage für einen entspannten Urlaub und erholsamen Trip. In einer stinkenden Müllhalde will doch keiner von uns einen lockeren Nachmittag verbringen, und auch Toiletten werden stets so verlassen, wie man sie selbst vorfinden möchte.
Hierzu gibt es einen Leitfaden, an dem sich Segler und Freizeitschiffer entlanghangeln können, der von den Wassersportverbänden veröffentlicht wurde. Dieser Leitfaden heißt "die 10 goldenen Regeln", auf deren Grundlage sich ein Großteil der acht Fragen aus der Prüfung zusammensetzt. Diese Regeln umfassen im wesentlichen folgende Aspekte, die eigentlich keiner Formulierung bedürfen, sondern als selbstverständlich gelten sollten.

Der sinngemäße Inhalt der 10 goldenen Regeln:

- Als gern genutzte Rast- und Brutplätze von Vögeln sollen bewachsene Uferpartien und Schilf- bzw. Röhrichtgürtel sollen nicht befahren werden. Auch soll in seichten Gewässern nicht gefahren werden, da sie häufig als Laichgebiete für Fische dienen. Dieses „Annährungsverbot“ gilt nicht nur vom Wasser aus. Auch vom Ufer aus sollten Sie diese Gebiete als besonders schutzbedürftig respektieren. Außerdem sollte es vermieden werden, an solch empfindlichen Stellen zu landen.

- Auf dem Wasser schwimmende Vogelschwärme sollten nicht gestört werden.

- Die in den Befahrensregelungen des Gebietes formulierten Befahrensvorschriften sind einzuhalten. Warum sollte dies auch in Naturschutzgebieten anders sein als sonst auf dem Wasser? Sie beinhalten Nutzungsbeschränkungen und -verbote, Angaben über Geschwindigkeitsbegrenzungen und nähere Informationen für Wasserskifahrer, Wassermotorradfahrer und Surfer.

- Bei der Beobachtung und dem Fotografieren von Tieren sollten die Tiere nicht vertrieben, noch gestört werden. Schießen Sie ihre Fotos lieber aus einer angemessenen Entfernung und nutzen Sie die Zoomfunktion ihres Fotoapparates und machen Sie nur langsame Fahrt. Ist ja auch besser so, ansonsten kann man das Erlebnis ja nicht genießen. :-) Ein angemessener Abstand ist laut den Wassersportverbänden 300m bis 500m.

- Auch das Thema Wasserverschmutzung sollte Segler interessieren. Obwohl segeln ja als ein "weißer Sport" gilt, gibt es doch eine Vielzahl von kleineren Möglichkeiten, wie das Wasser verschmutzt werden kann. So darf die Bordtoilette keinesfalls ins Wasser entleert werden. Hierfür gibt es in vielen Häfen Entsorgungsstellen, wo man gleichzeitig auch noch den Wassertank auffüllen kann. Auch beim Umgang mit Altöl ist Vorsicht walten zu lassen. Ein Tropfen Öl kann bis zu 600l Wasser verseuchen. Demnach gehören Altöldosen und die Lappen, mit denen der große Klecks Öl gerade aufgewischt worden ist, auch nicht ins Wasser, sondern in die Sammelbehälter im Hafen. Und ein Ölklecks passiert schon mal schnell :-) Achten Sie bitte darauf, dass auch kleinste Mengen Öl nicht in das Wasser gelangen können, und suchen Sie einen geeigneten Ort aus, um die Altöldosen und verschmierten Lappen bis zum nächsten Landgang aufzubewahren. Auch all die übrigen anfallenden Abfälle an Bord gehören gesammelt und erst an Land entsorgt.
Auch die Auswahl des Öls und Benzins beim Einkauf und bunkern kann schon eine Entscheidung für die Umwelt sein. So gelten 2-Takt-Öle und bleifreies Benzin als umweltfreundlicher als übrige Öle und Benzine.
Auch die Nutzung von Antifoulingfarben für das Boot, und deren kritische Auswahl, sowie das Nutzen von Speichertanks tragen einen Beitrag zum Erhalt der Umwelt bei.

- Des Weiteren wird in der letzten Regel dazu aufgefordert, diese Verhaltensregeln publik zu machen, und sie auch Segelneulingen und unerfahrenen Mitseglern ans Herz zu legen.

Neben den öffentlichen Befahrensreglungen und den Veröffentlichungen der Wassersportvereine und -verbände können auch die zuständigen Schifffahrtsbehörden Auskünfte über ein umweltgerechtes Befahrensverhalten geben. Außerdem besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, sich Bücher und Karten zu kaufen, die sich mit dieser Thematik befassen. Eine gut sortierte Bordbibliothek kann in der ein oder anderen Situation sehr nützlich sein. Scheuen Sie sich also nicht, sich diese Regelwerke zu besorgen. Natürlich haben wir aber auch nichts dagegen, wenn Sie sich einfach unser Exzerpt über die 10 goldenen Regeln des Wassersports herunterladen und ausdrucken!