RYMHART Troyer Wollmützen von RYMHART

LUFTDRUCKGEBIETE - Tiefs und Hochs

Wir sehen und hören täglich in der Wettervorhersage nach den Nachrichten, dass sich mal wieder ein "Tief" auf uns zu bewegt, und uns somit die wenigen schönen Sonnentage, die wir bisher hatten verdirbt. Wäre es nicht schön, wenn sich das "Hoch" noch einige Tage länger gehalten hätte? Zumindest noch über das Wochenende?

Hier sehen Sie, dass Begriffe wie "Hoch- und Tiefdruckgebiete" weit verbreitet sind, und quasi automatisch und beiläufig richtig interpretiert werden. Bei einem Tief erwartet man, dass sich das Wetter verschlechtert, das Hoch hingegen verheißt schönes Wetter. Wie jedoch kommt es dazu, und was verbirgt sich hinter den Begriffen?! Was genau ist eigentlich "hoch" oder "tief"? In diesem Artikel versuchen wir, Ihnen die basalen Grundlagen des Wettergeschehens zu vermitteln. Immerhin ist man beim Segeln zu 100% auf das Wetter angewiesen. Sei es bei der Beantwortung der Frage, ob man einen kurzen Tagesausflug macht, um sich auf einem See in der Nähe beim Segeln entspannen zu können, oder sei es beim Blauwassersegeln wenn man aufgrund einer Flaute keine Fahrt machen kann, oder sich aufgrund des Wetterberichts und der Wolkenbeobachtung auf einen Sturm oder ein Gewitter einstellen muss.

Luftdruck wird in Hektopascal (hPa) gemessen, das sich von der Druckeinheit "Pascal" herleitet. Ein Hektopascal entspricht dabei ungefähr einem Milibar, weshalb man mit ihr (der Luftdruckeinheit) den Spagat zwischen der Normeinheit "Pascal" und der bekannteren Größe "Bar" auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann.

Tief

1013 hPa sind in unseren Breiten der Normalwert des Luftdrucks. Wird dieser Wert unterschritten, ist der Luftdruck tief, daher also der Begriff "Tiefdruckgebiet".
Warme Luft ist weniger dicht und steigt nach oben, wo sie dann abkühlt. Am Boden nimmt der Druck (oder das Gewicht der Luft) also ab - sie ist ja aufgrund ihrer Wärme aufgestiegen. Kalte Luft kann weniger Luftfeuchtigkeit speichern. Die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit wird also freigegeben, es bilden sich Wolken, bzw. Regen.
Als Beispiel für die Größenordnung, ab wann der Luftdruck tief ist, kann man das aktuelle Wettergeschehen angeben. Während dieser Artikel geschrieben wird, tobt draußen ein Sturm, der in ganz Deutschland zur höchsten Wetterwarnstufe geführt hat. Der aktuelle Luftdruck liegt bei 982 hPa.
Bei fallendem Luftdruck ist also mit einer Wetterverschlechterung zu rechnen. Bei raschem Fallen ist die Luft stark in Bewegung. Luft, die in Bewegung ist, heißt "Wind", man muss sich also auf starken Wind oder Sturm einstellen (Windstärke 6-7 oder 8 und mehr). In unseren Breiten kann die Geschwindigkeit von Tiefdruckgebieten stark variieren. Normalerweise liegt sie aber zwischen fünf und vierzig Knoten. Aufgrund der Corioliskraft drehen sich Tiefdruckgebiete entgegen dem Uhrzeigersinn. Dies führt dazu, dass Tiefdruckgebiete bei uns im Regelfall in West- Ost- Richtung ziehen.

Ist aus einem Tief erst einmal ein stattlicher Sturm entstanden der auf einen zuzieht, dann muss man sich beim Segeln sowieso schon warm anziehen, und gewisse Sicherheitsmaßregeln befolgen, die wir in einem anderen Dossier erläutern. Woran erkennt man allerdings, ob man von einem Sturm betroffen sein wird? Im Seewetterbericht heißt es ja häufig, dass ein Sturm rechtsdrehend oder rückdrehend sei! Rechtsdrehend bedeutet, dass sich der Sturm im Uhrzeigersinn dreht, rückdrehend bedeutet, dass sich der Sturm gegen den Uhrzeigersinn dreht.

Hoch

Hoher Luftdruck entsteht dann, wenn Luftmassen auf den Boden absteigen. Der Luftdruck am Boden ist also höher als der Normalwert von 1013. Beim Absteigen erwärmt sich die Luft. Auch am Boden wird die Luft durch Sonne bzw. durch die von der Sonne erwärmte Erde wärmer. Warme Luft kann mehr Luftfeuchtigkeit speichern. Es bilden sich also weniger Wolken, einem Tag voll Sonnenschein steht also nichts mehr im Wege.

Da Gegensätze in der Natur allerdings zum Gleichgewicht tendieren und sich schnell relativieren , strömt die warme Luft  nun in Bodennähe auseinander, in ein Gebiet, in dem weniger Luftdruck herrscht, so dass weitere Luft aus höheren Luftschichten auf den Boden absinken kann. Dieser Vorgang heißt Divergenz. Es entsteht Wind.

Als Abgrenzungslinie zwischen den unterschiedlichen Druckgebieten gelten sogenannte "Isobaren". Gebiete, die  denselben Luftdruck vorweisen, sind also innerhalb einer Isobarenlinie. Isobaren sind in Wetterkarten eingezeichnet.

Der DWD (Deutsche Wetterdienst) und Küstenfunkstellen, sowie NAVTEX sind neben den oben erwähnten Bezugsmöglichkeiten der Wettervorhersage weitere Anfragestellen.

Wetter