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Gezeitenkunde

Ein Thema, das sowohl eine praktische Relevanz für das Segeln in den Segelrevieren der Nordsee vorweist, als auch wichtiger Bestandteil der theoretischen Prüfung zum Bootsführerschein ist, ist das Thema der Gezeiten. Viele von Ihnen werden es bei einem Urlaub an der Nordsee genossen haben, in den Weiten des Wattenmeeres umherzuschlendern. Insbesondere ist dies ein beeindruckendes Erlebnis, wenn das Meer soweit abgelaufen ist, dass es nur noch aus riesengroßen aber flachen Pfützen besteht, in denen sich der Himmel spiegelt, so dass man denken kann, dass man mitten im Himmel spazieren geht. So romantisch dieses Erlebniss bei einem Strand- und Landurlaub allerdings auch ist: Beim Segeln bereitet das Phänomen der Tide eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Deshalb sollten Sie sich vor einem Segeltörn in der Nordsee (die deshalb zu den am schwersten zu segelnden Segelrevieren gehört) eingehend mit dieser Thematik befassen.

Dazu ist es notwendig, sich in die richtige Verwendung des Gezeitenvokabulars einzuarbeiten. Denn im Volksmund werden Begriffe wie Tide, Ebbe, Flut, Hochwasser, Niedrigwasser und Tidenhub oft als das Gleiche angesehen. Dies ist natürlich nicht der Fall. All diese Begriffe haben eine eigene Bedeutung, die für das Segeln in Segelrevieren mit starken Gezeiten gekannt werden sollten.

DIE TIDE

 Betrachten wir uns nun die Begriffe also einmal genauer. Das Wort "Niedrigwasser" trägt seine Bedeutung schon im Namen. Es ist der Zeitpunkt, an dem das Wasser seinen niedrigst möglichen Wasserstand erreicht. Der Wasserstand hört bei Niedrigwasser also auf zu fallen und beginnt das Steigen. Die Zeitspanne des Ansteigens des Wassers wird als "Flut" bezeichnet. Hat die Flut ihren höchsten Stand erreicht, ist Hochwasser. Der Zeitpunkt also, an dem der Wasserstand aufhört zu steigen und das Fallen anfängt. Diese Zeitspanne, in der das Wasser fällt, wird als "Ebbe" bezeichnet. Die Ebbe dauert so lange an, bis das Niedrigwasser erreicht ist. Die hier beschriebene Periode von einem Niedrigwasser zum nächsten, wird als "Tide" bezeichnet. Eine Tide besteht also aus einer Flut und einer Ebbe. Wichtig ist hierbei, dass Tide, Ebbe und Flut Zeitspannen beschreiben. Niedrigwasser und Hochwasser hingegen bezeichnen Zeitpunkte.

DER TIDENHUB

 Die Höhendifferenz des Wassers, zwischen Hochwasser und Niedrigwasser, wird "Tidenhub" genannt. Sie kann insbesondere an Hafen- und Kaimauern bei Niedrigwasser gesehen werden. Achten Sie auf den Tidenhub, wenn Sie mit ihrem Schiff in einem Hafen anlegen, der sich in einem Segelrevier befindet, dass starke Gezeiten aufweist! Sie werden nicht nur zum Gespött der gesamten Marina, sondern können auch schwere Schäden an ihrem Boot erwarten. Von der Gefahr, die von einem "hängenden Boot" ausgeht reden wir gar nicht erst! Obacht also, einverstanden? ;-)

Sind Sie sich nicht sicher, wie stark der Tidenhub in dem Hafen ist, den Sie gerade ansteuern, kann dies in den Gezeitentafeln und den Gezeitenkalendern nachgeschlagen werden, die vom BSH, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, herausgegeben werden, nachgeschlagen werden. Achten Sie jedoch auf die Aktualität der Gezeitentafeln und -kalender. Sie gelten aussschließlich für das Erscheinungsjahr, in dem Sie herausgegeben wurden.