RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

GEWITTER

Kommen wir nun zu einem Wetterphänomen, dessen Auswirkungen gerade beim Segeln und Schwimmen um ein Vielfaches gefährlicher als an Land sein können. Bei einem Gewitter ist man auf dem Meer den wirkenden Kräften nämlich nicht nur schutzlos ausgeliefert, sondern bietet ein geradezu hervorragendes Objekt für einen Blitzeinschlag. Schon als Kleinkind bekommt man von seinen Eltern und Großeltern beigebracht, dass sich der Blitz immer den kürzesten Weg sucht und dementsprechend in die höchsten Orte der näheren Umgebung einschlägt. Auf Land ist dies nun kein Problem. Im Regelfall befinden sich in der näheren Umgebung Orte und Objekte, die sich höher in den Himmel erstrecken als wir Menschen. Denken Sie an Bäume, Häuser, Strommasten usw.

Auf See sieht diese Situation nun schon ganz anders aus. Die Wasseroberfläche bildet ein konstantes Höhenniveau ohne große Erhebungen. Die Fläche ist glatt, jeder Gegenstand der auf ihr schwimmt ist dementsprechend meistens höher als seine Umgebung. Für einen Schwimmer kann dies absolute Lebensgefahr bedeuten. Halten Sie sich vor Augen, dass ein Blitz, der eine Hitze von bis zu 40000°C erreichen kann, um ein vielfaches heißer als die Sonnenoberfläche ist!! Diese kommt nämlich gerade einmal auf ungefähre 5500°C. Hinzu kommen noch die übrigen Gefahren die von Starkstrom - ein Blitz ist ja eine elektrische Ladung – ausgehen. Ein Segelboot, mit einem 20m hohen Masten, schreit also geradezu danach, von einem Blitz getroffen zu werden.

Präventionsmaßnahmen

Sollten Sie also nicht die Möglichkeit haben an Land anzulegen, was die beste Präventionsmaßnahme generell für Gewitter ist, legen Sie zumindest die Rettungsweste an und meiden Sie Metallteile und deren Nähe, sowie elektrische Anlagen (z.B. Funksysteme), die nach Möglichkeit abgeschaltet werden sollten.

Nun kommt ein Gewitterphänomen nie allein zu Tage. Ein Blitz wird nicht ohne Regen und Starkwind aufkommen, die ebenfalls typische Gewittererscheinungen sind. Obwohl man Blitze und Donner über weite Entfernungen sieht und hört, es aber nicht zwingend regnet, ist im Zentrum des Gewitters immer Regen im Spiel.
Auch hieraus können sich Probleme für das Segeln entwickeln. Denn sowohl starker Regen als auch Sturm können zu starken Sichtbeeinträchtigungen führen. Mastbrüche und schwere Schäden sowie starke Abdrift können zusätzlich noch durch Sturmböen hervorgerufen werden. Die Segel sollten also nach Möglichkeit bei einem drohenden Gewitter eingeholt oder teilgerefft werden, die Position sollte noch einmal genauestens ermittelt werden. Da es bei Sturmböen auch einen erhöhten Wellenschlag gibt, sollten in der Bilge alle losen Sachen Wetterfest verpackt werden, so dass die für das Abendessen eingekaufte Dosensuppe nicht zu einem gefährlichen Geschoss wird.

Wie entsteht ein Gewitter?

Um ein drohendes Gewitter zu erkennen, ist es von Nöten auch die Gründe und die Abläufe von Gewittern zu kennen. Auch hier spielen, wie bei der Entstehung von Winden, unterschiedliche Luftfeuchtigkeit und die Temperatur von Luftmassen eine Rolle. Gewitter entstehen häufig nach länger anhaltenden Sonnenperioden. Die Luft und der Boden sind stark erwärmt. Nun kann es dazu kommen, dass sich Kaltluft aus hohen Luftschichten über diese Bodenluftschicht legt. Gelingt der warmen Luft nun der Durchbruch, steigt diese blitzartig nach oben. Warme Luft ist ja leichter als kalte! Lesen Sie hierzu unter Umständen auch noch einmal unseren Artikel über unterschiedlichen Luftdruck. Je höher der Temperaturunterschied der beiden Luftmassen nun ist, desto höher ist die Geschwindigkeit, mit der die Warmluft steigt.

Regen

Da diese Warmluft abkühlt, bilden sich, verglichen mit normalem Wettergeschehen, rasant schnell Tröpfchen, die zu Wolken und letztendlich zu Regen werden. Durch diese Kombination – schnell aufsteigende Warmluft und Wolken – kommt eine für Gewitter charakteristische Wolkenform zustande. Die Gewitterwolken ähneln im Regelfall nämlich einem Ambus.

Blitzentstehung

Da der Luftzug nach oben, aufgrund der hohen Aufstiegsgeschwindigkeit, nun allerdings so groß ist (Spitzengeschwindigkeiten von über 100km/h), können die Regentropfen nicht nach unten fallen, sondern werden nach oben mitgerissen. Es sammeln sich also Unmengen Regenwasser in der Ambuswolke. Durch dieses auf und ab des Wassers komt es nun zu Reibungsenergien, die sich letztendlich als Blitze entladen.

Donner

Durch die oben bereits erwähnte Hitze von Blitzen, kommt es zu einer Verdunstung der Wassertröpfchen in ihrer unmittelbaren Nähe. Dies führt zu einer explosionsartigen Ausdehnung der Tröpfchen, die mit einem explosionsartigen Geräusch einhergeht: Dem Donner.

Windböen

Dadurch, dass die warme Luft so schnell nach oben aufsteigt, entsteht in Bodennähe ein Ausgleichsbedarf. Die nach oben verflogene Warmluft muss ja quasi ersetzt werden. Dies geschieht durch schwerere Kaltluft, die in Richtung Boden fließt. Hierdurch kann es zu Verwirbelungen mit der aufsteigenden und der in Bodennähe nachziehenden Warmluft kommen, die sich insofern auf das Segeln auswirken, als dass es auf dem Wasser zu schnell wechselnden Windrichtungen kommen, deren exakte Vorhersehbarkeit unmöglich ist.